Verheerende Waldbrände

Fast 300 Menschen in Kalifornien vermisst

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Mindestens 23 Menschen tot, fast 300 vermisst – die Waldbrände in Kalifornien zählen schon jetzt zu den schlimmstenin der Geschichte des bevölkerungsreichsten Bundesstaats der Vereinigten Staaten. Der Kampf gegen die derzeit 22 Großbrände werde noch viele Tage weiter gehen, erklärte die kalifornischen Wald- und Feuerschutzbehörde am Mittwoch. Fast 70.000 Hektar Land und tausende Häuser wurden bereits zerstört. Mehrere Bundesstaaten schickten Löschflugzeuge und Einsatzkräfte zur Unterstützung.

Die Lage in den Gebieten nördlich von San Francisco werde sich „weiter verschlimmern, bevor es besser wird“, sagte der Leiter der kalifornischen Wald- und Feuerschutzbehörde (Cal Fire), Ken Pimlott. Der Kampf gegen das Feuer werde noch lange dauern. Auch die Zahl der Todesopfer drohe weiter zu steigen.

Jüngsten Behördenangaben zufolge kamen bereits mindestens 23 Menschen ums Leben. Elf Todesfälle wurden aus dem besonders stark von den Bränden betroffenen Weinbaugebiet Sonoma gemeldet, sechs Menschen starben im Bezirk Mendocino. Damit gehören die derzeitigen Brände zu den tödlichsten in der Geschichte Kaliforniens – der Statistik zufolge waren bislang nur fünf noch schlimmer.

Fast 70.000 Hektar Land zerstört

Im ganzen Bezirk Sonoma seien gut die Hälfte der 600 Vermissten gefunden worden, sagte Sheriff Robert Giordano. 285 Menschen würden aber noch vermisst. Das Handynetz war durch die Zerstörung von rund 70 Prozent der Sendemasten stark in Mitleidenschaft gezogen.

Durch die 22 Waldbrände wurden nach Schätzungen der Feuerwehr seit Sonntag rund 3500 Gebäude und fast 70.000 Hektar Land zerstört. 25.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, etwa 5000 von ihnen kamen in Notunterkünften unter. Oft mussten die Bewohner mitten in der Nacht ihre Häuser verlassen.

Waldbrände in Kalifornien
Zahl der Toten steigt weiter
© dpa, reuters

Der 53-jährige Bob Nelson sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe sein Haus Sonntagnacht verlassen müssen. Zwischenzeitlich habe er zurückkehren können, und sein Haus sei unbeschadet gewesen. „Aber dann wurden wir erneut evakuiert“, sagte er. Nun wisse er nicht, ob sein Haus noch stehe.

In der 175.000-Einwohner-Stadt Santa Rosa brannten ganze Straßenzüge nieder. „Ich hatte die Hoffnung, dass mein Haus es überlebt hat, aber...“, sagte der 63-jährige Michael Desmond unter Tränen vor seinem zu Asche zerfallenen Häuschen.

Die Ausweitung der Brände wurde durch starke Winde und eine Luftfeuchtigkeit von gerade einmal acht Prozent begünstigt. „Wir haben immer noch die Auswirkungen von fünf Jahren Dürre“, führte Pimlott aus. Die ausgedörrten Pflanzen seien im wahrsten Sinne des Wortes „explosiv“. Die Brände breiteten sich daher viel schneller aus, als die Feuerwehr vorwärts komme.

Etwa 8000 Feuerwehrleute sowie 73 Löschhubschrauber und 30 Löschflugzeuge waren im Einsatz. Aus den benachbarten Staaten seien zur Unterstützung insgesamt 170 Löschmaschinen angefordert worden und aus dem Rest des Landes 154 weitere, sagte Cal Fire-Chef Pimlott.

Die kalifornische Nationalgarde entsandte 700 Soldaten zur Unterstützung der Einsatzkräfte, bis Donnerstag sollten 1800 weitere eintreffen. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown hatte wegen der Brände den Notstand für acht Bezirke ausgerufen. Präsident Donald Trump erklärte seinerseits den Katastrophenfall, um Bundesmittel für die betroffene Region freizugeben. 1933 waren beim Griffith-Park-Feuer im Bezirk Los Angeles mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen. 1991 starben durch ein Feuer im kalifornischen Oakland Hills 25 Menschen.

Quelle: AFP
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