Geldsegen aus Amerika

Seniorin will 22 Millionen Dollar an den Kölner Zoo vererben

Von Reiner Burger
 - 15:17

Die Liebe der Kölner zu Köln währt ewig. Selbst wenn ein Kölner schon lange nicht mehr in Köln lebt, bleibt er seiner Stadt doch innig verbunden. So wie Elizabeth Reichert, eine 93 Jahre alte Dame aus der Nähe von Philadelphia, die ihre Verbundenheit mit ihrer alten Heimat nun auf ungewöhnliche Weise zum Ausdruckt bringt – mit sehr viel Geld für den Kölner Zoo.

Reichert war nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem Mann Arnulf in die Vereinigten Staaten ausgewandert, fühlte sich aber stets als ein kölsches Kind. Weil ihr Mann das ebenso empfunden habe, sei es für sie immer klar gewesen, eines Tages mit ihrem Vermögen in Köln Gutes zu bewirken. „Wir haben Köln nie vergessen.“

Den Zoo mit den mittlerweile 22 Millionen Dollar zu bedenken, sei Arnulfs Idee gewesen, sagte die alte Dame nun dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Beim Zoo sei das Geld gut angelegt, habe ihr 1998 gestorbener Arnulf gesagt. Als Kind sei sie zwar nicht so oft im Zoo gewesen. „Aber der ist doch für die Stadt so wichtig wie der Kölner Dom.“

Ihr Vermögen machten sie mit einem Haustier-Großhandel

Elizabeth Reichert lernte ihren späteren Mann 1944 unter widrigsten Umständen kennen – als Jude war er zu einem Leben im Untergrund gezwungen. „Wir waren zwei arme Kölner Kinder.“ Nach dem Krieg versuchte das Paar zunächst in Israel sein Glück. Später begannen die kinderlosen Reicherts in Amerika noch einmal ganz vor vorne. Ihr Vermögen machten sie schließlich mit einem Großhandel für Haustiere und Haustierbedarf.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Reicherts den Zoologischen Garten beschenken. Als sie 1954 zu Besuch in Köln waren, vermachten sie dem Zoo eine Weichschildkröte im Wert von 50 Mark, wie aus Unterlagen des Unternehmens-Archivs hervorgeht. Für ihren millionenschwere Schenkung hat Elizabeth Reichert nun eine Stiftung namens „Arnulf Reichert Foundation“ eingerichtet, die von einem amerikanischen Finanzberater und vom Kölner Zoo-Vorstand verwaltet wird.

Das hat zwei Vorteile. Zum einen konnte die erfahrene Geschäftsfrau in den Statuten festlegen, dass die (wie offensichtlich selbst in Amerika bekannt) klamme Stadt Köln ihren Zoo-Zuschuss nicht unter Verweis auf die Stiftung kürzen darf. Zum anderen ist so sichergestellt, dass lediglich die jährlichen Erträge von rund einer Million Euro ausgegeben werden. Schließlich solle der Kölner Zoo ja „ewig“ von dem Geld profitieren, wie Reichert dem „Stadt-Anzeiger“ sagte.

Quelle: F.A.Z.
Reiner Burger - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Reiner Burger
Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.
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