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Zweifelhafte Ehre

Gruseliges Reptil nach Lemmy Kilmister von Motörhead benannt

 - 14:35
Motörhead-Gründer Lemmy Kilmister ist zum zweiten Mal Namensgeber für ein Fossil. (Archivfoto) Bild: dpa, jant./dpa

Wissenschaftler haben ein furchteinflößendes Meereskrokodil nach dem verstorbenen Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister benannt: Lemmysuchus obtusidens heißt das gigantische, fossile Reptil. Seine Überreste waren bereits 1909 in einer Tongrube nahe der britischen Stadt Peterborough entdeckt worden. Erst kürzlich aber fanden Forscher heraus, dass das fast sechs Meter lange Tier mit den riesigen Zähnen wissenschaftlich falsch eingeordnet war. Darum musste ein neuer Name her: Lemmysuchus (übersetzt: Lemmys Krokodil). Das Tier lebte lebte vor etwa 164 Millionen Jahren.

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Eine Mitarbeiterin des Naturhistorischen Museums in London, in dem die Kreatur aufbewahrt wird, ist Motörhead-Fan und kam auf die Idee, den früheren Frontmann und Gründer der Band zu ehren. Kilmister hätte wohl sein Glas auf Lemmysuchus erhoben, „eine der bösesten Kreaturen, die jemals die Erde bewohnt haben“, sagte Kuratorin Lorna Steel. Die Forscher berichten im „Zoological Journal of the Linnean Society“ über das Fossil.

Nach Kilmister wurden bereits ein fossiler Wurm und ein Asteriod benannt

Der in England geborene Rock-Musiker Kilmister („Ace of Spades“) war Ende 2015 im Alter von 70 Jahren kurz nach einer Krebsdiagnose gestorben. Er war unter anderem für seinen exzessiven Alkoholkonsum bekannt. Lemmy Kilmister ist nicht zum ersten Mal Namensgeber für die Wissenschaft: Auch ein Asteroid (Lemmy) und ein ausgestorbener Wurm sind nach dem Sänger mit der rauhen Stimme benannt worden.

Bei dem Wurm handelt es sich um den Kalloprion kilmisteri, einen Ringelwurm mit abgerundeten Zähnen und tentakelartigen Fühlern. Der Wissenschaftler gab an, während seiner Arbeit viel Motörhead gehört zu haben.

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Prominente sind häufig Namensgeber für neu entdeckte Arten

Das Wissenschaftler ihre Funde nach Berühmten benennen kommt häufiger vor. Im Museum für Naturkunde Chemnitz widmete sich im vergangenen Jahr sogar eine ganze Ausstellung Fossilien mit Rockern als Namensgeber. Aber auch neue entdeckte Tierarten, die noch nicht ausgestorben sind, werden nach Prominenten getauft. Einige Beispiele:

- 2014 benannten Forscher in Amerika ein fossiles Flusspferd nach Mick Jagger. Die Lippen des Flusspferdes waren deutlich hervorgetreten – das erinnerte die Wissenschaftler an Rolling-Stones-Frontman.

- Johnny Cash ist Namensgeber der Spinne Aphonopelma johnnycashi. Sie wurde in dem Ort Folsom Prison in Kalifornien entdeckt, den Cash in seinem Lied „Folsom Prison Blue“ besingt. Die Beharrung der männlichen Spinne ist außerdem schwarz, wie die Kleidung des Sängers.

- Eine ganze kanadische Triboliten-Gattung wurde 1997 nach den Mitgliedern der Sex Pistols benannt.

- Prinz Charles hat seinen eigenen Frosch. Die 2012 in Ecuador entdeckte Amphibie ist durch die Rodung des Regenwaldes vom Aussterben bedroht. Weil Prinz Charles sich für die Erhaltung des Waldes engagiert, wurde er Taufpate.

- Brad Pitt und Shakira sind beide Namensgeber für Wespen. Die Conobregma bradpitti verdankt ihre Bezeichnung einem im Laber hängenden Brad-Pitt-Poster. Weil die Aleiodes shakirae ihren Hinterleib in verschiedener Weise krümmen und drehen kann, erinnerte das Forscher sie an den Hüftschwung der Sängerin Shakira.

- Der auf Sansibar entdeckte Krebs Cirolana mercuryi wurde nach dem dort geborenen Queen-Sänger Freddie Mercury benannt, „Sansibars wohl berühmtesten Musiker“.

Quelle: jant./dpa
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