Who‛s who?

von PETER-PHILIPP SCHMITT

13.02.2017 · Sie wurden 1968 geboren und fingen ganz klein an. Wir haben Prominente um Kinderbilder gebeten. Aber welches Foto gehört zu welchem Erwachsenen? Schauen Sie, wer hinter den Bildern steckt.

18Foto: interTOPICS/Horst GaluschkaDJ BOBO

Peter René Baumann, bekannt als DJ BoBo, ist unüberhörbar Schweizer. Angefangen hat er 1985 als Diskjockey im Jugendhaus Tuchlaube in Aarau, wenige Kilometer von dem Ort entfernt, in dem er am 5. Januar 1968 zur Welt gekommen ist: in Kölliken im Kanton Aargau. Seinen Künstlernamen verdankt er der Comicfigur „BoBo“, einem Häftling, dem es nicht gelingen will, aus der Strafanstalt Riegelfest auszubrechen. Seit den Neunzigern ist der Sänger, Komponist und Musikproduzent mit seiner Mischung aus Pop und Dancefloor der bekannteste Künstler der Schweiz. Zehn Mal wurde der gelernte Bäcker und Konditor mit dem World Music Award als „The World‛s Best Selling Swiss Recording Artist“ ausgezeichnet. 2019 steht seine nächste große Konzert-Tournee an.

17Foto: epdMORITZ KNIGGE

„Der Knigge zu sein ist herrlich. Ich werde so höflich behandelt, wie es sich die meisten wünschen.“ Es gibt Familiennamen, denen kann man nicht entkommen. Duden zum Beispiel oder eben auch Knigge. Moritz Freiherr Knigge ist ein Nachfahre des Aufklärers Freiherr Adolph Knigge (1752 bis 1796), der sich in seinem Hauptwerk „Über den Umgang mit Menschen“ mit „guten Umgangsformen“ beschäftigte. Das hat sich auch Moritz Freiherr Knigge, der am 7. Oktober 1968 in Hannover zur Welt kam und wie sein Urahn auf dem Rittergut Bredenbeck aufwuchs, zur Aufgabe gemacht. Er schreibt Bücher („Mensch bleiben – Wie wir besser miteinander klarkommen“), gibt Seminare und steht auf der Bühne – etwa mit dem Comedy-Programm „Who the fuck is Knigge“.

16Foto: ImagoPATRICK BACH

Erst 13 Jahre alt war Patrick Bach, als er als Silas in ganz Deutschland bekannt wurde. Die Geschichte von dem kleinen Jungen, der an einen Wanderzirkus verkauft wurde und sich durchs Leben schlagen muss, war 1981 die dritte Weihnachtsserie des ZDF. 1982 bekam Bach für „Silas“ seinen ersten Bambi, einen zweiten 1994 als einer der Hauptdarsteller der Fernsehserie „Nicht von schlechten Eltern“. Doch der am 30. März 1968 in Hamburg geborene Schauspieler steht nicht nur vor der Kamera und auf der Bühne, etwa bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg. Bach ist auch Synchronsprecher. Kaum jemand weiß, dass er die deutsche Stimme von Sean Astin als Hobbit Samweis Gamdschie in der „Herr-der-Ringe“-Verfilmung von Regisseur Peter Jackson war.

15Foto: ImagoMICHAEL STICH

Sein größter Erfolg war der Sieg in Wimbledon. Das Finale 1991 ausgerechnet gegen seinen Dauer-Rivalen Boris Becker ging allein schon deshalb in die Tennisgeschichte ein, weil zwei Deutsche das Endspiel bestritten. Ein Jahr später gewannen die beiden dann gemeinsam olympisches Gold im Doppel. Stich, der am 18. Oktober 1968 in Pinneberg geboren wurde, war international nicht so erfolgreich wie der ein Jahr ältere Boris Becker. Dafür setzte er sich aber schon während seiner aktiven Zeit als Profi-Tennisspieler für HIV-Infizierte, HIV-Betroffene und an Aids erkrankte Kinder ein. 1994, drei Jahre, bevor er seine Karriere beendete, gründete er die nach ihm benannte Stiftung. Für sein Engagement bekam er unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande.

13Foto: ImagoTHOMAS D

Er ist der gute Mensch vom Bauernhof, der „KuhKZs“ geißelt und sich für die Tierrechtsorganisation Peta einsetzt. Der jungen Generation ist der überzeugte Veganer wohl eher als Erkläronkel im Fernsehen bekannt, moderiert er doch in der ARD die Sendung „Wissen vor acht – Natur“, in der es um unsere Umwelt, Pflanzen und Tiere geht. Zugleich war Thomas D, der am 30. Dezember 1968 in Ditzingen bei Stuttgart als Thomas Dürr zur Welt kam, einer der ersten HipHopper Deutschlands. Vor fast 30 Jahren war er Mitgründer der Fantastischen Vier. Mit der Band ist der gelernte Friseur noch immer erfolgreich. Das nächste Album, insgesamt das zehnte Studioalbum, steht kurz vor der Veröffentlichung: „Captain Fantastic“ soll Ende April erscheinen.

12Foto: ddpFRANK SCHÄFFLER

2010 war sein Jahr: Aus dem weitgehend unbekannten FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler wurde einer der Hauptkritiker des „Euro-Rettungsschirms“ der Regierung Merkel. Dabei stellte er sich auch gegen seine Parteifreunde, schließlich führte die Kanzlerin eine schwarz-gelbe Regierung an. „Nicht mit unserem Geld!“ hieß sein zur Schuldenkrise Griechenlands passendes Buch. Als es 2014 erschien, war Schäffler, geboren am 22. Dezember 1968 in Schwäbisch Gmünd, schon nicht mehr im Bundestag, weil die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war. Seit dem Herbst sitzt der Diplom-Betriebswirt, der sich als „konsequent liberal“ bezeichnet, wieder für seine Partei im Deutschen Bundestag. Und wieder ist er Mitglied im Finanzausschuss.

11Foto: ImagoBJARNE MÄDEL

Seine schönste Rolle derzeit ist „Schotty“, der beim Beseitigen von Blut und Leichenteilen die absurdesten Abenteuer erlebt und bisweilen am Ort des jeweiligen Verbrechens sogar auf den noch unentdeckten Mörder trifft. Paraderollen hat Bjarne Mädel allerdings viele: Da gibt es den besagten Heiko „Schotty“ Schott in „Der Tatortreiniger“, aber auch den leicht dusseligen Polizisten Dietmar Donatus Schäffer, genannt „Bärchen“, aus der Krimiserie „Mord mit Aussicht“. Und dann war da noch der Elektro-Fachverkäufer Rüdiger Bunz in der Fernsehserie „Der kleine Mann“. Großartig! Mädel, der am 12. März 1968 in Hamburg zur Welt kam, gibt gerne den charmanten Verlierer. Und ist doch vom Erfolg verwöhnt. Ganz anders sein Lieblings-Fußballverein: der HSV.

10Foto: action pressVERONA POOTH

Das Schimpfwort Luder, das damals in Mode war, hat sie gut verkraftet; 2001 gehörte das Wort „Luderliga“ sogar zu den „Wörtern des Jahres“. Verona Feldbusch begann ihre Karriere als Model, war Miss Hamburg und Miss Intercontinental World, moderierte zeitweise ihre eigene Fernseherotikshow („Peep!“) und Late-Night-Comedytalkshow („Veronas Welt“), drehte mehrere Filme („Heirate mir!“) und wurde besonders als sprachverdrehende Werbe-Ikone („Da werden Sie geholfen!“) berühmt. Inzwischen ist es ruhiger um die Mutter zweier Söhne geworden, die – seit ihrer Heirat mit Franjo Pooth – Verona Pooth heißt. Auch wenn sie in Hamburg aufgewachsen ist: Geboren wurde sie vor fast 50 Jahren in der Heimat ihrer Mutter, am 30. April 1968 in La Paz in Bolivien.

9Foto: POP-EYEAXEL SCHULZ

In den Neunzigern gab es in Deutschland einen Box-Boom. Henry Maske und Axel Schulz, die beide aus der DDR stammten, hatten dafür gesorgt. Schulz war das Schwergewicht, er trat unter anderen gegen George Foreman, Francois Botha und Michael Moorer an; aber den Weltmeistertitel konnte er nicht erkämpfen. Auch Europameister wurde er nie, zuletzt scheiterte er 1999 gegen Wladimir Klitschko. Trotzdem blieb der am 9. November 1968 in Bad Saarow-Pieskow im Kreis Fürstenwalde geborene Mann mit dem zerknautschten Gesicht überaus beliebt. So beliebt, dass er 2012 doch noch „Weltmeister“ wurde: Botha, der nach dem Kampf 1995 der Einnahme unerlaubter Mittel überführt worden war, schenkte Schulz seinen WM-Gürtel.

8Foto: Lucas WahlJÜRGEN VOGEL

Er ist schon Opa. Überhaupt ist Jürgen Vogel, Patchwork-Vater von fünf Kindern, ein Familienmensch. Und er ist einer der vielseitigsten, am besten beschäftigten und am häufigsten ausgezeichneten Schauspieler Deutschlands. Sein Markenzeichen sind seine Zähne – beziehungsweise die paar Zähne, die ihm fehlen. Geboren wurde er am 29. April 1968 in Hamburg, zum Film kam er durch den Film „Taxi Driver“ - und über den Schauspieler Richy Müller, mit dem er zwei Jahre lang in einer Wohngemeinschaft in Berlin lebte. Seine erste Rolle spielte er 1985 in der Fernseh-Jugendserie „Bas-Boris Bode – Der Junge, den es zweimal gab“. Vor der Kamera stand er schon viel früher, wie man an seinem Kinderbild sieht: Es stammt aus dem Otto-Katalog.

7Foto: action press INGRID KLIMKE

Sie ist mit Pferden aufgewachsen. Das blieb nicht aus, denn ihr Vater ist Rainer Klimke, bis heute der erfolgreichste Dressurreiter der Welt. Seine Tochter Ingrid, die am 1. April 1968 in Münster zur Welt kam, hat auch eine klassische Dressurausbildung genossen, startet aber vor allem als Vielseitigkeitsreiterin. Zudem hat die gelernte Pferdewirtschaftsmeisterin einen eigenen Turnierstall mit zehn Pferden. Junge Pferde bildet sie bis zur Championatsreife aus. Zwei Mal schon gewann sie Gold bei Olympischen Spielen mit der Mannschaft, mit ihrem Pferd Hale Bob wurde sie im vergangenen Jahr auch erstmals im Einzel Europameisterin. Einen Titel zumindest hat sie ihrem Vater voraus: Seit 2012 ist sie Reitmeisterin, als zweite Frau unter mehr als 30 Männern.

6Foto: ImagoMATTHIAS MATSCHKE

Fast wäre er Religionslehrer geworden. Denn die Otto-Falckenberg-Schule in München lehnte den hoffnungsvollen Nachwuchsschauspieler ab. Dann klappte es aber doch noch: Matthias Matschke, geboren am 17. Oktober 1968 in Marburg, wechselte an die Hochschule der Künste in Berlin. Auch wenn er durchaus ernste Rollen beherrscht, scheint er doch auf komische Rollen festgelegt zu sein: Bei der Sketch-Sendung „Ladykracher“ gehörte er ebenso zum festen Ensemble wie bei der satirischen Nachrichtensendung „Heute-Show“ als „Dr. Matthias Matschke“. Noch bunter treibt er es bei der „Sketch History“. Dort gibt er mal Ludwig van Beethoven, mal Joseph Goebbels und besonders gerne den „dauergeilen Schwerenöter“ John F. Kennedy.

5Foto: ImagoKATARINA BARLEY

2015 war sie plötzlich da. Seither hat sie eine steile Karriere gemacht: erst Generalsekretärin der SPD, dann Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, jetzt leitet sie zusätzlich noch geschäftsführend das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Doch Katarina Barley, die am 19. November 1968 in Köln geboren wurde, war vorher auch schon überaus erfolgreich, als promovierte Anwältin, danach unter anderem als Richterin am Landgericht Trier. Barley, seit 2013 Mitglied des Bundestags, ist die Tochter eines englischen Journalisten und einer deutschen Ärztin. Sie besitzt auch die britische Staatsbürgerschaft. Ihr Kinderbild zeigt sie im Jahr 1969 mit ihrem Großvater Harold Barley auf dessen Farm in Lincolnshire in Mittelengland.

4Foto: Picture-AllianceJUAN AMADOR

Vor kurzem erst wurde aus seinem „Wirtshaus“ wieder ein „Restaurant“. Das mag auch daran gelegen haben, dass ein Zwei-Sterne-Koch, der schon drei Sterne hatte und bald wieder haben könnte, kein Wirtshaus führen kann. Kritiker haben das dem Sohn spanischer Gastarbeiter sogar zum Vorwurf gemacht. Also steht Juan de la Cruz Amador Perez jetzt im Restaurant „Amador“ in Wien am Herd. Auch wenn er am 10. Dezember 1968 im schwäbischen Ort Strümpfelbach geboren wurde – er sieht sich in der Tradition spanischer Molekular- und Experimentalköche wie Ferran Adrià und Juan Mari Arzak. Der Unterschied, schreibt der Restaurantkritiker dieser Zeitung, Jürgen Dollase: Bei Amador schmeckt es oft besser als bei der spanischen Konkurrenz.

3Foto: ImagoROLF ALDAG

Er galt als „Dauerbrenner des deutschen Straßenradsports“. Welch große Bedeutung der lange Westfale (1,90 Meter!) für sein Team hatte, sieht man im Dokumentarfilm „Höllentour“ von Pepe Danquart über die Tour de France im Jahr 2003. In dem Film spielt Rolf Aldag, der am 25. August 1968 in Beckum geboren wurde, neben dem zwei Jahre jüngeren Berliner Erik Zabel die Hauptrolle. Aldag war besonders erfolgreich auf der Bahn. Er gewann acht Mal die Sechstagerennen in Dortmund, zwei Mal in Berlin. 2006 beendete er seine Karriere, arbeitete als Sportkommentator und Teammanager. Derzeit ist er für das südafrikanische Radsportteam Dimension Data tätig. Und ja, auch Aldag hat gedopt und die Einnahme unerlaubter Substanzen eingestanden, wie auch Erik Zabel.

1Foto: GettyDORIS FITSCHEN

Bis 1970 war Frauenfußball in Deutschland verboten. Danach entstanden zahlreiche Vereine für Mädchen und Frauen. Als die neunjährige Doris Fitschen 1978 dem FC Hesedorf beitrat, war allerdings an eine Frauen-Bundesliga noch lange nicht zu denken – die gibt es erst seit 1990, und Doris Fitschen, geboren am 25. Oktober 1968 in Zeven in Niedersachsen, war von Anfang an dabei. 1986 war sie erstmals für die Frauen-Nationalmannschaft angetreten – es folgten 143 weitere Länderspiele. Vier Mal wurde „die weibliche Beckenbauer“ Europameisterin. Zudem gewann sie drei deutsche Meisterschaften und drei Mal den DFB-Pokal. Dem Frauenfußball ist sie auch nach ihrem Karriereende 2001 treu geblieben: Fitschen arbeitet weiterhin für den DFB.

2Foto: Jan RoederSOPHIE VON KESSEL

Ihr Vater, Immo von Kessel, war Diplomat. Für die Tochter bedeutete das, immer wieder umzuziehen: Mexiko, Finnland, Österreich sind nur drei frühe Stationen ihres Lebens. Geboren wurde sie am 12. Oktober 1968 in Mexiko-Stadt. Ihre Mutter Anna von Schwerin entstammt ebenfalls einem alten Adelsgeschlecht. Sophie von Kessel studierte am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und ging danach zu Dieter Dorn an die Münchner Kammerspiele. Bald wurde sie fürs Fernsehen entdeckt. Unter anderem in der ARD-Serie „Schloss Hohenstein – Irrwege zum Glück“ spielte sie die Hauptrolle. Später stand sie mit Charlton Heston („Camino de Santiago“) und Alain Delon („Frank Riva“) vor der Kamera. Seit 2011 ist sie Mitglied im Ensemble des Residenztheaters München.

14Foto: wcrART/face to faceBARBARA HAHLWEG

Sie ist eines der Gesichter der 19-Uhr-„Heute“- Nachrichten. Die Tochter des ehemaligen Erlanger Oberbürgermeisters Dietmar Hahlweg (1972 bis 1996) kam am 29. November 1968 in der mittelfränkischen Großstadt zur Welt. Barbara Hahlweg studierte Kommunikationswissenschaften, Psychologie und Volkswirtschaft an der Universität München, absolvierte ein Volontariat beim ZDF und begann sogleich als Moderatorin verschiedener Sendeformate. 2003 stieg sie zur KoModeratorin von Klaus-Peter Siegloch im „heutejournal“ auf. Seit 2007 ist sie bei den „Heute“- Nachrichten. Zugleich moderierte die Mutter von drei Töchtern auch die einstige Frauensendung "ML Mona Lisa", die sich unter ihrer Leitung (2011 bis 2017) auch an Männer richtete.

Fotos: privat
18Foto: interTOPICS/Horst GaluschkaDJ BOBO

Peter René Baumann, bekannt als DJ BoBo, ist unüberhörbar Schweizer. Angefangen hat er 1985 als Diskjockey im Jugendhaus Tuchlaube in Aarau, wenige Kilometer von dem Ort entfernt, in dem er am 5. Januar 1968 zur Welt gekommen ist: in Kölliken im Kanton Aargau. Seinen Künstlernamen verdankt er der Comicfigur „BoBo“, einem Häftling, dem es nicht gelingen will, aus der Strafanstalt Riegelfest auszubrechen. Seit den Neunzigern ist der Sänger, Komponist und Musikproduzent mit seiner Mischung aus Pop und Dancefloor der bekannteste Künstler der Schweiz. Zehn Mal wurde der gelernte Bäcker und Konditor mit dem World Music Award als „The World‛s Best Selling Swiss Recording Artist“ ausgezeichnet. 2019 steht seine nächste große Konzert-Tournee an.

17Foto: epdMORITZ KNIGGE

„Der Knigge zu sein ist herrlich. Ich werde so höflich behandelt, wie es sich die meisten wünschen.“ Es gibt Familiennamen, denen kann man nicht entkommen. Duden zum Beispiel oder eben auch Knigge. Moritz Freiherr Knigge ist ein Nachfahre des Aufklärers Freiherr Adolph Knigge (1752 bis 1796), der sich in seinem Hauptwerk „Über den Umgang mit Menschen“ mit „guten Umgangsformen“ beschäftigte. Das hat sich auch Moritz Freiherr Knigge, der am 7. Oktober 1968 in Hannover zur Welt kam und wie sein Urahn auf dem Rittergut Bredenbeck aufwuchs, zur Aufgabe gemacht. Er schreibt Bücher („Mensch bleiben – Wie wir besser miteinander klarkommen“), gibt Seminare und steht auf der Bühne – etwa mit dem Comedy-Programm „Who the fuck is Knigge“.

16Foto: ImagoPATRICK BACH

Erst 13 Jahre alt war Patrick Bach, als er als Silas in ganz Deutschland bekannt wurde. Die Geschichte von dem kleinen Jungen, der an einen Wanderzirkus verkauft wurde und sich durchs Leben schlagen muss, war 1981 die dritte Weihnachtsserie des ZDF. 1982 bekam Bach für „Silas“ seinen ersten Bambi, einen zweiten 1994 als einer der Hauptdarsteller der Fernsehserie „Nicht von schlechten Eltern“. Doch der am 30. März 1968 in Hamburg geborene Schauspieler steht nicht nur vor der Kamera und auf der Bühne, etwa bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg. Bach ist auch Synchronsprecher. Kaum jemand weiß, dass er die deutsche Stimme von Sean Astin als Hobbit Samweis Gamdschie in der „Herr-der-Ringe“-Verfilmung von Regisseur Peter Jackson war.

15Foto: ImagoMICHAEL STICH

Sein größter Erfolg war der Sieg in Wimbledon. Das Finale 1991 ausgerechnet gegen seinen Dauer-Rivalen Boris Becker ging allein schon deshalb in die Tennisgeschichte ein, weil zwei Deutsche das Endspiel bestritten. Ein Jahr später gewannen die beiden dann gemeinsam olympisches Gold im Doppel. Stich, der am 18. Oktober 1968 in Pinneberg geboren wurde, war international nicht so erfolgreich wie der ein Jahr ältere Boris Becker. Dafür setzte er sich aber schon während seiner aktiven Zeit als Profi-Tennisspieler für HIV-Infizierte, HIV-Betroffene und an Aids erkrankte Kinder ein. 1994, drei Jahre, bevor er seine Karriere beendete, gründete er die nach ihm benannte Stiftung. Für sein Engagement bekam er unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande.

13Foto: ImagoTHOMAS D

Er ist der gute Mensch vom Bauernhof, der „KuhKZs“ geißelt und sich für die Tierrechtsorganisation Peta einsetzt. Der jungen Generation ist der überzeugte Veganer wohl eher als Erkläronkel im Fernsehen bekannt, moderiert er doch in der ARD die Sendung „Wissen vor acht – Natur“, in der es um unsere Umwelt, Pflanzen und Tiere geht. Zugleich war Thomas D, der am 30. Dezember 1968 in Ditzingen bei Stuttgart als Thomas Dürr zur Welt kam, einer der ersten HipHopper Deutschlands. Vor fast 30 Jahren war er Mitgründer der Fantastischen Vier. Mit der Band ist der gelernte Friseur noch immer erfolgreich. Das nächste Album, insgesamt das zehnte Studioalbum, steht kurz vor der Veröffentlichung: „Captain Fantastic“ soll Ende April erscheinen.

12Foto: ddpFRANK SCHÄFFLER

2010 war sein Jahr: Aus dem weitgehend unbekannten FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler wurde einer der Hauptkritiker des „Euro-Rettungsschirms“ der Regierung Merkel. Dabei stellte er sich auch gegen seine Parteifreunde, schließlich führte die Kanzlerin eine schwarz-gelbe Regierung an. „Nicht mit unserem Geld!“ hieß sein zur Schuldenkrise Griechenlands passendes Buch. Als es 2014 erschien, war Schäffler, geboren am 22. Dezember 1968 in Schwäbisch Gmünd, schon nicht mehr im Bundestag, weil die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war. Seit dem Herbst sitzt der Diplom-Betriebswirt, der sich als „konsequent liberal“ bezeichnet, wieder für seine Partei im Deutschen Bundestag. Und wieder ist er Mitglied im Finanzausschuss.

11Foto: ImagoBJARNE MÄDEL

Seine schönste Rolle derzeit ist „Schotty“, der beim Beseitigen von Blut und Leichenteilen die absurdesten Abenteuer erlebt und bisweilen am Ort des jeweiligen Verbrechens sogar auf den noch unentdeckten Mörder trifft. Paraderollen hat Bjarne Mädel allerdings viele: Da gibt es den besagten Heiko „Schotty“ Schott in „Der Tatortreiniger“, aber auch den leicht dusseligen Polizisten Dietmar Donatus Schäffer, genannt „Bärchen“, aus der Krimiserie „Mord mit Aussicht“. Und dann war da noch der Elektro-Fachverkäufer Rüdiger Bunz in der Fernsehserie „Der kleine Mann“. Großartig! Mädel, der am 12. März 1968 in Hamburg zur Welt kam, gibt gerne den charmanten Verlierer. Und ist doch vom Erfolg verwöhnt. Ganz anders sein Lieblings-Fußballverein: der HSV.

10Foto: action pressVERONA POOTH

Das Schimpfwort Luder, das damals in Mode war, hat sie gut verkraftet; 2001 gehörte das Wort „Luderliga“ sogar zu den „Wörtern des Jahres“. Verona Feldbusch begann ihre Karriere als Model, war Miss Hamburg und Miss Intercontinental World, moderierte zeitweise ihre eigene Fernseherotikshow („Peep!“) und Late-Night-Comedytalkshow („Veronas Welt“), drehte mehrere Filme („Heirate mir!“) und wurde besonders als sprachverdrehende Werbe-Ikone („Da werden Sie geholfen!“) berühmt. Inzwischen ist es ruhiger um die Mutter zweier Söhne geworden, die – seit ihrer Heirat mit Franjo Pooth – Verona Pooth heißt. Auch wenn sie in Hamburg aufgewachsen ist: Geboren wurde sie vor fast 50 Jahren in der Heimat ihrer Mutter, am 30. April 1968 in La Paz in Bolivien.

9Foto: POP-EYEAXEL SCHULZ

In den Neunzigern gab es in Deutschland einen Box-Boom. Henry Maske und Axel Schulz, die beide aus der DDR stammten, hatten dafür gesorgt. Schulz war das Schwergewicht, er trat unter anderen gegen George Foreman, Francois Botha und Michael Moorer an; aber den Weltmeistertitel konnte er nicht erkämpfen. Auch Europameister wurde er nie, zuletzt scheiterte er 1999 gegen Wladimir Klitschko. Trotzdem blieb der am 9. November 1968 in Bad Saarow-Pieskow im Kreis Fürstenwalde geborene Mann mit dem zerknautschten Gesicht überaus beliebt. So beliebt, dass er 2012 doch noch „Weltmeister“ wurde: Botha, der nach dem Kampf 1995 der Einnahme unerlaubter Mittel überführt worden war, schenkte Schulz seinen WM-Gürtel.

8Foto: Lucas WahlJÜRGEN VOGEL

Er ist schon Opa. Überhaupt ist Jürgen Vogel, Patchwork-Vater von fünf Kindern, ein Familienmensch. Und er ist einer der vielseitigsten, am besten beschäftigten und am häufigsten ausgezeichneten Schauspieler Deutschlands. Sein Markenzeichen sind seine Zähne – beziehungsweise die paar Zähne, die ihm fehlen. Geboren wurde er am 29. April 1968 in Hamburg, zum Film kam er durch den Film „Taxi Driver“ - und über den Schauspieler Richy Müller, mit dem er zwei Jahre lang in einer Wohngemeinschaft in Berlin lebte. Seine erste Rolle spielte er 1985 in der Fernseh-Jugendserie „Bas-Boris Bode – Der Junge, den es zweimal gab“. Vor der Kamera stand er schon viel früher, wie man an seinem Kinderbild sieht: Es stammt aus dem Otto-Katalog.

7Foto: action press INGRID KLIMKE

Sie ist mit Pferden aufgewachsen. Das blieb nicht aus, denn ihr Vater ist Rainer Klimke, bis heute der erfolgreichste Dressurreiter der Welt. Seine Tochter Ingrid, die am 1. April 1968 in Münster zur Welt kam, hat auch eine klassische Dressurausbildung genossen, startet aber vor allem als Vielseitigkeitsreiterin. Zudem hat die gelernte Pferdewirtschaftsmeisterin einen eigenen Turnierstall mit zehn Pferden. Junge Pferde bildet sie bis zur Championatsreife aus. Zwei Mal schon gewann sie Gold bei Olympischen Spielen mit der Mannschaft, mit ihrem Pferd Hale Bob wurde sie im vergangenen Jahr auch erstmals im Einzel Europameisterin. Einen Titel zumindest hat sie ihrem Vater voraus: Seit 2012 ist sie Reitmeisterin, als zweite Frau unter mehr als 30 Männern.

6Foto: ImagoMATTHIAS MATSCHKE

Fast wäre er Religionslehrer geworden. Denn die Otto-Falckenberg-Schule in München lehnte den hoffnungsvollen Nachwuchsschauspieler ab. Dann klappte es aber doch noch: Matthias Matschke, geboren am 17. Oktober 1968 in Marburg, wechselte an die Hochschule der Künste in Berlin. Auch wenn er durchaus ernste Rollen beherrscht, scheint er doch auf komische Rollen festgelegt zu sein: Bei der Sketch-Sendung „Ladykracher“ gehörte er ebenso zum festen Ensemble wie bei der satirischen Nachrichtensendung „Heute-Show“ als „Dr. Matthias Matschke“. Noch bunter treibt er es bei der „Sketch History“. Dort gibt er mal Ludwig van Beethoven, mal Joseph Goebbels und besonders gerne den „dauergeilen Schwerenöter“ John F. Kennedy.

5Foto: ImagoKATARINA BARLEY

2015 war sie plötzlich da. Seither hat sie eine steile Karriere gemacht: erst Generalsekretärin der SPD, dann Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, jetzt leitet sie zusätzlich noch geschäftsführend das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Doch Katarina Barley, die am 19. November 1968 in Köln geboren wurde, war vorher auch schon überaus erfolgreich, als promovierte Anwältin, danach unter anderem als Richterin am Landgericht Trier. Barley, seit 2013 Mitglied des Bundestags, ist die Tochter eines englischen Journalisten und einer deutschen Ärztin. Sie besitzt auch die britische Staatsbürgerschaft. Ihr Kinderbild zeigt sie im Jahr 1969 mit ihrem Großvater Harold Barley auf dessen Farm in Lincolnshire in Mittelengland.

4Foto: Picture-AllianceJUAN AMADOR

Vor kurzem erst wurde aus seinem „Wirtshaus“ wieder ein „Restaurant“. Das mag auch daran gelegen haben, dass ein Zwei-Sterne-Koch, der schon drei Sterne hatte und bald wieder haben könnte, kein Wirtshaus führen kann. Kritiker haben das dem Sohn spanischer Gastarbeiter sogar zum Vorwurf gemacht. Also steht Juan de la Cruz Amador Perez jetzt im Restaurant „Amador“ in Wien am Herd. Auch wenn er am 10. Dezember 1968 im schwäbischen Ort Strümpfelbach geboren wurde – er sieht sich in der Tradition spanischer Molekular- und Experimentalköche wie Ferran Adrià und Juan Mari Arzak. Der Unterschied, schreibt der Restaurantkritiker dieser Zeitung, Jürgen Dollase: Bei Amador schmeckt es oft besser als bei der spanischen Konkurrenz.

3Foto: ImagoROLF ALDAG

Er galt als „Dauerbrenner des deutschen Straßenradsports“. Welch große Bedeutung der lange Westfale (1,90 Meter!) für sein Team hatte, sieht man im Dokumentarfilm „Höllentour“ von Pepe Danquart über die Tour de France im Jahr 2003. In dem Film spielt Rolf Aldag, der am 25. August 1968 in Beckum geboren wurde, neben dem zwei Jahre jüngeren Berliner Erik Zabel die Hauptrolle. Aldag war besonders erfolgreich auf der Bahn. Er gewann acht Mal die Sechstagerennen in Dortmund, zwei Mal in Berlin. 2006 beendete er seine Karriere, arbeitete als Sportkommentator und Teammanager. Derzeit ist er für das südafrikanische Radsportteam Dimension Data tätig. Und ja, auch Aldag hat gedopt und die Einnahme unerlaubter Substanzen eingestanden, wie auch Erik Zabel.

1Foto: GettyDORIS FITSCHEN

Bis 1970 war Frauenfußball in Deutschland verboten. Danach entstanden zahlreiche Vereine für Mädchen und Frauen. Als die neunjährige Doris Fitschen 1978 dem FC Hesedorf beitrat, war allerdings an eine Frauen-Bundesliga noch lange nicht zu denken – die gibt es erst seit 1990, und Doris Fitschen, geboren am 25. Oktober 1968 in Zeven in Niedersachsen, war von Anfang an dabei. 1986 war sie erstmals für die Frauen-Nationalmannschaft angetreten – es folgten 143 weitere Länderspiele. Vier Mal wurde „die weibliche Beckenbauer“ Europameisterin. Zudem gewann sie drei deutsche Meisterschaften und drei Mal den DFB-Pokal. Dem Frauenfußball ist sie auch nach ihrem Karriereende 2001 treu geblieben: Fitschen arbeitet weiterhin für den DFB.

2Foto: Jan RoederSOPHIE VON KESSEL

Ihr Vater, Immo von Kessel, war Diplomat. Für die Tochter bedeutete das, immer wieder umzuziehen: Mexiko, Finnland, Österreich sind nur drei frühe Stationen ihres Lebens. Geboren wurde sie am 12. Oktober 1968 in Mexiko-Stadt. Ihre Mutter Anna von Schwerin entstammt ebenfalls einem alten Adelsgeschlecht. Sophie von Kessel studierte am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und ging danach zu Dieter Dorn an die Münchner Kammerspiele. Bald wurde sie fürs Fernsehen entdeckt. Unter anderem in der ARD-Serie „Schloss Hohenstein – Irrwege zum Glück“ spielte sie die Hauptrolle. Später stand sie mit Charlton Heston („Camino de Santiago“) und Alain Delon („Frank Riva“) vor der Kamera. Seit 2011 ist sie Mitglied im Ensemble des Residenztheaters München.

14Foto: wcrART/face to faceBARBARA HAHLWEG

Sie ist eines der Gesichter der 19-Uhr-„Heute“- Nachrichten. Die Tochter des ehemaligen Erlanger Oberbürgermeisters Dietmar Hahlweg (1972 bis 1996) kam am 29. November 1968 in der mittelfränkischen Großstadt zur Welt. Barbara Hahlweg studierte Kommunikationswissenschaften, Psychologie und Volkswirtschaft an der Universität München, absolvierte ein Volontariat beim ZDF und begann sogleich als Moderatorin verschiedener Sendeformate. 2003 stieg sie zur KoModeratorin von Klaus-Peter Siegloch im „heutejournal“ auf. Seit 2007 ist sie bei den „Heute“- Nachrichten. Zugleich moderierte die Mutter von drei Töchtern auch die einstige Frauensendung "ML Mona Lisa", die sich unter ihrer Leitung (2011 bis 2017) auch an Männer richtete.

Fotos: privat
Quelle: F.A.Z.-Magazin