FAZ plus ArtikelHype um Teenie-Zeit

Die schlimme, krasse, beinharte Pubertät

Von Anke Schipp
 - 13:20

Wenn man auf einer Party Aufmerksamkeit erregen will, muss man nur sagen: „Meine Tochter ist in der Pubertät.“ Sofort hat man jede Menge Zuhörer, die mit einem leichten Gruseln den Geschichten aus dem Alltag lauschen, so dass man sich vorkommt wie Shelley Duvall, die an der Seite von Jack Nicholson in „Shining“ eben noch dachte, alles sei in Ordnung, und plötzlich erlebt, wie der Alltag zum Horror und der Mensch, den sie liebt, zum Monster wird.

Pubertät ist in Mode. Die schlimme, die krasse, die beinharte Pubertät, die, bei der man froh sein kann, wenn man sie überlebt. Zur Pubertät gibt es so viele Ratgeber wie zu Heuschnupfen, Steuererklärungen oder Depressionen, also Dingen, die unangenehm sind. Zur Pubertät gibt es Filme, Comics, Witze und jede Menge Bücher. Sucht man bei Amazon nach „Pubertät“, werden 179 Werke angezeigt. Die Invasion der Pubertiere begann vor vier Jahren, als der Journalist und Autor Jan Weiler mit seinem Buch „Pubertier“ einen Bestseller landete. Seitdem hat das Thema Konjunktur. Allein in diesem Frühjahr sind drei Bücher erschienen, die sich mit dem Teenageralter beschäftigen, und es werden nicht die letzten gewesen sein.

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Pubertäts-Lektüre

Allein drei Bücher zur Pubertät sind in diesem Frühjahr erschienen.

Mit Humor nimmt es Comedian Matthias Jung in „Chill mal! Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig“ (Edel Books, 16,95 Euro).

Realistisch sieht die Sache Elisabeth Raffauf in „Die tun nichts, die liegen da und wachsen. Was in der Pubertät hilft“ (Patmos Verlag, 18 Euro).

Mit viel Optimismus versucht Maja Overbeck, die Pubertät ihres Sohnes zu betrachten: „I love Teens. Wie es Spaß macht, unsere Kinder durch die Pubertät zu begleiten“ (Piper Verlag, 17 Euro).

Quelle: F.A.S.
Anke Schipp
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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