Herzblatt-Geschichten

Dinner mit Eisbein und Rammstein

Von Jörg Thomann
 - 12:53
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Ein bisschen kompliziert ist es ja schon. Da wird eine jede junge Frau, die es qua Geburt oder Heirat in eine europäische Königsfamilie verschlagen hat, von der Klatschpresse Woche für Woche auf einen einzigen Sinn und Zweck reduziert: aufs Kinderkriegen. Ein empörend eindimensionales Weltbild, das mal dringend ins Wanken gebracht werden sollte. Was aber tun diese jungen Frauen? Sie kriegen Kinder. Madeleine von Schweden und Herzogin Kate zum Beispiel, beide 35, sind nun beide zum dritten Mal schwanger. Möglicherweise ist so ein Leben im Palast ja noch langweiliger, als man sich das so vorstellt.

Zum dritten Mal Eltern werden auch Kim Kardashian und Kanye West, allerdings – das ließe man Kate und Madeleine nicht durchgehen – mit Hilfe einer Leihmutter, deren kolportierter Lohn von 45.000 Euro angesichts der finanziellen Verhältnisse des Paares wie ein besseres Trinkgeld wirkt. Ihre vierjährige Tochter North wiederum hat Kardashian, wie Intouch berichtet, „zu ihrem ersten offiziellen Magazin-Interview genötigt“, und zwar mit dem Blatt Interview. „Muss das wirklich sein?“, meckert Intouch, und offenbar muss es das wirklich, denn Intouch druckt Passagen aus dem Gespräch nach. Unter anderem die Antwort der Kleinen auf die Frage nach ihrem Lieblingslied: „Mein Daddys Song ,Amazing‘.“ Süß, wenn auch sprachlich nicht ganz korrekt – eben so, wie Vierjährige reden. Oder so, wie Intouch-Redakteure schreiben.

Noch mehr Nachwuchs

Mit noch mehr Nachwuchs gesegnet ist Angelina Jolie, die in Bunte ein paar Tricks verrät, wie man mit diesem fertig wird: „Wenn man vorgibt, nicht kochen zu können, übernehmen die Kinder. Meine sind inzwischen recht gute Köche.“ Wäre natürlich perfekt, wenn das auch auf anderen Feldern funktionierte: „Wie, du willst gewickelt werden? Kann ich nicht, mach mal selber.“ Auf den Bunte-Einwand übrigens, beim Kochen könnten ja auch Kochrezepte ganz hilfreich sein, entgegnet Jolie: „Nicht für mich. Ich habe mich noch nie in meinem Leben an irgendwelche vorgeschriebenen Regeln gehalten.“ Wow, das ist beeindruckend. Aus diesem Grund füllt Jolie stets Diesel in ihren Benziner, wäscht Buntwäsche nur bei 90 Grad und trägt Kleider in Größe 50.

Wer fraglos gut kochen kann, das ist Jamie Oliver. Der Gala erzählt der britische Fernsehkoch, wie er sich zu einem gesünderen Lebenswandel zwang: „Ich hab da so ein vibrierendes Ding, das mich daran erinnert, wenn es an der Zeit ist, ins Bett zu gehen.“ Ist ja interessant, und wir haben ein vibrierendes Ding, das uns daran erinnert, wenn es an der Zeit ist, aufzustehen. Unseres kann sogar klingeln, geht uns aber ziemlich auf die Nerven.

Oliver gibt Tipps für das perfekte Date-Dinner

Noch interessanter ist, was Oliver fürs perfekte Date-Dinner empfiehlt: „Mein Ratschlag an jeden Mann: Leg Musik von Sade auf! Und koche ein mild scharfes Gericht, das nicht zu schwer im Magen liegt.“ Jetzt wissen wir auch, warum unsere Date-Dinner mit Rammstein und Eisbein stets so schlecht gelaufen sind. Und noch einen Hinweis hat Oliver für die Männer parat: „Pass auf, dass du dir am Herd nicht den Penis verbrennst! Denn natürlich solltest du unter der Schürze nackt sein.“ Wenn er das gleich fürs erste Date empfiehlt, dürfte selbst Sade auf verlorenem Posten stehen. Sämtliche jetzt naheliegenden schlüpfrigen Scherze mit Würstchen oder Nudeln werden wir uns an dieser Stelle selbstverständlich verkneifen.

Wir bleiben aber noch kurz beim Thema: „Unser Sex war gigantisch. Als hätten wir nie etwas anderes gemacht“, informiert uns Martin Hein, Sänger beim Schlagerduo Fantasy, in Bild über die erste nähere Begegnung mit seiner Frau: „Es war wie zimmerwarme Butter aufs Brot schmieren.“ Ein geschmackvoller Vergleich, der zugleich die der Schlagerszene angemessene Bodenständigkeit ausdrückt: die Butterstulle als erotisches Ideal.

„Das ist wirklich mit meinem Gesicht passiert“

Nun aber wollen wir uns schleunigst wieder in höhere Regionen begeben: „Das ist wirklich mit meinem Gesicht passiert“, enthüllt Carsten Maschmeyer, Unternehmer und Ehemann von Veronica Ferres, in Bild. Nachdem der Schönheitschirurg Werner Mang diagnostiziert hatte, „Herr Maschmeyer sieht schon etwas unnatürlich aus“, verteidigt sich Maschmeyer: „Ich weiß, dass ich in Momenten, wenn ich mich konzentriere, keine Mimik habe und eher ernst aussehe.“ Bei seinen Auftritten als Juror in der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ habe ihn das „etwas starr wirken lassen“, so Maschmeyer: „Jetzt gebe ich mich so, wie ich bin. Und nehm das alles locker, auch wenn bei manchen Gesichtsausdrücken richtige Falten zu sehen sind.“ Liebe künftige „Höhle der Löwen“-Kandidaten: Von dem wild grimassierenden Menschen im Sessel links bitte nicht ablenken lassen. Das ist nur der Herr Maschmeyer, der versucht, alles locker zu nehmen.

Eher unlocker scheint die Schauspielerin Katharina Jacob, was ihre Leidenschaft für „schöne Handtaschen“ betrifft: „Mein Mann wollte mir mal eine hässliche Handtasche schenken“, erzählt sie dem Goldenen Blatt, „da habe ich ihn sofort samt Tasche weggeschickt.“ Inzwischen ist Jacob wieder verheiratet. An Stelle ihres Mannes würden wir es tunlichst vermeiden, ihr jemals was zu schenken.

Quelle: F.A.S.
Jörg Thomann - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jörg Thomann
Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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