„Selbstverständlich abgesagt“

Boris Becker lehnt Angebot vom Dschungelcamp ab

Von Sebastian Eder
 - 15:44

Es war ein Hin und Her am Montag: Geht Boris Becker ins „Dschungelcamp“? Oder geht er nicht und es waren nur die Phantasievorstellungen britischer Klatschreporter? Am Ende stand nur dies fest: Becker ist in die britische Version der Fernsehshow eingeladen worden. Der Anwalt des ehemaligen Tennisstars, von dem Gläubiger rund 61 Millionen Euro verlangen, bestätigte, dass es ein Angebot gegeben habe, bei „I’m a Celebrity – Get me Out Of Here“ mitzumachen. „Er hat dieses jedoch selbstverständlich abgesagt“, hieß es in einer Mitteilung vom Nachmittag. Britische Blätter hatten es vorher so dargestellt, als sei der Einzug des Stars in den Dschungel schon beschlossene Sache gewesen. Seine Berater seien selbst auf den Sender „ITV“ zugegangen und wollten 500.000 Pfund (rund 560.000 Euro) für ihn rausholen, schrieb „The Sun“. Diese Darstellung sei „schlicht falsch“, hieß es in der Mitteilung von Beckers Anwalt.

Eine schlechte Nachricht ist das vor allem für die 14 Gläubiger, die nach Informationen dieser Zeitung insgesamt 61 Millionen Euro von Boris Becker fordern. Weil gegen ihre Forderungen bisher eine Vermögensangabe von Becker steht, die sich auf nicht einmal 500.000 Pfund beläuft, hätten sie sich wohl über eine Finanzspritze für Becker gefreut. Beckers Anwalt geht zwar offiziell davon aus, dass die Forderungen der Gläubiger „einer gerichtlichen Überprüfung größtenteils nicht standhalten“ werden. Außerdem sind Beckers Beteiligungen an Gesellschaften bisher unbewertet. Auch mehrere seiner Häuser sollen noch nicht Teil der Berechnung sein, die seiner Vermögensangabe zugrunde liegen.

Trotzdem dürften am Ende des Insolvenzverfahrens, das in Großbritannien normalerweise ein Jahr läuft, wohl einige Gläubiger ohne ihr Geld dastehen. In dem Fall könnten sie für weitere zwei Jahre Zugriff auf das Einkommen von Becker bekommen. Stephan Madaus, Professor für ausländisches Insolvenzrecht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, sagt: „Üblich sind Zahlungspläne, die regelmäßig drei Jahre laufen, also auch über die zwölf Monate hinaus Einkommen erfassen können.“ Schon deswegen war fraglich, was Becker ein Auftritt im Dschungelcamp überhaupt hätte bringen sollen. Abzusagen war so oder so die beste Lösung.

Der Artikel wurde aktualisiert, nachdem Beckers Anwalt am Mittag eine Stellungnahme abgab.

Quelle: FAZ.NET
Autorenbild/ Sebastian Eder
Sebastian Eder
Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.
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