FAZ plus ArtikelPunkband-Frontmann im Gespräch

Das wilde Herz von Feine Sahne Fischfilet

Von Jörg Thomann
 - 14:48
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Ein Stückchen ihres Ruhms hat Feine Sahne Fischfilet Heiko Maas zu verdanken. Der damalige Justizminister hatte der Band im Sommer 2016 im Internet für ihren Einsatz gegen den Rechtsextremismus gedankt. Empörung und Spott waren die Folge: Dankte der Minister da einer Band mit linksextremistischer Gesinnung, die mehrfach im Verfassungsschutzbericht Mecklenburg-Vorpommerns aufgetaucht war? Zu allem Unglück bekam Maas seine Dankesworte auch von der Band selbst um die Ohren gehauen: Es sei schon komisch, wenn sich plötzlich Politiker zu Wort meldeten, die zuvor „gewisse Landstriche völlig aufgegeben“ hätten.

Pflegeleicht sind sie nicht, die Musiker von Feine Sahne Fischfilet, und vielleicht sind sie auch deshalb immer populärer geworden. Ihr neues Album „Sturm & Dreck“ stieg im Januar auf Platz drei in die Charts ein, mit einer brachial-fröhlichen Mischung aus Punk, Rock, Ska und Stimmungsmusik, die um Themen wie Freundschaft, Familie, Politik, Alkohol und den unverhofften Erfolg kreist: „Ich kann immer noch nicht sing’ und spiel jetzt bei Rock am Ring“, tönt Frontmann Jan „Monchi“ Gorkow. Der Dokumentarfilm „Wildes Herz“, der am Donnerstag in die Kinos kommt, dürfte den Ruhm noch mehren: Der Schauspieler Charly Hübner, der selbst aus Mecklenburg-Vorpommern, nämlich aus Neustrelitz stammt, und sein Ko-Regisseur Sebastian Schultz haben Feine Sahne Fischfilet mehr als drei Jahre begleitet, auf Tour und beim Kampf gegen den Rechtsradikalismus, der in Teilen ihres Bundeslandes längst zum Mainstream gehört.

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Quelle: F.A.S.
Jörg Thomann
Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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