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Prince

Rezepte aus vier Apotheken

Von Christiane Heil, Los Angeles
© AFP, F.A.Z.

Der amerikanische Sänger Prince soll kurz vor seinem Tod geplant haben, sich wegen Medikamentensucht in Kalifornien behandeln zu lassen. Bekannte des Grammy-Preisträgers nahmen wenige Stunden vor dem Zusammenbruch des Siebenundfünfzigjährigen am 21. April angeblich Kontakt zu dem kalifornischen Suchtfachmann Howard Kornfeld auf, um eine Therapie zu besprechen. Wegen Terminschwierigkeiten habe Kornfeld seinen Sohn Andrew Kornfeld zu Prince’ Anwesen Paisley Park im Bundesstaat Minnesota geschickt. Der Medizinstudent kam aber zu spät. Als er am Morgen des 21. April Paisley Park in Chanhassen erreichte, entdeckten er und zwei von Prince’ Mitarbeitern den leblosen Körper des Sängers in einem Fahrstuhl der Villa. Kornfeld alarmierte die Rettungskräfte. „Howard Kornfelds wollte Prince’ Gesundheitszustand feststellen und eine Behandlung festlegen“, sagte William Mauzy, der Anwalt der Familie Kornfeld, der Zeitung „Star Tribune“ am Mittwoch. Kornfeld, der im kalifornischen Mill Valley die Klinik „Recovery Without Walls“ betreibt, gilt als Fachmann für Opiatabhängigkeit.

Schon eine Woche vor Prince’ Tod waren Gerüchte über eine Medikamentensucht des „Purple Rain“-Sängers laut geworden. Damals musste sein Privatjet auf dem Rückflug von Atlanta (Georgia) nur etwa 40 Minuten vor Minneapolis in Illinois landen. Angeblich gaben ihm die Ärzte eine „Rettungsspritze“, weil er eine Überdosis des Schmerzmittels Percocet zu sich genommen hatte. Prince soll daraufhin während des Flugs das Bewusstsein verloren haben. Amerikanische Medien berichteten später, der streng religiöse Musiker sei nach einer Hüftoperation vor etwa sechs Jahren süchtig geworden.

Zwei inzwischen gestorbene Halbgeschwister des Sängers sollen einem Rechtsanwalt dagegen erzählt haben, dass Prince auch nach Auftritten zu Schmerzmitteln griff, um sich zu entspannen. „Duane Nelson hat mir gesagt, dass er gesehen hat, wie Prince die Medikamente nahm. Er hat auch Percocet für ihn besorgt“, fasste Michael Padden die Gespräche mit Prince’ Halbbruder und Mitarbeiter Duane Nelson für den Sender CNN zusammen. Die Justizbehörden in Minnesota ermitteln nun gemeinsam mit der Drogenbekämpfungsbehörde. Offenbar löste Prince in den Tagen vor seinem Tod in mindestens vier Apotheken in Chanhassen Rezepte ein. Die Umstände seines Todes erinnern viele Fans an das „Doctor shopping“ des verstorbenen Popidols Michael Jackson. Jackson ließ sich in den letzten Lebensjahren Rezepte unter Phantasienamen ausstellen oder bat Mitglieder seiner Entourage, unter ihrem Namen Rezepte für ihn zu holen.

Quelle: F.A.Z.
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