Gefallener Hollywood-Mogul

Restaurantgast schlägt Weinstein ins Gesicht

Von Christiane Heil, Los Angeles
 - 17:25

Die Hoffnung des gefallenen Hollywood-Moguls Harvey Weinstein, sich trotz Missbrauchsvorwürfen durch etwa 90 Frauen wieder mit seiner Ehefrau Georgina Chapman zu versöhnen, hat sich zerschlagen. Drei Monate nach den ersten öffentlichen Vorwürfen soll sich die Modemacherin mit dem Fünfundsechzigjährigen auf eine Scheidungsvereinbarung geeinigt haben. Laut „New York Daily News“ überlässt Weinstein der Britin das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder India und Dashiell. Zudem zahlt er Chapman eine Abfindung in ungenannter Höhe.

Da die Einundvierzigjährige die Scheidung einige Wochen vor dem zehnten Hochzeitstag einreichte, erwartet sie laut Ehevertrag eine Summe von etwa 12 Millionen Dollar. Auch bei Unterhaltsforderungen seiner ersten Ehefrau Eve Chilton kommt Weinstein eher glimpflich davon. In der vergangenen Woche wies ein Gericht in New York Chiltons Klage auf Zahlung von weiteren fünf Millionen Dollar ab.

Chilton, die sich im Jahr 2004 nach 17 Ehejahren von Weinstein getrennt hatte, hatte ihre Anwälte eingeschaltet, da sie um künftige Überweisungen für die drei gemeinsamen Töchter fürchtete. Da Weinstein in den vergangenen Jahren aber immer pünktlich für Remy, Emma und Ruth zahlte, sah das Gericht keinen Grund für Chiltons Millionenforderung. Weinstein, der in Arizona seine angebliche Sex-Sucht behandeln lässt, musste aber auch einstecken: Bei einem Restaurantbesuch in Scottsdale wurde er am Dienstag von einem betrunkenen Gast beschimpft und ins Gesicht geschlagen. Auf eine Strafanzeige soll er verzichtet haben.

Unterdessen will der Oscar-Preisträger Michael Douglas nicht auf Missbrauchsvorwürfe warten. Nach Gerüchten über Recherchen des Branchenblatts „The Hollywood Reporter“ ließ der Schauspieler und Produzent jetzt über das Internetportal „deadline.com“ wissen, nie übergriffig geworden zu sein. Douglas hatte im Dezember von Anschuldigungen einer früheren Mitarbeiterin erfahren, vor der er Mitte der achtziger Jahre masturbiert haben soll. „Das ist eine Lüge. An diesem Vorwurf ist nichts dran“, sagte der Dreiundsiebzigjährige.

Bonfire Night
Harvey Weinstein wird verbrannt
© dpa, reuters

Auch die Behauptung der unbekannten Drehbuchautorin, er habe ihre Karriere nach dem Rauswurf durch abfällige Kommentare behindert, wies er zurück. „Ich bin stolz darauf, die Frauenbewegung zu unterstützen. Meine Mutter war eine Schauspielerin, und ich bin mit einer Schauspielerin verheiratet“, sagte Douglas. Der Darsteller nutzte die Gelegenheit auch, vor einer Hexenjagd durch die MeToo-Bewegung zu warnen. „Man wird beschuldigt, ohne sich vor einem Gericht verteidigen zu können. Es ist ein Albtraum“, schimpfte er.

Quelle: F.A.Z.
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