FAZ plus ArtikelVerunsicherte Influencer

Alles – und nichts – ist jetzt Werbung

Von Julia Anton
 - 06:31

Das Foto von ihren beiden Katzen auf Instagram kennzeichnet Vreni Frost als Werbung. Sie hat den beiden nämlich einen eigenen Instagram-Account eingerichtet, und den hat sie in ihrem Beitrag verlinkt. Immer, wenn Frost auf irgendwen oder irgendwas verlinkt, dann ist das Werbung. Das hat das Landgericht Berlin im Juni entschieden. Egal, ob das ihre Katzen sind, die Marke der Schuhe, die sie sich selbst gekauft hat, ein Werbegeschenk oder ein bezahlter Beitrag. Sollte sie mal eine Kennzeichnung vergessen, drohen ihr bis zu 250.000 Euro Bußgeld oder ersatzweise bis zu sechs Monate Ordnungshaft.

Werbung muss von anderen Inhalten klar getrennt sein, schreibt der Rundfunkstaatsvertrag vor. Die Medienanstalten, die seine Einhaltung überwachen, haben deshalb eine ziemlich einfache Anleitung für Influencer verfasst: Alle Beiträge, für die ein Influencer eine Gegenleistung wie Geld oder ein Gratisprodukt bekommen hat, sind als Werbung zu kennzeichnen. Und weil Vreni Frost sich daran gehalten hat, machte sie sich zunächst keine Sorgen, als sie Anfang des Jahres eine Abmahnung vom Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) wegen Schleichwerbung bekam. Die Produkte und Dienstleistungen in den beanstandeten Beiträgen hatte sie nämlich selbst bezahlt. Der Richter sah die Kassenzettel und Belege, glaubte Frost – und gab doch dem Verband recht.

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Quelle: F.A.Z.
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