Ausland
Südchinesisches Meer

China protestiert gegen amerikanisches Kriegsschiff

© AFP, dpa/Reuters/chrs

China hat scharf gegen das Manöver eines amerikanischen Kriegsschiffes in territorial umstrittenen Gewässern des Südchinesischen Meeres protestiert. Der Zerstörer „USS John S. McCain“ sei illegal in das Seegebiet um ein Riff der Spratly-Inseln eingedrungen, kritisierte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, am Freitag in Peking. „Ein solches Vorgehen untergräbt ernsthaft Chinas Souveränität und Sicherheit und gefährdet das Personal beider Seiten an der Frontlinie.“

Die Sprecherin der Pazifikflotte, Nicole Schwegmann, sagte, dass sich die amerikanischen Streitkräfte bei ihren täglichen Einsätzen in der asiatisch-pazifischen Region, einschließlich des Südchinesischen Meeres, stets an internationales Recht hielten. Das amerikanische Militär demonstriere damit, dass es überall dort, wo es völkerrechtlich erlaubt sei, mit Schiffen fahre und mit Flugzeugen fliege.

Mit der Durchquerung der Zwölf-Meilen-Zone um die von China beanspruchten, künstlich aufgeschütteten Atolle hatten die Vereinigten Staaten am Donnerstag für die „Freiheit der Schifffahrt“ eintreten wollen. Es war das dritte Manöver dieser Art seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump im Januar. Das internationale Schiedsgericht in Den Haag hatte die weitreichenden Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer vor einem Jahr als unrechtmäßig abgewiesen.

Zeitung fordert neutrales Verhalten Chinas

Nach Ansicht der staatlichen chinesischen Zeitung „Global Times“ sollte sich China im Falle eines nordkoreanischen Angriffs gegen die Vereinigten Staaten neutral verhalten. Wenn allerdings die Vereinigten Staaten und Südkorea zuerst angriffen und versuchten, die nordkoreanische Regierung zu stürzen, werde China dies verhindern, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Leitartikel der Zeitung, die nicht die Politik der Regierung wiedergibt. China gelinge es nicht, die Vereinigten Staaten oder Nordkorea zum Einlenken zu bewegen. Sollten chinesische Interessen betroffen sein, werde China sich jedem widersetzen, der am Status Quo etwas ändern wolle. Der Norden der geteilten koreanischen Halbinsel stellt für China eine Pufferzone zu den im Süden stationierten amerikanischen Streitkräften dar.

Nordkorea und die Vereinigten Staaten hatten sich in den vergangenen Tagen einen immer heftiger werdenden verbalen Schlagabtausch geliefert. Die Führung in Pjöngjang drohte mit einem Angriff auf die amerikanische Pazifikinsel Guam. Der amerikanische Präsident Donald Trump drohte Nordkorea wiederum „mit Feuer und Zorn“, wie es die Welt noch nicht gesehen habe. Er forderte China wiederholt zum Handeln auf. „China kann viel mehr tun“, sagte er. China ist Nordkoreas wichtigster Verbündeter und bedeutendster Handelspartner.

Quelle: dpa/Reuters/chrs
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