Illegaler Tierhandel

Warane im Paket, Schildkröten im Koffer

 - 11:58

Beim Hauptzollamt Frankfurt sind im vergangenen Jahr 1681 lebende Tiere sichergestellt worden, wie das Hauptzollamt am Freitag meldete. „Zwei grüne Baumwarane kamen im Postpaket aus Indonesien am Flughafen an. Ein Waran war bereits vertrocknet, das andere Tier war in so schlechter Verfassung, dass es kurz darauf ebenfalls verendete“, berichtete Sprecherin Christine Straß. Im Handkoffer eines Reisenden aus Algerien waren vier lebende Maurische Landschildkröten eingepfercht.

Im Jahr 2017 kam es beim Hauptzollamt Frankfurt insgesamt zu 372 Sicherstellungen von 13.339 artengeschützten Einzelexemplaren. Darunter waren neben Tieren auch mehr als 2000 lebende Pflanzen. Der Zoll stellte zudem 2818 Tabletten oder Pulvertütchen mit Bestandteilen von Kakteen, Hoodia- oder Kostuswurzel sowie Extrakten aus Orchideen sicher.

Ein profitables Geschäft

Musikinstrumente bestehen zum Teil aus artengeschützten Hölzern. „Mit Schlangenhäuten überzogene Geigen oder Gitarren werden häufig per Internet geordert“, berichtete der Zoll. Ein Paket aus China enthielt eine Weste aus dem Fell des artengeschützten Polarfuchses. Zwischen Januar und Mai 2018 wurden 50 Gitarren oder Griffbretter beschlagnahmt, die zum Teil aus Palisanderholz bestanden.

„Der illegale Handel mit exotischen Tier- und Pflanzenarten ist ein profitträchtiges Geschäft, die Folgen für die Umwelt dramatisch“, heißt es beim Zoll. Die Kontrollen leisteten „einen entscheidenden Beitrag, die Artenvielfalt zu erhalten und die Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren“. Verstöße gegen das Artenschutzübereinkommen seien keine Bagatelldelikte: Sie können laut Zoll Geldbußen bis 50.000 Euro oder sogar Freiheitsstrafen nach sich ziehen.

Quelle: dpa
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