Extreme Regenfälle

In Hildesheim steigen weiter die Pegel

 - 08:05

Nach heftigem Dauerregen beobachten die Rettungskräfte im niedersächsischen Hildesheim weiter die steigenden Pegelstände. „Bisher hält alles, wir sind nach wie vor auf alles vorbereitet“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am frühen Mittwochmorgen. Die Evakuierung von Wohngebieten in der Stadt sei erst einmal kein Thema. Allerdings sei alles für diesen Fall vorbereitet: „Die Türen einer Notunterkunft stehen offen“, betonte der Sprecher. Bisher hätten sich 13 Menschen von selbst in die Unterkunft begeben und würden dort mit dem Nötigsten versorgt.

Die Feuerwehr war in der Nacht mit rund 200 Kräften im Einsatz. „Wir verbauen Sandsäcke und prüfen, ob sie dem Druck stand halten“, sagte der Sprecher weiter. An einigen Stellen sickere Wasser durch die aufgeschichteten Säcke - jedoch ausschließlich an Grünflächen entlang der Innerste, einem Nebenfluss der Leine. „Die Innerste hat in der Nacht am Pegel Heinde einen Rekord erreicht“, sagte ein Sprecher der Stadt am Mittwoch. Beim Hochwasser 2007 stand das Wasser bei 675 Zentimeter, in der Nacht zum Mittwoch erreichte es die Marke von 694 Zentimeter. Eine unmittelbare Gefahr für die Menschen bestehe jedoch nicht.

Trüber Sommer
Tief „Alfred“ sorgt für Dauerregen
© dpa, reuters

Bald keine Bilderbuchsommer mehr?

Auch in den von Überschwemmungen betroffenen Landkreisen Holzminden und Hameln-Pyrmont war die Lage stabil. „Wir freuen uns über die kurze Regenpause“, sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle am frühen Mittwochmorgen.

Nach Ansicht von Potsdamer Klimaforschern wird ein Sommer mit Stark- und Dauerregen über mehrere Tage in Deutschland bald nicht mehr nur Ausnahme sein. „Ganz „normale“ Bilderbuchsommer, trocken und mit Temperaturen um die 25 bis 30 Grad über mehrere Wochen werden immer seltener“, sagte der Meteorologe Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung der Deutschen Presse-Agentur. Normal werden nach seiner Einschätzung zunehmend längere Trockenperioden und Hitzephasen, gefolgt von Stark- und Dauerregen. „Es bleibt nur übrig, sich auf Wechselspiele der Extreme einzustellen“, sagte Hoffmann.

Auch den Landwirten macht das Wetter dieses Jahr zu schaffen. Nach einem heißen Juni kommt nun ausgerechnet zur Erntezeit der Regen. Die Bauern rechnen beim Getreide daher für 2017 bestenfalls mit einer durchschnittlichen Ernte.

Quelle: chrs./dpa
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