In weiten Teilen Deutschlands

Mit den Unwettern ist es noch nicht vorbei

 - 20:47

Hitzewarnung im Nordosten, Gefahr extremer Unwetter im westlichen und südöstlichen Bergland: Temperaturen um 30 Grad Celsius bescheren Deutschland am Samstag schwülheißes Wetter mit örtlich hoher Gewitterneigung. Am heißesten wurde es am Samstag mit etwa 33 Grad in der Leipziger Tieflandsbucht, ähnlich war es im Raum Berlin, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Schon am Nachmittag entluden sich in Teilen Thüringens, Sachens und Bayerns schwere Unwetter mit Starkregen.

In Regensburg musste ein Festival wegen Starkregens abgebrochen werden. Die 3000 Besucher hätten das Gelände besonnen und friedlich geräumt, berichtete die Polizei am Samstagabend. Unwetterwarnungen gab es auch für Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

„Ausgehend von den Mittelgebirgen breiten sich Gewitter langsam nach Westen aus“, sagte Adrian Leyser vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach der Deutschen Presse-Agentur. Von Unwettern verschont bleiben sollten demnach der Norden und Nordosten.

In Rheinland-Pfalz traf es den Eifelkreis Bitburg-Prüm. Mehr als 900 Rettungskräfte kämpften hier stundenlang gegen das Unwetter, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Das Telefonnetz fiel in manchen Orten aus, auch der Bahnverkehr war betroffen. In allen Flüssen des Eifelkreises drohe Hochwasser.

Auch Mainz und das Umland bekamen etwas ab. Starkregen und Sturmböen lösten einen Großeinsatz aus, wie die Feuerwehr mitteilte. Bis Mitternacht gingen 150 Notrufe ein. Etliche Keller standen unter Wasser, Blitze schlugen ein. Ein Dachstuhl ging in Flammen auf. Besonders betroffen war der Bereich Bingen.

Mit Blitz und Donner zog ein heftiges Gewitter über Schweinfurt. Bäume stürzten um, Straßen standen unter Wasser, Keller wurden geflutet, wie das Rote Kreuz mitteilte. Zwei Menschen wurden bei dem Unwetter leicht verletzt. Hier verbuchten die Rettungskräfte am Samstagabend mehr als 230 Einsätze.

Ein Gewitter mit Starkregen tobte über Heilbronn. „Wir haben mehr als 450 Rettungseinsätze gezählt“, sagte ein Sprecher der Polizei. Viele Straßen waren unpassierbar. „Auch einige Firmen und Betriebe meldeten Land unter“, sagte der Sprecher.

In Thüringen flutete das Unwetter die Innenstadt von Meiningen. Auch Bäume knickten um. Die Feuerwehr rückte wegen zahlreicher vollgelaufener Keller aus.

Schwülwarme Witterung am Sonntag

Auch für Sonntag sagte der Meteorologe eine vielerorts ähnliche schwülwarme Witterung vorher, mit Temperaturen über 30 Grad nordöstlich der Elbe. Wieder seien verbreitet lokale Unwetter möglich, ausgenommen seien nur der Nordwesten, der äußerste Nordosten und vermutlich auch der unmittelbare Alpenrand, sagte Leyser weiter.

Die Unwettergefahr soll laut DWD in der neuen Woche abnehmen. „Am Montag kommt eine Kaltfront von Nordwesten und verlagert sich langsam bis zur Wochenmitte nach Südosten“, sagte Leyser. Ab Mittwoch werde es in ganz Deutschland ruhiger und kühler - mit Temperaturen vielerorts um die 20 Grad oder knapp darüber. Die Temperaturen könnten sich aber wieder erholen. „Ob die Hitze zurückkehrt, kann man derzeit noch nicht sagen“, meinte Leyser.

Quelle: dpa
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenUnwetterDeutschlandPolizeiHamelnNordosten