Gewittertief „Nadine“

Unwetter sorgt für Einschränkungen im Zugverkehr

 - 07:35

Wegen des Gewittertiefs „Nadine“ gibt es auch am Freitagmorgen noch Einschränkungen im Zugverkehr – vor allem im Norden Deutschlands. Auf vielen Fernverkehrsverbindungen müssten Passagiere mit Verspätungen in Folge der Störungen rechnen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am frühen Freitagmorgen. Eine Übersicht aller Behinderungen bietet das Unternehmen hier.

Demnach waren die ICE-Strecken Hannover-Hamburg-Kiel, Bremen-Hamburg sowie Osnabrück-Löhne noch am Morgen gesperrt. Wie lange die Störungen andauern würden, war zunächst unklar. Auf den übrigen Fernverkehrsstrecken würden die Züge teilweise umgeleitet. Auch im Regionalverkehr sollten sich Fahrgäste auf Ausfälle und Verspätungen einstellen.

Das Unwettertief war über weite Teile Deutschlands hinweggezogen und hatte Chaos auf zahlreichen Bahn-Strecken verursacht. Für Reisende, die ihre Fahrt nicht mehr fortsetzen konnten, stellte die Deutsche Bahn an mehreren Bahnhöfen Aufenthaltszüge bereit.

Mehrere Verletzte in Mittelhessen

Am späten Donnerstagabend waren im Norden auch die Strecken des Bahnbetreibers Metronom betroffen, wie das Unternehmen mitteilte. Demnach sei für den Freitagmorgen noch mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Auf der Strecke des RE 3/RB 31 (Uelzen-Lüneburg-Hamburg) sei voraussichtlich kein Zugverkehr möglich. Die übrigen Strecken wie der RE 4/RB 41 (Bremen-Rotenburg-Hamburg) oder der RE 2 (Göttingen-Hannover-Uelzen) seien auch am Morgen noch auf Teilabschnitten gestört, hieß es. Der Betreiber bat alle Fahrgäste, sich frühzeitig zu informieren.

Wegen der Gewitterfront war an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt für etwa eine halbe Stunde der Betrieb eingestellt worden. Etwa ein Zehntel der mehr als 1500 geplanten Starts und Landungen fiel aus. Auch in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland knickte der Sturm Bäume um und sorgte für Verkehrsbehinderungen.

Beim Durchzug der Unwetterfront in Mittelhessen sind am Donnerstagnachmittag mehrere Menschen verletzt worden. Eine 20 Meter lange Jalousie löste sich an einem Café in Bad Vilbel und verletzte drei Menschen, einen davon schwer, wie ein Polizeisprecher in Gießen berichtete. In Marburg stürzte ein Baum auf ein Auto, wobei ebenfalls eine Person Verletzungen erlitt.

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Nach heftigem UnwetterVerkehrschaos in Deutschland

In Mainz wurde in der Innenstadt eine Frau durch ein losgerissenes Werbebanner im Gesicht verletzt.

Die Besucher der Leichtathletik-EM in Berlin wurden am Abend dazu aufgerufen, wegen des aufziehenden Gewitters zunächst im Olympiastadion zu verharren. „Bitte bleiben Sie hier, das ist der sicherste Ort für Sie“, hieß es am Ende der Veranstaltung. Kurz nach 22.30 Uhr hatten jedoch fast alle Zuschauer bei nachlassendem Regen die Tribünen verlassen.

Am Wochenende wieder sommerlich

Beim Zusammenstoß eines Autos mit einem umgestürzten Baum sind in Sassenberg (Kreis Warendorf) im Münsterland vier Menschen verletzt worden. Ein 78 Jahre alter Fahrer war mit seinem Wagen am Donnerstagnachmittag unterwegs, als plötzlich ein Baum vor dem Fahrzeug auf die Straße fiel, wie die Polizei mitteilte. Nach dem Zusammenprall brachten Rettungskräfte ihn und die drei übrigen Insassen des Wagens ins Krankenhaus.

Am Freitag drohen weitere Unwetter, vor allem im Westen Deutschlands. Zum Wochenende dürfte sich das Wetter wieder beruhigen. Laut DWD ist die große Hitze dann zwar vorerst vorbei - sommerlich warm bleibt es trotzdem. Die Höchsttemperaturen sollen nach langer Zeit flächendeckend aber unter 30 Grad liegen. Hoch „Kevin“ bringt trockene Luft - außer dem Südosten Bayerns und Schleswig-Holstein.

Trotz der Gewitter ist die Trockenheit der letzten Wochen nach wie vor ein großes Problem. Allein im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen gab es Schätzungen zufolge mehr als 100 Waldbrände. „Das sind ungewöhnlich viele“, sagte Michael Blaschke von Wald und Holz NRW am Donnerstag.

Quelle: dpa
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