Eklat nach G 7

Die Wut des Donald Trump

Von Klaus-Dieter Frankenberger
 - 16:50
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Fiasko nach G-7- GipfelTrump hinterlässt einen Scherbenhaufen

Donald Trump ist wiederholt als Abrissbirne der internationalen Politik dargestellt worden. Was für normale Zeitgenossen das Gegenteil eines Kompliments wäre, dürfte dem Egomanen im Weißen Haus gefallen. Denn das tut er: Abmachungen schreddern, Ordnung auflösen, Partner erpressen. Er glaubt allen Ernstes, dass Amerika so wieder „groß“ werde. Wenn also das Treffen der führenden westlichen Industrienationen (G 7) faktisch ad absurdum geführt wird – so what. Die Wut ist meine, spricht Donald Trump, und schuld sind die anderen und die Handelsüberschüsse.

Merkel und May, Macron und Abe müssen jetzt, nach den Erlebnissen in Kanada und Trumps Attacken danach, klären, ob sie das, was der amerikanische Präsident sagt, als rationalen Debattenbeitrag werten oder als Kampfansage. Was soll man von dem Ausruf halten, falls die Partner nicht parierten, werde man den Handel mit ihnen einstellen? Vernünftige Berater sollten Trump einmal erklären, was das für die amerikanische Wirtschaft bedeuten würde, die mit der kanadischen und der mexikanischen so eng verflochten ist, dass man von einem nordamerikanischen Markt sprechen kann.

Zählt alles nicht. Für Trump zählen allein die Handelsüberschüsse – und die Autos aus deutscher Produktion auf amerikanischen Straßen sind ihm der größte Dorn im Auge. Man sollte sich nichts vormachen. So richtig es ist, eine Zuspitzung des Handelsstreits zu vermeiden, so wenig wird man dadurch erreichen, dass man sich vor Trump in den Staub wirft. Er hat es auf Eskalation angelegt und davon wird er sich nicht dadurch abbringen lassen, dass die Europäer, gut gemeint, Studien erstellen, ob europäische Exporte in die Vereinigten Staaten tatsächlich deren nationale Sicherheit gefährden. Damit gibt man einem haltlosen Argument unverdient Glaubwürdigkeit. Was von Trumps „Idee“ zu halten ist, Zölle und Barrieren ganz abzuschaffen, kann man daran sehen, was er von TPP und TTIP hält: nichts.

Die G 7 war einmal ein Kreis gleichgesinnter Länder mit gemeinsamer Wertebasis und ähnlichen Interessen. Schon Russland, aus Sentimentalität oder Dankbarkeit zur Teilnahme eingeladen, war ein Fremdkörper. Dass der Präsident der Vormacht des Westens wie eine Furie wirkt, voller Verachtung für Partner, besonders für die, die nicht gleich kuschen, das ist eine harte Erfahrung. Den Zustand des Westens kann man wirklich nicht schönreden.

Quelle: F.A.Z.
Klaus-Dieter Frankenberger
verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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