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Wildkatzen

Bestand vorläufig gesichert

Von Henrike Roßbach, Berlin
 - 23:27
Eine knapp zwei Monate alte Wildkatze sitzt im Gehege im Wildtierpark. Bild: dpa, F.A.Z.

Der grau getigerte Nachwuchs der Wildkatze sieht so sehr nach einem Haustierjungen aus, dass besorgte Spaziergänger immer mal wieder vermeintlich ausgesetzte Kätzchen zum nächsten Tierarzt bringen. Ein fataler Fehler, aber bei weitem nicht die größte Gefahr, der „Felis silvestris“ ausgesetzt ist.

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Bis ins 20. Jahrhundert hinein war die Europäische Wildkatze nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland noch über den ganzen Kontinent verbreitet. Heute zählt sie bei uns zu den gefährdeten Arten. Dennoch sehen die Umweltschutzorganisation, das Bundesumweltministerium, das Bundesamt für Naturschutz und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung eine positive Entwicklung: Am Dienstag attestierten sie dem gemeinsamen Projekt „Wildkatzensprung“ nach mehr als sechs Jahren einen erfolgreichen Abschluss.

Mit 3,85 Millionen Euro hatte das Umweltministerium das Projekt gefördert. Behörden, Jäger, Förster, Wissenschaftler und Umweltschützer waren beteiligt. Ziel war der Aufbau einer Gen-Datenbank, um mehr über den Bestand und die Wanderbewegungen der drei bis acht Kilogramm schweren Tiere zu erfahren, und die bessere Vernetzung von Waldgebieten. Letzteres nämlich ist das Hauptproblem der scheuen Einzelgänger, die nachts vor allem Mäuse jagen. Weil Waldgebiete häufig durch Straßen, Siedlungen und Felder zerschnitten sind, können die Katzen nur schwer in andere Wälder weiterziehen, etwa um sich dort inzestfrei zu vermehren.

Zu dem nun beendeten Projekt gehörte es daher, grüne Korridore aus 25.000 Bäumen und Sträuchern zu pflanzen. Die Wiedervernetzung von Wäldern sei machbar, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter. Schon 2014 hatte das Umweltministerium die Situation der Wildkatzen als verbessert eingestuft. Der Bestand wird heute auf 5.000 bis 7.000 Tiere geschätzt.

Quelle: F.A.Z.
Henrike Roßbach
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
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