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Mit 16 Jahren

Schüler will Gouverneur von Kansas werden

Von Julia Anton
© Screenshot / Youtube, FAZ.NET

Ein 16 Jahre alter Schüler will jüngster Gouverneur der amerikanischen Geschichte werden. Jack Bergeson möchte bei der Wahl im Bundesstaat Kansas für die Demokratische Partei ins Rennen gehen. Als sein Vize bewirbt sich sein ein Jahr älterer Mitschüler Alexander Cline. Beide besuchen momentan die High School in Wichita, der größten Stadt in Kansas.

Bergeson schreibt auf seiner Homepage, dass er schon immer für ein offizielles Amt kandidieren wollte. Er sei großer Fan von Bernie Sanders. Nachdem er herausgefunden habe, dass es keine Altersbegrenzung gibt, habe er sich gedacht: „Warum warten?“ In Kansas gibt es keinerlei Voraussetzungen für die Kandidatur, das bestätigte auch der Leiter der Wahlbehörde. Den Entschluss fasste Bergeson bereits im vergangenen Jahr, nun wird es allmählich ernst.

Sein junges Alter sieht er als Vorteil

„Ich mache das, um den Leuten eine Chance zu geben“, sagte Bergeson zu einer lokalen Zeitung. „Es geht nicht darum, ob ich gewinne oder verliere, sondern um eine zusätzliche Option.“ Ihr junges Alter interpretiert das Schüler-Duo als Vorteil: Sie würden sich an neue Lösungen für alte Probleme heranwagen und junge Leute an die Politik heranführen.

Auf seiner Homepage hat Bergeson auch schon seine ehrgeizigen Pläne veröffentlicht, die er angehen möchte, sollte er gewählt werden: Das Gesundheitssystem möchte er radikal verändern. Außerdem möchte er den Mindestlohn von 7,25 Dollar auf mindestens zwölf Dollar anheben und verspricht eine Gehaltserhöhung für Lehrer. Das werde vermutlich eine Steuererhöhung mit sich ziehen, räumt der Schüler ein. Wie hoch genau, weiß er noch nicht. Sie solle aber vor allem diejenigen mit einem Einkommen von über 250.000 Dollar im Jahr betreffen. Im Gegensatz zu seiner demokratischen Partei befürworten er und sein Vize außerdem das Tragen von Waffen. Auch eine Legalisierung von Marihuana zum medizinischen Gebrauch steht auf seiner Agenda.

Schlagfertiger Auftritt bei Jimmy Kimmel

Seine Kandidatur hat ihm schon eine Einladung in die Late-Night-Show von Jimmy Kimmel eingebracht, wo er sich schlagfertig den Fragen des Moderators stellte. Kimmel wollte unter anderem wissen, ob Bergesons Eltern mit ihm in die Kansas State Mansion umziehen würden, sollte er gewinnen. „Ich werde auf jeden Fall dorthin umziehen, aber was meine Eltern tun werden, weiß ich nicht“, antwortete der Schüler. Außerdem verriet er, dass er momentan noch nach der Schule im Burgerladen seiner Familie jobbt.

Einen Nachteil hat der junge Kandidat aber im Gegensatz zu seinen Konkurrenten: Bergeson darf sich zwar zur Wahl stellen, aber sich selbst nicht wählen. Das Wahlrecht in Kansas sieht nämlich ein Mindestalter von 18 Jahren vor. Fraglich ist außerdem, ob er in der Vorwahl das Rennen macht. Ebenfalls für die Demokratische Partei kandidieren wollen der Physiker Arden Andersen, Carl Brewer, Bürgermeister von Bergesons Heimatstadt Wichita, und Josh Svaty, der Landwirtschaftsminister von Kansas.

Die haben alle schon etwas mehr Erfahrung als der High-School-Schüler – aber vielleicht kann er die Wähler dennoch von sich überzeugen. Konkurrenz vom amtierenden Gouverneur hat er nicht. Der Republikaner Sam Brownback kann nach zwei Amtszeiten nicht wieder gewählt werden. Dafür hat Bergeson schon erste Unterstützer: Nach eigenen Angaben hat er bereits 1300 Dollar für seine Kampagne gesammelt. Und schließlich ist Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Quelle: FAZ.NET
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