Prinz Philip

Es war ihm eine Ehre

Von Jochen Buchsteiner
 - 18:20
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War es das wirklich? Am Mittwoch nahm Prinz Philip seinen letzten offiziellen Auftritt als Vertreter des britischen Königshauses wahr. Von nun an ist er Rentner. Es wird kein Zufall sein, dass der 96 Jahre alte Weltkriegsveteran die Ehre den Royal Marines zuteilwerden ließ. Der Anlass war gleichwohl denkbar zivil. Die Marine-Infantristen hielten eine Parade vor dem Buckingham-Palast ab, nachdem sie eine Strecke von mehr als 2000 Kilometern zurückgelegt hatten, um Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln.

Exakt 22.219 „Solo-Auftritte“ haben die Buchhalter des Hauses Windsor gezählt, seit Prinz Philip 1952 das „Amt“ als Ehemann der britischen Königin übernahm. Andere Statistiker berichten von 5496 Reden und 637 Dienstreisen in den vergangenen 65 Jahren. Auch jene, die der Prinzgemahl mit seinen politisch unkorrekten Äußerungen und Gesten zuweilen empörte, werden ein Stück Farbe vermissen, wenn sie den „weltbesten Plakettenenthüller“ (Philip über Philip) fortan nur noch im Hintergrund erleben dürfen. Nur zu ausgewählten Gelegenheiten will der Herzog von Edinburgh in Zukunft noch auftreten. Noch gehört er – als Schirmherr, Vorsitzender oder einfaches Mitglied – 780 Organisationen an. Der Herzog hatte seine Entscheidung im Mai bekanntgegeben. Zuvor hatte sich die Öffentlichkeit um seine Gesundheit gesorgt.

Aber dieser Tage wirkt Philip wieder erfreulich robust. Das gilt in gleicher Weise für die fünf Jahre jüngere Königin, die ihr offizielles Programm im alten Umfang fortführen will. Auf den trockenen Humor ihres Ehemanns wird sie auch in Zukunft nicht verzichten müssen. Der antwortete kürzlich auf die Frage eines Palastgastes, wie er denn so auf den bevorstehenden Ruhestand blicke, mit den Worten: „Ich entdecke gerade, wie es ist, in den letzten Zügen zu liegen.“

Royals
Prinz Philip verabschiedet sich in die Rente
© AFP, reuters
Quelle: F.A.Z.
Jochen Buchsteiner - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jochen Buchsteiner
Politischer Korrespondent in London.
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