Unglücke
Naturkatastrophe

Neun Tote nach Sturzflut in Arizona

Von Bernd Steinle
© AP, F.A.Z.

Nach einer Sturzflut in einem Fluss im amerikanischen Bundesstaat Arizona sind nach Behördenangaben mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Sie gehörten laut lokalen Medien zu 14 Mitgliedern einer Großfamilie, die am Samstagnachmittag an dem beliebten Badeplatz Cold Springs Abkühlung gesucht hatten. Die Badestelle liegt an einem Fluss im Tonto National Forest in der Nähe des Orts Payson, knapp 150 Kilometer nordöstlich von Phoenix. Sie ist besonders an heißen Tagen ein populäres Ausflugsziel.

Wie Augenzeugen berichteten, wurden die Opfer beim Baden von einer meterhohen Flutwelle überrascht. Zunächst sei nur ein lautes Rauschen zu hören gewesen, dann sei wie aus dem Nichts eine rasende Wand aus schmutzig-braunem Wasser, das Äste, Geröll und ganze Baumstümpfe mit sich trug, durch den Canyon geschossen. Die Menschen versuchten sich an Bäumen und Sträuchern festzuklammern, andere wurden von der Kraft der gewaltigen Wassermassen mitgerissen.

Unter den Opfern waren nach Aussagen von Angehörigen vier Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren und zwei Jugendliche. Eine Person wurde zunächst noch vermisst. Nach Angaben der Rettungskräfte waren zum Zeitpunkt des Unglücks mehr als 100 Menschen im Wasser. Ursache für die Sturzflut war offenbar ein schweres Unwetter, das sich zwölf Kilometer nördlich des Unglücksorts ereignet hatte.

Höchste Gefahr nach Trockenperioden und Buschbränden

Im Sommer kommt es in den Wüstengebieten der Bundesstaaten Arizona und Utah immer wieder zu Sturzfluten mit Todesopfern. Im September 2015 waren durch eine Flutwelle im Short Creek, an der Grenze zwischen Arizona und Utah, 13 Menschen ums Leben gekommen, als der Fluss fast drei Meter über den Normalstand gestiegen war. Die enormen Regenmengen, die bei den Unwettern niedergehen, können dabei vom Erdboden nicht mehr aufgenommen werden und fließen in sonst oft trocken liegende Flussbetten ab. Dort sammelt sich das Wasser und kann in seinem Verlauf, besonders wenn es sich durch schmale Canyons zwängt, zu reißenden Fluten anschwellen.

Besonders hoch ist die Gefahr nach längeren Trockenperioden und Buschbränden. Auch die Vegetation in der Unglücksregion hatte zuvor unter Buschfeuern gelitten. Dazu kommt, dass die Fluten oft ohne Vorwarnung, buchstäblich aus heiterem Himmel, über die Opfer hereinstürzen – offenbar auch in diesem Fall: Am Unglücksort hatte es unmittelbar vor der Flutwelle nach Aussage von Augenzeugen nicht einmal geregnet.

Quelle: F.A.Z.
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