Hochwasseralarm in Paris

Seine erreicht Höchststand

Von Michaela Wiegel, Paris
 - 17:35
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Paris hat am Montag nach tagelangem Hochwasseralarm leicht aufatmen können: Die Seine erreichte in der Nacht mit einem Pegelstand von 5,84 Meter ihr vorläufiges Jahreshoch. Damit blieb der Pegel niedriger als beim Hochwasser im Juni 2016, als 6,1 Meter erreicht wurden. Katastrophale Überschwemmungen sind deshalb laut Angaben des Informationsdienstes Vigicrues in der Hauptstadt nicht zu erwarten. Das Hochwasser werde von Dienstag an langsam zurückgehen.

Sieben Bahnhöfe der Vorortbahn RERC, deren Linienführung dem Fluss folgt, bleiben noch mindestens bis zum 5. Februar gesperrt. Die flussnahen Museen wie der Louvre und das Musée d’Orsay haben einen Notfallplan aktiviert, um die Reserven in den untersten Etagen vor möglichen Überschwemmungen zu schützen. Der Louvre bleibt für den Publikumsverkehr geöffnet, hat aber die im Untergeschoss befindlichen Ausstellungsräume zur islamischen Kunst geschlossen. 1500 Menschen, die in der Nähe der Seine wohnen, wurden vorsorglich in Notunterkünfte gebracht.

Grund für das Hochwasser sind die ungewöhnlich starken Regenfälle der vergangenen Wochen. Laut staatlichem Wetterdienst war der Jahresbeginn in Paris noch nie so verregnet seit Beginn der Aufzeichnungen. Hochwasser ist dabei in der französischen Hauptstadt keine Seltenheit. Im Januar 1910 stieg der Wasserpegel auf 8,62 Meter. Die OECD kritisierte in einem Bericht, dass Paris den Katastrophenschutz vernachlässige. So müsse dringend ein fünftes künstliches Überlauf-Reservoir gebaut werden, um den Wasserstand besser steuern und eine Hochwasser-Katastrophe von der Hauptstadt abwenden zu können. Laut Berechnungen der OECD würde ein Hochwasser wie 1910 Sachschäden in der Höhe von 30 Milliarden Euro in Paris anrichten.

Quelle: F.A.Z.
Michaela Wiegel
Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.
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