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Zwischen Pjöngjang und Pyeongchang

Von Patrick Welter, Pyeongchang
 - 20:18

Sport und militärische Gewalt sind in Korea schon oft eine unglückselige Verbindung eingegangen. Wenige Monate vor den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul sprengten nordkoreanische Agenten Korean-Air-Flug 858 in die Luft. 115 Menschen starben. Vierzehn Jahre später, während der Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea 2002, attackierten nordkoreanische Schiffe zwei Patrouillenboote des Südens. 19 Seeleute kamen ums Leben, 43 wurden verletzt. Militärische Angriffe des Nordens gab es in den vergangenen Monaten nicht, doch testete das Regime im Norden mehrmals Interkontinentalraketen und eine Atombombe. Direkt vor den Beginn der Winterspiele setzte Nordkoreas Alleinherrscher Kim Jong-un noch eine Militärparade in Pjöngjang. Ist das ein Umfeld für eine Annäherung, aus der ein friedliches Miteinander erwachsen kann?

Einer, der das mit Inbrunst erhofft, ist Südkoreas Präsident Moon Jae-in. Als am Freitag, begleitet vom Jubel der Zuschauer, nord- und südkoreanische Sportler gemeinsam unter neutraler Korea-Fahne in das Olympiastadion in Pyeongchang einmarschierten, ging für Moon ein Traum in Erfüllung. Seit dem vergangenen Sommer betet er das Mantra der Friedensspiele. Lange sah er wie ein einsamer Rufer in der Wüste aus. Im Norden schwieg Kim, und in Amerika setzte Präsident Donald Trump auf maximalen Druck gegen das diktatorische Regime. Dann aber ging alles ganz schnell, nachdem Kim am Neujahrstag die Bereitschaft Nordkoreas erklärt hatte, an den Spielen teilzunehmen.

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Quelle: F.A.Z.
Patrick Welter
Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.
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