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Herzblatt-Geschichten

Dickmacher Donald Trump

Von Jörg Thomann
© dpa, F.A.S.
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Immer wieder sonntags: Wir liefern Ihnen die schönsten Ergüsse der Kollegen aus der Boulevardpresse!

Hat sich die Merkel jetzt also mit dem Trump getroffen und ein paar lustige Grimassen zu dessen blöden Sprüchen gemacht, ihre Hand zerdrückt hat er nicht, sondern sie für seine Verhältnisse offenbar recht korrekt behandelt. Und das ist die Schlagzeile, mit der Bild nun über die Begegnung berichtet: „So lief ihr erstes Mal“. Ja, hoho, gnihi, wenn ein männlicher Politiker auf einen weiblichen trifft, dann kann man ja nur auf schlüpfrige Gedanken kommen, und besonders apart wirkt so eine Zeile ja, wenn einer der Beteiligten von sich geprahlt hat, Frauen nach Lust und Laune zu begrabschen. Ist halt Boulevard, sagt man sich – und blickt auf die Worte, mit denen die seriösere Welt ihr Merkel-Trump-Titelbild unterschreibt: „Das erste Mal“. Noch irgendwelche seltsamen Phantasien, jemand?

Wobei man Trump eine gewisse Wirkung auf Frauen nicht absprechen kann. Allerdings ist es eine verheerende. „Alle fragen mich, wie ich das mit dem Abnehmen geschafft habe“, hat Schauspielerin Lena Dunham laut In gesagt. „Versuch’s mal mit erdrückendem Schmerz, totaler Verzweiflung und absoluter Hoffnungslosigkeit, dann wirst du auch abnehmen.“ Auslöser ihres Kummers: Trump. Bevor nun erste Frauenblätter für die „Trump-Diät“ werben: Es ist auch der gegenteilige Effekt bekannt. Barbra Streisand hat, wie Bunte berichtet, wegen Trump zugenommen: „Ich fange den Tag mit Gesundheitsdrinks an“, sagt sie, „aber nach den Morgennachrichten stopfe ich in Ahornsirup getränkte Pfannkuchen in mich hinein!“ Da kann man wohl nur zur Nachrichtendiät raten.

Lieblingsland Afrika

„Runder, lässiger, anders“ sieht, wie Bild unlängst feststellte, auch Linda de Mol aus, jedenfalls auf einem Foto, das die Moderatorin beim Gassigehen zeigte. „Wollmütze statt geföhnter Mähne, dicke Jacke statt Glitzerrobe“, rügten die Bild-Stilkritiker und zeigten zum Kontrast genüsslich ein Foto, auf dem de Mol 24 Jahre jünger ist. Das dürfte ihr eine Lehre sein, nur noch geföhnt und glitzernd mit dem Hund rauszugehen. Und dabei stets freundlich zu schauen, denn Bunte, die das Foto nun auch druckt, meckert: „Und wo ist ihr Lächeln?“ Vielleicht kehrt es ja jetzt zurück, wo Geert Wilders die Wahl in de Mols Heimat verloren hat. Womöglich purzeln nun auch ihre Kilos.

Laut BILD wird Linda De Mol „runder“. Auf dem Bild ist die damals junge Moderatorin beim Frühstück zu sehen.
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Bei Frauenkörpern genau hin schaut auch Das Goldene Blatt: „Lilly Becker (40) hat sich ihr Lieblingsland auf die Rippen tätowieren lassen“, schreibt es: „Dort prangt jetzt der Umriss des afrikanischen Kontinents.“ Womit wir immer noch nicht ihr Lieblingsland kennen, aber Das Goldene Blatt kennt halt auch nicht den Unterschied zwischen Land und Kontinent. Mit Florian Silbereisens neuem Landschafts-Tattoo, einem „XXL-Bild auf dem Unterarm“, befasst sich In: „Es könnte eine Art Lauf des Lebens sein. Der umgefallene Baum steht sicher für Hindernisse in seinem Leben. Und der Hirsch verdeutlicht seine Liebe zur Natur“, analysiert eine namentlich nicht genannte „Tattookünstlerin“. Vielleicht aber, In, steht der umgefallene Baum auch für die Trauer über das Papier, das dafür herhalten muss, damit Hirsche wie ihr solche Nichtigkeiten drucken könnt.

Ein Nationen spaltender Brief

„Helene & Florian – Jaaa! Sie haben es getan“, titelt Das Goldene Blatt, schmälert die Überzeugungskraft der Worte jedoch durch einen Konjunktiv: „Es wäre die schönste Nachricht des Jahres“. Weiter hinten steht: „Für viele Fans wäre es einfach die schönste Nachricht des Jahres, wenn es auch bei Florian und Helene heißen würde: Jaaa – sie haben es getan. Und haben endlich im Duett eine gemeinsame CD mit Liebesliedern aufgenommen.“ Haben sie aber nicht. Wenn wir die Zeile also berichtigen dürften: „Helene & Florian – Neiiin! Sie haben es nicht getan!“

Sportverrückt: Fitnesscoach Barbara Becker und Trainer James (the Beast) Wilson 2016 in Berlin. Auch Tattoos mögen beide.
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Titelstorys, abgekoppelt von jeglicher Wirklichkeit, sind auch eine Spezialität von Woche kompakt. „Ein Brief spaltet Deutschland“, schreibt das Heft neben einem Foto Helene Fischers. Verfasst hat besagten Brief Sven-Christian Güthlein, der Chefredakteur von Woche kompakt, als er Fischer in einem Februarheft vorhielt, sie sei „kein Star“. Ein Star nämlich „lässt vor allem die Öffentlichkeit und damit seine Fans mit lieben und leiden“, schrieb er und beschwerte sich, dass sie „mit juristischen Konsequenzen“ drohe, „wenn Ihnen ein Bericht über sie zu privat erscheint“. Ist ja auch fies, wenn Anwälte einen daran hindern, irre Helene-Fischer-Storys zu erfinden.

Birgit Schrowange will auf ihren Heimatplanet reisen

Nun nutzt Güthlein den eigenen Brief wieder für eine Titelgeschichte, indem er wütende Leserpost abdruckt: „Sie wollen Chefredakteur sein???? Völlige Fehlbesetzung!“, heißt es da, oder: „Armseliger Wichtigtuer und Groß-Kotz“. Das, Herr Güthlein, wirkt ja irgendwie recht selbstkritisch, dass Sie sich öffentlich beschimpfen lassen, nur: Wie genau verläuft denn die durch Ihren Brief ausgelöste vermeintliche Spaltung Deutschlands? Zwischen Ihnen und allen anderen?

Birgit Schrowange will Astronautin werden. In ersten wissenschaftlichen Foren wird darüber diskutiert, ob die braunhaarige Bobträgerin auf ihren Heimatplaneten Melmac zurückkehren will.
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Weit weg von hier, nämlich ins All, würde Birgit Schrowange gern reisen. „Ich habe sogar bereits ein Astronautentraining inklusive Parabel-Training absolviert. Das habe ich mal für meine Sendung gemacht“, sagt sie Bunte. Erst dachten wir, sie habe für ihre RTL-Moderationen geübt, wie man lehrhafte Gleichnisse erzählt, lasen dann aber nach, dass das Parabel-Training ein Flugmanöver beschreibt, welches das Gefühl von Schwerelosigkeit erzeugt. Es wäre uns auch neu gewesen, dass Schrowanges Texte voller Parabeln wären. Sie arbeitet ja lieber mit Ellipsen, Allegorien, Epiphrasen und ab und zu einem kecken Homöoprophoron.

Quelle: F.A.S.
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