Nach heftiger Kritik

Trump bestreitet „Drecksloch“-Bemerkung

 - 10:42

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat Berichte zurückgewiesen, wonach er bestimmte Herkunftsländer von Migranten als „Drecksloch-Länder“ bezeichnet haben soll. „Die Sprache, die ich bei dem Daca-Treffen benutzt habe, war hart, aber das war nicht die Sprache, die benutzt wurde“, schrieb Trump am Freitag auf Twitter.

Bei dem Treffen ging es um einen Kompromiss in der Einwanderungspolitik, der auch eine Lösung für das sogenannte Daca-Programm vorsieht. Dieses bietet bislang Hunderttausenden jungen Migranten Schutz.

Laut „Washington Post“ und anderen amerikanischen Medien soll Trump bei dem Treffen mit Senatoren am Donnerstag gefragt haben, warum die Vereinigten Staaten so viele Menschen aus „Drecksloch-Ländern“ aufnehmen müssten. Er zeigte sich damit den Berichten zufolge frustriert über Vorschläge von Senatoren, Migranten aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Ländern im Rahmen eines Einwanderungsdeals einen Schutzstatus zu geben.

Die Vereinten Nationen reagierten empört auf die Berichte. Die Äußerungen ließen sich nicht anders als „rassistisch“ bezeichnen, sagte der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, Rupert Colville, am Freitag in Genf vor Journalisten. „Man kann nicht ganze Länder und Kontinente als ‚Dreckslöcher‘ abtun, deren Einwohner, die alle nicht weiß sind, deshalb nicht willkommen sind.“

Haiti, eines der von Trump ausdrücklich genannten Länder, bestellte unterdessen den obersten amerikanischen Diplomaten ein, um die Äußerungen des amerikanischen Präsidenten zu diskutieren. Robin Diallo, die derzeit amtierende Botschafterin der Vereinigten Staaten in Haiti, werde sich am Freitag mit dem haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse treffen, sagte ein leitender Abteilungsbeamter gegenüber CNN.

Berichtigung Robin Diallo

In einer früheren Version dieses Artikels wurde Robin Diallo, die Botschafterin der Vereinigten Staaten in Haiti, fälschlicherweise als „Botschafter“ bezeichnet.

Quelle: alri./dpa
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