Filmproduzentin über #MeToo

Regina Ziegler fordert mehr Ächtung der Sexisten

 - 12:58

Die Produzentin Regina Ziegler fordert die öffentliche Ächtung von Regisseuren und anderen einflussreichen Männern in der Film- und Fernsehbranche, die ihre Macht gegenüber Frauen missbrauchen. Wie sie in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) zur aktuellen „MeToo“-Debatte schreibt, hält die erfahrenste Produzentin Deutschlands solche Abschreckung für notwendig.

Dabei bezieht sie sich nicht nur auf sexuelle Übergriffe, sondern auch auf Psychoterror und Mobbing. Die 73-Jährige hat nach eigenen Angaben in mehr als vier Jahrzehnten als Produzentin drei Fälle erlebt, bei einem war sie selbst betroffen. Sie zeigt sich überrascht und entsetzt über das Ausmaß der Vorfälle, die zurzeit ans Licht kommen.

„Die Höchststrafe für Machtmenschen, die missbrauchen in der Erwartung, dass alles im Dunkeln bleibt, ist in meinen Augen, ihnen ihre Macht zu nehmen. Man muss sie in den Stand totaler Ohnmacht versetzen“, schreibt sie in der F.A.S. „Das geschieht zum Beispiel durch öffentliche Ächtung.“

Regina Ziegler plädiert außerdem für Vertrauenspersonen in den Produktionshäusern, damit Fälle sexueller Gewalt künftig schneller aufgedeckt werden – „nicht per Gesetz verordnet, sondern aus schierer Vernunft eingerichtet“.

Die Produzentin grenzt sich in ihrem Beitrag für die F.A.S. deutlich von dem offenen Brief ab, mit dem sich hundert Französinnen in dieser Woche gegen die „Me too“-Kampagne gewandt haben.

„Ich rede nicht, wie die prominenten französischen Frauen, von männlichen Schubsern in der U-Bahn oder von harmlosen Flirts im Urlaub. Wovon ich rede, das sind die Fälle einer widerwärtigen Beziehung von Machtmissbrauch und Sexualität.“

Quelle: FAZ.NET
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