FAZ plus Artikel„Hochzeit des Jahres“

Warum Meghan Markle nicht allen Briten passt

Von Jochen Buchsteiner, London
 - 12:22
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Pomp und Reform – diese Hochzeitsmischung muss einem erst einmal gelingen. Traditionalisten wird es an nichts fehlen, wenn „Harry & Meghan“ am kommenden Samstag in der St George’s Chapel vom Erzbischof von Canterbury getraut werden und danach mit der Kutsche durchs geschmückte Windsor fahren. Das Paar, das sich gerne progressiv präsentiert, will aber auch die Modernisierer begeistern: Zu den 600 offiziellen Gästen sind 1200 Leute „aus dem Volk“ geladen, die Braut plant, entgegen den royalen Gepflogenheiten eine Rede zu halten, und der Hochzeitskuchen wird mit Bio-Zitronen gebacken.

Wenn die britische Königsfamilie das Ziel verfolgt, die Nation nicht nur zu repräsentieren, sondern gleichsam abzubilden, ist die „Hochzeit des Jahres“, also die Aufnahme Meghan Markles in den Windsor-Clan, ein überaus geschickter Zug. Markle ist alles, was die Familie bisher nicht war: nicht englisch, nicht weiß, nicht protestantisch, nicht gediegen. In dieser Negation soll Markle als Angebot zur Einbindung, zur „Inklusion“ verstanden werden. Würden die Royals den gesellschaftlichen Entwicklungen nicht verlässlich hinterherhinken, könnte man beinahe sagen: Sie gehen mit der Zeit.

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Quelle: F.A.S.
Jochen Buchsteiner
Politischer Korrespondent in London.
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