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Nachruf auf Kate Spade

Trauer in Grasgrün

Von Jennifer Wiebking
 - 12:27

In den Vereinigten Staaten ist sie so gut wie jeder Frau ein Begriff, in Europa zumindest jenen, die mal einen Fuß in ein amerikanisches Kaufhaus gesetzt haben. Denn nicht umsonst hatte Kate Spade, vor allem mit ihren Handtaschen, dort ihren Platz gefunden. Sie waren so praktisch, dass Generationen von jungen Frauen damit erwachsen werden konnten, und wenn sie das schon waren, legten sie diese Modelle trotzdem selten ab. Denn Kate Spades Entwürfe waren zugleich in so fröhlichen Farben gehalten, dass ihre Kundinnen bei allem Ernst des Lebens damit Optimismus über der Schulter trugen.

Kate Spade selbst, so schien es lange Zeit, hatte kein Problem damit, diesen Optimismus auch zu schultern. Ganz im Gegenteil, die Marke hatte sie innerhalb von wenigen Jahren, ab 1992, auf beneidenswert mühelose Weise um ihr eigenes Leben herum aufgebaut, ohne dabei ihre Fröhlichkeit zu verlieren. Jetzt ist die Designerin tot, ihre Haushälterin fand sie am Dienstagmorgen in ihrer Wohnung. Im Alter von 55 Jahren soll sie sich, so sieht es aktuell aus, das Leben genommen haben. Sie hinterlässt eine 13 Jahre alte Tochter und ihren Ehemann, Andy Spade, der einst den Einfall für das Label hatte.

Kate Spade war für viele ihrer Kundinnen ein Vorbild

Damals, in den frühen Neunzigern, war das Paar noch nicht verheiratet, lebte in New York, sie arbeitete als Redakteurin bei der Zeitschrift „Mademoiselle“. Er schlug ihr vor, doch Handtaschen zu entwerfen. Sie antwortete, das sei nicht so einfach, und er entgegnete, das verstehe er nicht. Also begannen sie zusammen, mit ihrem Vornamen, und seinem Nachnamen. Mit Kate Spade richteten sie sich fortan aber nicht nur an die Menschen an Ost- und Westküste der Vereinigten Staaten. Katherine Noel Brosnahan, so ihr Mädchenname, denn sie war am 24. Dezember des Jahres 1962 geboren, und Andy Spade trafen mit ihrem Konzept einer fröhlichen Marken auch bei Frauen fernab der Metropolen einen Nerv.

Sie selbst kam aus Kansas City, Missouri, hatte in Arizona Journalismus studiert und war erst dann nach New York gezogen, mit ihrem Freund, den sie seit dem Studium kannte. Trotzdem stand vor allem sie mit den erschwinglichen Luxusgütern, neben Taschen kamen später Bekleidung, Parfums, Uhren, Dekoartikel dazu, für diese Marke. Denn sie, so sehr Unternehmerin wie Ehefrau, das thematisierte sie auch in diversen Büchern, war ihren Kundinnen damit ein schönes Vorbild. Julia Roberts trug diese Taschen, in der New Yorker Kultserie „Sex and the City“ waren es Requisiten. 1996 stieg die Kaufhauskette Neiman Marcus ein, die zwei Gründer blieben zunächst an Bord. Erst 2007 verkauften die Spades ihre Anteile und verließen das Unternehmen.

Seitdem hat die Marke Kate Spade mehrmals den Besitzer gewechselt und gehört jetzt, wie die amerikanischen Marken Coach und Stuart Weitzman, zu Tapestry Inc. Die Spades wurden Eltern und kümmerten sich fortan um die Familie. 2015 gründeten sie eine neue Marke Frances Valentine, mit Taschen aus geflochtenem Korb und Schuhen mit Pompons, mit fröhlichen Accessoires in Pink, Gelb, Grasgrün. Sie liebe Kelly Green, ein besonders sattes Grün, sagte sie einmal in einem Interview. Für sie sei es eine neutrale Farbe. Das Kate-Spade-Farbgefühl eben. Denn Optimismus war ja eigentlich die Stärke dieser Frau.


Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – mit anderen Menschen über Ihre Gedanken sprechen können.

Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222.
Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist nicht nur kostenfrei, er taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis.

Ebenfalls von der Telefonseelsorge kommt das Angebot eines Hilfe-Chats. Die Anmeldung erfolgt auf der Webseite der Telefonseelsorge. Den Chatraum kann man auch ohne vereinbarten Termin betreten, mit etwas Glück ist ein Berater frei. In jedem Fall klappt es mit einem gebuchten Termin.

Das dritte Angebot der Telefonseelsorge ist die Möglichkeit der E-Mail-Beratung. Auf der Seite der Telefonseelsorge melden Sie sich an und können Ihre Nachrichten schreiben und Antworten der Berater lesen. So taucht der E-Mail-Verkehr nicht in Ihren normalen Postfächern auf.

Quelle: FAZ.NET
Jennifer Wiebking
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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