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Teenager-Clique

Leute, ich liebe euch!

Von Melanie Mühl
 - 14:50

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© Johannes Krenzer, Johannes Krenzer

Sechs Mädchen, eine Freundschaft: Hatiçe, Dilara, Elif, Daria, Naila und Christina. Sie sind zwischen 16 und 17, besuchen dasselbe Frankfurter Gymnasium, und jeden Morgen um zehn vor acht, kurz bevor die Schule beginnt, treffen sie sich im Rosengarten, einem kleinen, begrünten Platz im bürgerlichen, von Bankern und Anwälten bevölkerten Westend. Auf den Bänken sitzen Jugendliche, Jungs und Mädchen, die sich in Cliquen gruppieren und von denen die allermeisten ein Mobiltelefon in der Hand halten. Sie tippen Nachrichten, zeigen einander Fotos, stecken die Köpfe zusammen, reden, lachen, chillen. Die sechs Mädchen spielen Karten, während nebenher Musik läuft, Hip Hop, R’n’B, Reggae.

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Betrachtet man Teenager, sieht es oft so aus, als tauchten sie in die Online-Welt ab, dabei tauchen sie in die Kommunikation mit ihrer Peergroup ein. Sie betreiben socializing. Sie tauschen sich über WhatsApp aus, konkretisieren Verabredungen, kommentieren gemeinsam Erlebtes, Gelesenes, Klatsch und Tratsch, peinliche Instagram-Fotos, Musikvideos, YouTube-Clips.

Man kann Jugendliche also auch als digitale Kommunikationsprofis bezeichnen, als vorbildliche Freundschaftspfleger, denen keine WhatsApp-Nachricht zu viel, kein Chat zu langweilig, kein Like zu mühsam ist und die selbst noch Emojis versenden, kurz bevor sie einschlafen. Nur widerspricht diese Perspektive der weitverbreiteten Vorstellung, die Dauerkommunikation per Handy erziehe Jugendliche zur Oberflächlichkeit und ebne den Weg in die „digitale Demenz“. Die können ja nicht einmal mehr stillsitzen und konzentriert ein Buch lesen! Haben keine echten Freunde, aber Hunderte sogenannte Freunde in sozialen Netzwerken! Chatten lieber, als miteinander zu reden!

Auch nervende Eltern sind regelmäßig Thema

Hatiçe, Dilara, Elif, Daria, Naila und Christina sehen sich an sechs Tagen in der Woche, und auch am siebten, dem Sonntag, tauschen sie sich innerhalb ihrer WhatsApp-Gruppe aus. Jeder kann jederzeit mitlesen, es gibt keine Geheimnisse. Sie sprechen über alles, was sie bewegt, Schule, Eltern, Jungs, die sie gut oder blöd finden, über das erste Mal, über Liebeskummer, Religion, Sehnsüchte, Ängste, alles ohne Scham. Ist sich eine unsicher, ob sie ein bestimmtes Kleid anziehen soll, macht sie ein Selfie und schickt es der Gruppe: „Hey Leute, wie findet ihr das Kleid?“ Auch nervende Eltern sind regelmäßig WhatsApp-Thema. „Feel you“, schreiben die anderen dann: Sie verstehen, es geht ihnen ja oft genauso. Häufig wird nur Nebensächliches gemeldet, etwa, dass die Mutter gerade Pizza backt.

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„Unsere Clique ist wie eine Familie“, sagen die Mädchen. Eine Familie, in die sie nicht hineingeboren wurden, sondern die sie sich selbst ausgesucht haben, vor sechs Jahren war das, da begann ihre Freundschaft.

Handy-Abkürzungen
Abkürzungen auf dem Handy: „HDF“ steht für „Halt die Fresse!“

Als Erstes fällt einem an den sechs Mädchen auf, wie sehr sie sich äußerlich voneinander unterscheiden, wie gut jede aussieht, aber eben auf ihre ganz eigene Art. Das ist erstaunlich, weil sich Cliquenmitglieder gewöhnlich stark ähneln. Der Stil, den sich inzwischen fast jedes Mädchen angeeignet hat, sieht so aus: glatte, beziehungsweise geglättete lange Haare, manchmal im Ombre-Look, Make-up, enge Jeans, Nike Air Max oder Boots, Lederjacke. Auffällig unauffällig.

„Ich würde für die anderen meine Leber spenden“

Dilara und Daria tragen beide einen Nasenring. Ihre langen, kräftigen Haare hat Daria schwarz gefärbt, die großen Augen dunkel geschminkt, gekleidet ist sie häufig schwarz. „Ich werde oft für einen Emo gehalten, aber das ist Unsinn.“ Der Begriff „Emo“ ist eine Abkürzung für „Emotional Hardcore“. Weltschmerzverliebtheit. Gefühlsübersteigerung als Programm. Darias Kleidungsstil hat damit nichts zu tun, er ist weder als Statement in Gefühlsdingen noch als Rebellion gedacht, es ist einfach ihr persönlicher Stil.

Hatiçe sagt: „Daria ist total lebenslustig, gelassen, aber auch tiefgründig und immer ein bisschen verpeilt. Sie hat keine Vorurteile und ist glücklich mit den kleinen Dingen, zum Beispiel, wenn man ihr ein Hanuta schenkt, freut sie ich total!“ Hatiçe, dezentes Make-up, lange, braune Haare, hat ein Faible für schöne Sprache (O-Ton Daria: „Hatiçe, du bist so Aristoteles!“). Sie ist das „Küken“ der Clique. Gleichzeitig besetzt sie die Rolle der Fürsorglichen. Hatiçe überblickt die Bedürfnislage. Wer hat Hunger, wem ist kalt, wessen Haare haben beim Essen etwas von der Spaghetti-Soße abbekommen. Wer benötigt Zuspruch. Wer Trost. Nichts entgeht Hatiçe. Sie sagt: „Ich würde für die anderen meine Leber spenden! Wir haben ausgemacht, wenn eine Krebs hätte, dann würden wir uns alle die Haare abschneiden und für den anderen eine Glatze tragen.“

Elif, perfekt geschminkt, ist die Coole, Starke, eine kluge Ratgeberin. Sie sagt: „Freundschaft bedeutet, immer für den anderen da zu sein und zuzuhören. Wir sind jetzt in der Phase, wo unsere Freundschaft am engsten ist. Früher gab es mehr Zickereien, aber die Zeit ist vorbei. Wir kritisieren uns auch, aber offen, nie hintenrum. Lästern wäre ein totaler Vertrauensbruch.“ Es wäre auch ein Vertrauensbruch, einem Jungen zu schreiben, den eine andere toll findet. Oder Intimes weiterzuerzählen. Loyalität ist ihr Freundschaftsfundament.

Sie sprechen eine Sprache

Dilara hat einen festen Freund, doch der Liebe wegen würde sie ihre Freundinnen nie vernachlässigen. Sie trägt gerne zerrissene Jeans, die in einem interessanten Kontrast zu ihrer Zartheit stehen. Ihre Freundinnen sagen, sie könne sich besonders tief hineinfühlen und mitleiden. Sie selbst sagt: „Wenn eine zum ersten Mal zum Frauenarzt geht, kommt jemand mit. Ich habe mir dieses Jahr mein erstes Tattoo stechen lassen, auf den Knöchel, den Namen meines kleinen Bruders in arabischer Schrift, auch da war ich nicht allein. Für mich wäre es schlimm, wenn ich manchmal kein Handy hätte, und ich könnte meinen Freundinnen nicht erzählen, was mich gerade beschäftigt.“

Christina, die Ruhige, pflichtet ihren Freundinnen bei: „Echte Freundschaft, dass ist das Gefühl, niemals allein zu sein.“ Und schließlich ist da Naila. Groß, ungeschminkt, offener Gesichtsausdruck. „Sie ist die ideale Freundin, die irgendwie immer alles richtig macht.“ Ein Jahr ist sie in Costa Rica gewesen und dort zur Schule gegangen. „Klar war ich mit der Clique weiter über WhatsApp in Kontakt, ich habe viel mitbekommen, was so passiert in der Clique und in der Schule, aber eben nicht alles. Ich hatte schon Angst, meine Freundinnen zu verlieren. Als ich zurückgekommen bin, haben sie mich vom Flughafen abgeholt, wir lagen uns in den Armen und haben alle geweint.“

Sie sprechen eine Sprache. Zum Beispiel das Wort „Azzlack“: „Mit ,Azzlack‘ meinen wir immer einen ganz bestimmten Typ von Junge: respektlos, mit weiter Jogginghose, assi Redensweise, oberflächlich, Goldkettchen. Azzlacks gibt es in allen sozialen Schichten, mit und ohne Migrationshintergrund.“

„Wenn wir zusammen sind, können wir so sein, wie wir wirklich sind“

Sie teilen ganz selbstverständlich: Essen, Kleider, Hausaufgaben. Was der einen gehört, gehört auch der anderen. „Keine protzt mit Geld. Wenn wir nach der Schule bei Rewe etwas zu essen kaufen, legen wir alle zusammen.“ Sie fragen nicht: „Wer geht zu Rewe?“ sondern: „Wer geht Rewe?“ oder „Geht ihr Rewe?“. Wollen sie wissen, wo der andere gerade ist, schreiben sie „Wo du?“. „,Wo bist du?‘ klingt irgendwie vorwurfsvoll, hart. Außerdem ist ,Wo du‘ schneller getippt“, sagen sie. Bei mindestens hundert WhatsApp-Nachrichten, die sie pro Tag schreiben, fällt es durchaus ins Gewicht, ob man die Sprache verknappt oder nicht.

Beinahe jeden Satz beginnen sie mit „Digga“, auch „Gönn dir“ sagen sie häufig. Ihre am häufigsten verwendeten Abkürzungen lauten: sturmi (sturmfrei), Hausi (Hausparty), kd (kein Ding), ka (keine Ahnung), kp (kein Plan), hdf (halt die Fresse), kb (kein Bock) und isso (ist so). Nur bei dem Wort „okay“ gelten andere Regeln. Abkürzungen wie „ok“ oder „k“ sind eine Abfuhr. „Nerv nicht“ bedeuten sie. Freundlich sind „okay“ und „okai“. Ohne Smiley zu schreiben löst ein mittleres Beben aus. Ist die Freundin beleidigt? Sauer? Schlecht gelaunt?

Sie schicken einander Fotos, auf denen sie „bescheuert“ aussehen, die sie niemandem sonst zeigen würden, niemals.Im Schulchor sind sie im Grunde nur, damit sie einmal im Jahr zusammen auf Chorfreizeit fahren können, vier Tage Zusammensein, Tag und Nacht. Weil Elif das letzte Mal keine Lust hatte, ihr Bett zu beziehen, hat sie im Bett von Dilara geschlafen – wobei, geschlafen haben sie sowieso kaum. „Wenn wir zusammen sind, können wir so sein, wie wir wirklich sind.“

Selbstbehauptung ist Routine geworden

Vom anderen erkannt zu werden, danach besteht eine große Sehnsucht, in Freundschaften wie in der Liebe. Hatiçe, Dilara, Elif, Daria, Naila, Christina erkennen einander. Von der Außenwelt aber fühlen sie sich verkannt: „Viele aus der Schule zum Beispiel halten uns für oberflächlich und arrogant und glauben, jeder verrät in unserer Clique jeden. Unsere Freundschaft sei nicht echt. Auch darüber, dass wir mit Jungs befreundet sind, wird oft gelästert.

Wenn eine aus der Clique irgendetwas anstellt oder negativ auffällt, dann fällt gleich auf uns alle ein schlechtes Licht. Kifft eine, sind gleich alle Junkies. Lernt eine von uns auf einer Party einen Typen kennen, heißt es, wir seien alle Schlampen. Selbst bei den Lehrern ist das so: Vermasselt eine eine Klassenarbeit, traut der Lehrer auch den anderen weniger zu. Wir haben das Gefühl, dass wir als eine Person wahrgenommen werden. Mittlerweile ist es uns egal, was andere über uns denken, aber früher, vor ein, zwei Jahren hat uns das genervt und auch verletzt. Warum denken manche so negativ über uns? Was strahlen wir aus? Sobald uns nämlich jemand näher kennenlernt, heißt es immer: ‚Ich dachte, ihr wärt ganz anders!‘“

Inzwischen haben sie gelernt, Vorurteile abzuwehren, die Selbstbehauptung ist zu einer Art Routine geworden. „Lehrer stehen auf Namen wie Charlotte oder Sophie. Heißt man Elif oder Hatiçe, trauen sie einem sofort viel weniger zu, nach dem Motto: ‚Das sind ja eh Ausländer.‘ Erzählt man Leuten, die man kennenlernt, man sei aus der Türkei, sind sie überrascht, dass man aufs Gymnasium geht. Darias Chemielehrerin hat einmal zu ihr gesagt: ‚Vom Aussehen her hätte ich gedacht, du seist nicht so gut, jetzt hast du mich aber positiv überrascht!‘“

Die größte Kränkung überhaupt

Die Clique ist ihre Burg. Eine Festung, in die sie sich vor den Zumutungen des Alltags zurückziehen – dem schulischen G8-Druck, dem Unverständnis der Eltern, die Sätze sagen wie: „Wenn du früh Sex hast, kriegst du früh Falten“, „Erst die Schule, dann die Liebe“ oder „Warum hast du nur eine 2- und keine glatte 2?“ „Wir sind am liebsten unter uns“, sagen sie. Im Rosengarten, am Mainufer oder bei einer von ihnen zu Hause.

Die Peergroup ist die wichtigste Sozialisationsagentur. Sie hilft beim Ordnen der Unordnung im adoleszenten Kopf, beim Zurechtkommen mit den verwirrenden Triebkräften, dem sexuellen Begehren, beim Finden der eigenen Identität, bei der Abnabelung von den Eltern und dem Wagnis der Weltentdeckung. Für die Eltern ist dieser Abnabelungsprozess ein Schlag ins Gesicht, er ist die größte Kränkung überhaupt.

Auch Hatiçe, Dilara, Elif, Daria, Naila, Christina kränken ihre Eltern. Sie rücken näher zusammen und weiter von zu Hause weg. Ihre Beziehungsarbeit steht nie still. Dazu gehört auch, dass sie Listen führen mit lustigen Sätzen, eine Ansammlung ihrer Versprecher, archiviert im Mobiltelefon: „Ich muss so Toilette, ich hab mein Seeschwimmer, das sieht tumblr aus, ich hab mich so gefrühstückt, ich esse an dich wenn ich denke.“ Ihre Mobiltelefone, auf denen sie auch zahllose Videos und Fotos voneinander, von gemeinsamen Erlebnissen, Partys, Geburtstagen, Ausflügen und so weiter gespeichert haben, sind ihre Freundschaftsalben, die sie auch deshalb so widerwillig aus der Hand legen, weil ständig etwas Neues hinzukommt. Alle sechs haben einen Instagram- und einen Tumblr-Account.

„Society killed the teenager“

Bei Tumblr posten sie Fotos und Videosequenzen, auf die sie beim Surfen im Netz gestoßen sind, die sie „perfekt, cool und irgendwie ideal“ finden, Vorlagen für Träumereien, ein Sehnsuchtskatalog. Man sieht Frauen mit atemberaubenden Körpern, muskulöse Männer, Sonnenuntergänge in der Karibik, zerwühlte Seidenbettlaken, große Brüste unter engen T-Shirts, lippenstiftverfärbte Zigarettenstummel, palmenbesäumte Straßen. Dazu Sprüche wie: „Your mind should be cold and your heart should be on fire“, „Wie viele Herzen hast du gebrochen, für ein Herz, das dir deins gebrochen hat?“, „Society killed the teenager“.

Bei Instagram laden sie Fotos von sich und der Clique hoch. Die Dokumentation ihrer gemeinsamen Geschichte stiftet Sicherheit, es stärkt das Zugehörigkeitsgefühl. Man kann den Niedergang des klassischen, liebevoll beschrifteten Fotoalbums betrauern, wobei: Wie oft blätterte (oder blättert) man tatsächlich darin?

Für Hatiçe, Dilara, Elif, Daria, Naila und Christina ist ein Fotoalbum ein Relikt aus analogen Zeiten. Die Gegenwart, das sind die merkwürdigen Blüten, die das digitale Zur-Schau-Stellen von Mädchenfreundschaften in sozialen Netzwerken treibt, wo gegenseitige Liebesschwüre zur Normalität geworden sind. „Fake-Leute“, finden die sechs. Mit dieser PR-Arbeit in Sachen Freundschaft, zu der bei der persönlichen Begegnung das theatralische Um-den-Hals-Fallen auf dem Pausenhof oder sonstwo ebenso wie das „Schatziiiiiiiiiii“-Geflöte gehört, können sie nichts anfangen. Nicht mehr.

Als Phänomen aber ist das dramatisierte Sozialverhalten nicht zu leugnen. Einerseits können mediale Freundschaftsversicherungen nicht leidenschaftlich genug ausfallen, anderseits kommen sie immer standardisierter daher. Martin Voigt spricht in seinem Buch „Mädchenfreundschaften unter dem Einfluss von Social Media“ vom „Kult um die beste Freundin“. Am intensivsten betreiben ihn Zwölf- bis Sechzehnjährige. „,Ich liebe Dich‘ ist eine der beliebtesten Beziehungsphrasen, die zwischen Beschwörung und Gruß tendieren.“

Den Himmel auf Erden holen

Natürlich versichern auch Hatiçe, Dilara, Elif, Daria, Naila und Christina einander ihrer Zuneigung, streicheln über den Kopf der anderen, weinen gemeinsam und sagen „Leute, ich liebe euch“. Ihre innigste, mit gespielter Empörung vorgetragene Liebeserklärung aber lautet anders: „Ihr seid so behindert, ich hasse euch!“

Was auch neu ist: die sichtbare, fast brutale Abstufung von Gefühlen. Wer fällt in welche Kategorie? Wer ist ABF (Aller Beste Freundin), wer nur BGF (Beste Gute Freunde), oder BF (Beste Freunde)? Wer BFF (Beste Freunde Für immer), und wer steht an der Spitze und ist ABFFL (Aller Beste Freunde Fürs Leben)? „Es gibt auch noch ABFFIUE, das heißt Aller Beste Freundin Für Immer Und Ewig“, sagt Naila. Früher seien sie auch ein bisschen so drauf gewesen, besonders Dilara. Heute lachen sie darüber und haken dieses Verhalten als eine kurze, unbedeutende Verwirrung ab.

Die Freundschaft zwischen Hatiçe, Dilara, Elif, Daria, Naila und Christina benötigt keine Werbung. Ihr inneres Band wird nicht reißen, auch nicht, wenn sie ihr Abitur in der Hand halten und sich ihre Wege trennen, sagen sie. Der drohende Abschied ängstigt sie trotzdem. „So eine Clique wie unsere werden wir nie wieder finden“, sagen sie. An diesem Abend aber, im Rosengarten, ihrem Revier, leben sie im Hier und Jetzt.

Als die Sonne untergeht und die Menschen aus den Büros nach Hause strömen, drehen sie die Musik lauter. Xavier Naidoo singt, und sie singen mit: „Alles kann besser werden / Holen wir uns den Himmel auf Erden / Alles soll besser werden / Holen wir uns den Himmel auf Erden / Und keiner muss sein Leben mehr gefährden / Einer der kostbarsten Schätze auf Erden.“ Genau das ist es, was sie versuchen: sich den Himmel auf Erden zu holen, zumindest ein bisschen. Sie finden, dass ihnen das schon ganz gut gelingt.

Das Buch

Der Text ist ein Auszug aus „15 sein. Was Jugendliche heute wirklich denken“, erschienen bei Hanser; 224 Seiten, 18,90 Euro.

Quelle: F.A.S.
Melanie Mühl
Redakteurin im Feuilleton.
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