71 Todesopfer

Absturz bei Moskau wegen vereister Messgeräte

 - 16:52

Falsche Geschwindigkeitsanzeigen infolge einer Vereisung der Messgeräte sind womöglich die Ursache für den Absturz eines Passagierflugzeugs in der Nähe von Moskau, bei dem am Sonntag alle 71 Menschen an Bord ums Leben kamen. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kam eine Ermittlungskommission des Zwischenstaatlichen Luftfahrtkomitees (IAC), einer Behörde von elf aus Sowjetrepubliken hervorgegangenen Staaten mit Sitz in der russischen Hauptstadt.

Die Ermittler beriefen sich am Dienstag auf eine Auswertung der beiden Flugschreiber der An-148 der russischen Saratov Airlines, die kurz nach dem Start vom Moskauer Flughafen Domodjedowo von den Radarschirmen verschwunden war. Laut der IAC-Kommission waren auf den Flugschreibern die Daten von insgesamt 16 Fügen gespeichert; bei dem letzten Flug sei die Beheizung aller drei Druckmessgeräte abgeschaltet gewesen, anders als bei den 15 Flügen zuvor. So hätten die Piloten womöglich falsche Daten über die Geschwindigkeit erhalten.

Zweieinhalb Minuten nach dem Start auf einer Höhe von 1300 Metern und bei einer Geschwindigkeit von 465 bis 470 Stundenkilometern hätten unterschiedliche Geschwindigkeitsanzeigen eingesetzt. Dreieinhalb Minuten später schlug die Maschine auf einem Feld rund 80 Kilometer südöstlich von Moskau auf. Die Ermittler wollten untersuchen, warum die relevanten Messgeräte nicht beheizt waren, und dazu auch mit dem ukrainischen Hersteller des Flugzeugs, Antonow, Kontakt aufnehmen. An Bord des Fluges nach Orsk waren 65 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder.

Quelle: frs., F.A.Z.
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