Drei Tage Gefangenschaft in Kongo

Freiwillig will ich meinen Sarg nicht besteigen

Von Thomas Scheen, Kiwanja
 - 20:25

Théophile Mpabuka ist noch dabei, die Rebellion des Laurent Nkunda in den höchsten Tönen zu loben, als plötzlich mit Speeren, Messern und Schnellfeuergewehren bewaffnete Jugendliche im Innenhof des kleinen und verlassenen Hotels in Kiwanja auftauchen. Einer kommt in den Raum, in dem wir uns mit dem neuen Kreisverwalter von Nkundas Gnaden unterhalten, schaut sich wortlos um und geht wieder. „Das sind Maï-Maï“, flüstert mein Übersetzer Charles. Draußen wird geschossen.

Es ist Dienstag, 4. November, 13 Uhr, und nichts hatte auf einen Angriff der regierungsnahen Miliz der Maï-Maï auf die Ortschaften Rutshuru und Kiwanja im Osten Kongos hingedeutet, wo sich Nkunda vor nahezu zwei Wochen festgesetzt hat. Im Gegenteil: Die Hilfsorganisationen aus Goma standen Schlange bei Nkundas Würdenträgern, um eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, so friedlich wirkte die Region nach dem Rückzug der kongolesischen Armee.

Wir gehen in Deckung

Die Gefechte rund um das Hotel Grefamu, in dem wir festsitzen, nehmen zu. Wir gehen in Deckung. Zwei Stunden später verlagert sich der Gefechtslärm nach Osten. Die Hauptstraße in Richtung Goma aber verläuft im Westen von Kiwanja. Ich will es riskieren. Wir - mein Fahrer Roger Bamkana, mein Übersetzer Charles Ntiricya, der Nkunda-Gefolgsmann Théophile Mpabuka und ich - besteigen das Auto und fahren nach Süden in Richtung Rutshuru. Es ist 15 Uhr.

Dann geht alles ganz schnell: Das Auto wird gestoppt, die Insassen werden herausgeholt, ihre Taschen geleert. Wir werden gefesselt und liegen verschnürt im Dreck der Hauptstraße. Der Anführer der Gruppe der Maï-Maï, die uns nach nur 300 Meter Fahrt gefangenengenommen hat, will von Akkreditierungen nichts wissen und befiehlt, dass zwei von uns in den Kofferraum klettern. Ich weigere mich. Er bedroht mich mit einem Speer, dann mit einer Kalaschnikow. Ich weigere mich. Freiwillig will ich meinen eigenen Sarg nicht besteigen. Ich werde zusammen mit Charles auf den Rücksitz verfrachtet. Neben uns quetschen sich Kinder mit Schnellfeuerwaffen in das Auto, auf dem Beifahrersitz sitzen gleich drei. Auf dem Dach sitzen zwei weitere, auf der Motorhaube kauert der zehn Jahre alte Späher. Der Anführer quetscht sich hinters Steuer.

Ein Kugelhagel empfängt uns

Wir fahren in Richtung Rond-Point, der Kreuzung an der Straße, die Kiwanja von Rutshuru trennt und an der die Nkunda-Kämpfer die Angreifer der Maï-Maï zum Stehen gebracht haben. Ein Kugelhagel empfängt uns. Der Maï-Maï reißt das Steuer herum, zwei Kugeln durchschlagen den Kofferraum, eine davon trifft Theóphile am Kopf. Es ist zum Glück nur ein Streifschuss. Charles betet laut.

Die Maï-Maï rasen mit uns durch den umkämpften Ort, halten schließlich vor einer Schule. Wir werden in einen Klassenraum gesperrt. Wir dürfen die Fesseln abnehmen. Mein Rucksack wird durchsucht. Ich versuche, das Problem „à la congolaise“ zu regeln, mit Geld, und biete dem Anführer die 1500 Dollar an, die ich bei mir trage. Er nimmt es, dazu noch unsere Handys und mein Satellitentelefon und verschwindet. Wir warten.

Wir halten den Mund

Irgendwann werden wir wieder dorthin zurückgebracht, wo unser Tag begonnen hatte: in das verlassene Hotel Grefamu, wo wir einem hageren Mann Mitte 50 vorgestellt werden. Er stellt sich als Pascal Kasereka vor. Wir sitzen dem Maï-Maï-Chef in der Provinz Nord-Kivu gegenüber. Noch nie bin ich einem Menschen mit solch einer dämonischen Ausstrahlung begegnet. Er verhört mich, glaubt aber offensichtlich meinen Beteuerungen, meine beiden Begleiter und ich seien alle Journalisten. Er sagt, er werde meinen Fahrer Roger, meinen Übersetzer Charles und mich freilassen, nicht aber Théophile, von dem die Maï-Maï annehmen, er sei ein hohes Tier in der Rebellenorganisation von Laurent Nkunda. Wir halten den Mund und retten Théophile damit vermutlich das Leben. Dann will der Maï-Maï-Führer 5000 Dollar. Ich sage, dass ich kein Geld mehr habe. Er sagt, ich solle zum Posten der UN-Truppe Monuc in Kiwanja gehen und dort Geld auftreiben. Ich beratschlage mit Charles, den ich schließlich zurücklassen würde. Er sagt, ich solle Hilfe holen.

Mit zwei Maï-Maï-Kämpfern mache ich mich zu Fuß auf den Weg. Der Monuc-Posten liegt vier Kilometer die Hauptstraße hinauf. Es ist 17 Uhr, es wird dunkel. Wir kommen an zahlreichen Leichen vorbei, sie tragen alle eine Art Uniform. Ich sehe keine Toten, die eindeutig als Zivilisten zu identifizieren wären. Dafür steht halb Kiwanja an der Straße und jubelt den Maï-Maï zu. Kurz vor der Frontlinie prescht ein Auto heran. Ich werde wieder eingesammelt, ich weiß nicht, warum. Es geht zurück zu Pascal Kaserekas Stützpunkt; dort hat sich in der Zwischenzeit ein Ältestenrat gebildet, der über unsere weitere „Verwendung“ beratschlagt. Einer der Ältesten sagt, mein „Dossier“ sei „kompliziert“. Er gibt mir zu verstehen, dass die Maï-Maï mich nur gegen Nkundas Rückzug aus Rutshuru eintauschen wollen. Ich schwatze dem Maï-Maï-Führer mein konfisziertes Handy ab, rufe meine Frau in Südafrika an. Kurz darauf erreicht mich die Redaktion.

Ich schaue auf und sehe die Feuerzungen

Dann dürfen die Kindersoldaten, betrunken von ihrem Sieg, an dem gefangenen Weißen ihr Mütchen kühlen. Mehrmals wird mir ein Gewehr an den Kopf gehalten, dann leer abgedrückt. Die Maï-Maï schleppen zwei gefesselte Nkunda-Kämpfer heran. Ich schaue auf und sehe die Feuerzungen aus den Mündungen von zwei Kalaschnikows, die auf die beiden Männer zielen, sehe, wie die beiden Schatten fallen und regungslos liegenbleiben. Charles und Roger sitzen derweil in einem stickigen Kabuff zusammen mit dem Maï-Maï-Führer Pascal, der sich betrinkt.

Gegen Mitternacht bekomme ich die Erlaubnis, die Nacht zusammen mit drei Aufpassern im Auto zu verbringen, um aus der Schusslinie der „Kadokos“, der Kindersoldaten, zu kommen. Diejenigen, die sich für mich verwenden, sind „richtige“ Soldaten. Sie tragen Uniformen der regulären kongolesischen Streitkräfte und gut gewartet wirkende Waffen. Zwar bestreitet die kongolesische Regierung seit Jahr und Tag, gemeinsame Sache mit den Maï-Maï zu machen. Der Angriff auf Kiwanja aber war eine konzertierte Aktion der Miliz und der Armee. In der Nacht stoßen auch die gefürchteten Hutu-Milizen aus Ruanda zu den feiernden Maï-Maï. Ich werde Augenzeuge der Zusammenarbeit von Maï-Maï, regulärer Armee und der für den Völkermord in Ruanda 1994 verantwortlichen und seither in Kongo stationierten Hutu-Milizen der „Front Démocratique pour la Libération du Rwanda“ (Demokratische Front für die Befreiung Ruandas, FDLR). Im Morgengrauen des darauffolgenden Tages, es ist Mittwoch, der 5. November, bricht die Hölle los. Nkunda geht zum Gegenangriff über.

Wir müssen aussteigen und marschieren

Der Grund ist Théophile, außerdem sind zwei andere ranghohe Mitglieder der „Bewegung“ Nkundas in der Nacht gefangen genommen worden. Sie sollen nun befreit werden. Ich höre die Kugeln über meinen Kopf hinwegfegen. Die Kadokos werden wild und fordern meine Erschießung als gutes Omen für das bevorstehende Gefecht. Wieder sind es reguläre Soldaten, die sich vor mich stellen. Die Gefangenen - das heißt Charles, Roger und ich, Théophile und die beiden anderen in der Nacht gefangenen Nkunda-Leute - werden in einen Minibus verfrachtet, der nach Norden rast, weg von der Front. Auch die zwei Nkunda-Kämpfer sind dabei, von denen ich dachte, sie seien am Abend zuvor erschossen worden. Doch sie waren Opfer einer Scheinexekution. Nach ein paar Kilometern bleibt der Wagen im Morast stecken. Wir müssen aussteigen und marschieren zweieinhalb Stunden entlang den Virunga-Bergen in Richtung Lubero.

Als wir auf einer Anhöhe haltmachen, sehe ich in der Ferne Kiwanja und habe eine ziemlich genaue Vorstellung von unserem Aufenthaltsort - auch von der Richtung, in die ich rennen muss, wenn es brenzlig werden sollte. Doch einiges spricht dafür, dass diese Geiselnahme noch an diesem Mittwoch enden wird, die Drohgebärden haben aufgehört, die Geiselnehmer teilen sogar ihr Essen mit uns: Maniok und gerösteten Mais.

Ich verstehe nichts

Aber ich habe die Rechnung ohne „Major“ Miki Kambala gemacht, den Chef unserer achtköpfigen Bewachergruppe. Dem geht es nicht um Politik, sondern um Geld. Theóphile hatte das sofort verstanden und beginnt, mit dem Maï-Maï zu feilschen. Ich verstehe nichts von der auf Kisuaheli geführten Unterhaltung, weil mein Übersetzer Charles die Adrenalinschübe auf seine Weise verarbeitet: Er schläft.

Im Laufe des Mittwochs fällt Kiwanja zurück an die Nkunda-Kämpfer, die ein Massaker unter der Zivilbevölkerung anrichten. Damit ist uns der Rückweg abgeschnitten. Unsere Bewacher werden nervös. Im strömenden Regen marschieren wir nach Westen in Richtung des Virunga-Nationalparks. Die Maï-Maï sagen, ihr Ziel sei Kyondo am nördlichen Ufer des Edwardsees. Das ist eine Strecke von 150 Kilometern und heißt: wochenlang im Busch unterwegs zu sein und Gefahr zu laufen, an Cholera, Typhus, Malaria oder einer Lungenentzündung zu sterben. Nach zwei Stunden Marsch aber machen wir in der Dämmerung an einer Strohhütte am Fuß der Virunga-Berge halt. Alle sind vollkommen durchnässt. Die Strohhütte bietet vier Leuten Platz, wir Geiseln drängen uns zu acht hinein, machen ein Feuer und versuchen, unsere Kleidung zu trocknen. Als der Regen endlich aufhört, sehe ich in vier Kilometern Entfernung einen Antennenmast, der zu einem Lager der regulären kongolesischen Armee unmittelbar an der Straße von Rutshuru nach Butembo gehört. Ich überlege zu fliehen, tue es aber nicht. Die Maï-Maï sind allesamt 20 Jahre jünger als ich und würden mich im Handumdrehen wieder einfangen.

Ich gebe ihm die Telefonnummer meiner Frau

Donnerstag, 6. November: Nach einer vor Kälte und Nässe durchzitterten Nacht scheinen sich der Nkunda-Mann Théophile Mpabuka und der Maï-Maï-“Major“ Miki Kambala handelseinig zu sein. Das Lösegeld soll 30.000 Dollar betragen. Was ich nicht ahne: Das ist nur der Preis für den Nkunda-Teil der Geiseln, also für Théophile, die beiden Kämpfer und die zwei Zivilisten, die sich mir gegenüber wortkarg geben. Théophile, der mir am Vortag noch unterstellt hatte, die Gruppe im Stich lassen zu wollen, weil ich eine Landkarte in meinen Notizblock gekritzelt hatte, macht sich früh am Morgen mit Major Miki auf den Weg zurück nach Kiwanja, um das Geld aufzutreiben. Ich gebe ihm die Telefonnummer meiner Frau. Er wird sie später anrufen und auffordern, 30.000 Dollar zu überweisen.

Ich will nicht darauf warten, dass Théophile Mpabuka sich gnädig unserer entsinnt, sobald er seine eigene Haut gerettet hat. Da sich die verbliebenen fünf Bewacher entspannt zeigen, riskiere ich es, meinen Laptop auszupacken, den ich seit Dienstag in einem Rucksack mit mir herumtrage. Außerdem habe ich noch mein „B-Gan“, ein Gerät, mit dem sich über Satellit eine Internetverbindung herstellen lässt. Ich kann E-Mails versenden! Die Maï-Maï hatten das unscheinbare Gerät nicht erkannt, als sie den Rucksack durchsucht hatten. Einem Wächter, der den Aufbau des B-Gans misstrauisch beobachtet, erkläre ich, das Ding sei ein Solar-Ladegerät. Ich schreibe eine Mail an die Redaktion, in der ich eine relativ genaue Ortsangabe mache und das Lösegeld erwähne.

Sie werden geschlagen und getreten

Am späten Vormittag taucht eine zweite Gruppe Maï-Maï auf: zehn Mann, die unseren Bewachern an Feuerkraft weit überlegen sind. Die Gruppe geht auf die vier Geiseln los, die zum Nkunda-Lager gehören. Sie müssen sich ausziehen, sie werden geschlagen und getreten, schließlich fallen Schüsse. Ich wage es nicht, hinzusehen. Gleichzeitig wollen die Neuen den „Muzungu“ (“der Weiße“ auf Kisuaheli) und seine Begleiter haben. Es gehe darum, den Journalisten nach Kinyandonyi zu bringen, einem von Maï-Maï kontrollierten Dorf nahe Kiwanja. Sie sagen, wir sollten dort freigelassen werden. Meine beiden Begleiter und ich haben keine andere Wahl und folgen ihnen.

Auf halber Strecke müssen wir wieder auf einem Feld campieren. Die Ältesten seien noch nicht bereit, mich zu empfangen, heißt es. Gleichzeitig beteuern unsere neuen Bewacher, wir würden der regulären Armee übergeben, die in Kinyandonyi einen Stützpunkt unterhält. Ich traue der Geschichte nicht und sende in einem unbeobachteten Moment noch eine Mail nach Frankfurt, in der ich darum bitte, die Behörden meines Heimatlandes Belgien einzuschalten, um eventuelle Lösegeldverhandlungen mit dem Maï-Maï-Führer Pascal Kasereka zu beschleunigen. Ich kann zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, dass die Belgier ebenso wie der Krisenstab des Auswärtigen Amtes in Berlin und die UN-Truppe Monuc längst eingeschaltet sind und die kongolesische Armee deshalb nach uns sucht.

„Zu unserer eigenen Sicherheit“

Es vergehen weitere Stunden banger Hoffnung. Gegen Abend sagen uns die Anführer der neuen Maï-Maï-Gruppe, dass wir nicht nach Kinyandonyi marschieren, sondern „zu unserer eigenen Sicherheit“ eine weitere Nacht in der Hütte am Fuß der Virunga-Berge verbringen werden. Ich sage nein. Die Bewacher nehmen das nicht ernst und brechen auf. Ich bleibe sitzen. Charles und Roger bitten mich, Vernunft anzunehmen. Ich bewege mich keinen Zentimeter und sage den Maï-Maï, dass sie mich entweder tragen oder Gewalt anwenden müssen. Die verdutzten Bewacher beratschlagen kurz und schicken dann noch einmal einen Boten nach Kinyandonyi. Mein iPod, der bei der Durchsuchung auch übersehen worden war, hat noch ein wenig Strom. Ich klettere auf einen Termitenhügel und feiere den kleinen Sieg mit „Figaros Hochzeit“; der Sonnenuntergang über dem Virunga-Massiv ist atemraubend.

Spät am Abend brechen wir nach Kinyandonyi auf. Wir sind keine zehn Minuten unterwegs, da begegnet uns im Dunkeln eine andere Gruppe der Maï-Maï. Ihr Anführer sieht mich und fängt an zu schreien: Er habe seinen Anteil vom Lösegeld nicht bekommen. Kein Wunder: Es ist ja gar kein Geld gezahlt worden. Er droht damit, dass ich nur gegen Nkundas Rückzug aus Rutshuru ausgetauscht würde. Dann schießt er auf mich, aus wenigen Metern Entfernung. Im allerletzten Moment aber reißen ihm seine eigenen Leute das Gewehr weg. Der Schuss verfehlt sein Ziel.

Gefolgsleute holen den wütenden Schützen wieder ein

Von unseren anderen Bewachern ist keiner mehr zu sehen. Wir rennen los. Aber wohin in stockfinsterer Nacht? Minuten später holen uns die Gefolgsleute des wütenden Schützen wieder ein. Der Kerl sei betrunken, entschuldigen sie den Mordversuch, wir hätten nichts mehr zu befürchten. Sie erzählen, das ganze Dorf habe nach mir und meinen beiden Gefährten gesucht, weil die kongolesische Armee Druck auf die Maï-Maï ausübe, uns freizulassen. Wir marschieren weitere drei Stunden durch den nächtlichen Busch, vorbei an Voodoo-Altären, durch Sümpfe und dichten Wald. Immer wieder tauchen wie aus dem Nichts Kolonnen von bis zu hundert Maï-Maï-Kämpfern auf, begleiten uns wortlos ein paar Kilometer und verschwinden genauso lautlos, wie sie gekommen waren.

Am nächsten Morgen, es ist inzwischen Freitag, der 7. November, nach einer durchwachten Nacht - der dritten in Folge - geht es beim ersten Tageslicht mit unseren Bewachern im Laufschritt durch das noch schlafende Kinyandonyi. Ein halbbekleideter dicker Kongolese kommt auf uns zugestürmt und drückt mir ein Handy in die Hand. „Rufen Sie an! Egal wen! Aber sagen Sie, dass Sie am Leben sind!“, fleht er.

„Wegen euch bin ich kaum noch zum Essen gekommen“

Es ist Major Kanka von der kongolesischen Armee, der Befehlshaber des Stützpunktes in Kinyandonyi. Er ist regelrecht entzückt, uns zu sehen. „Wegen euch bin ich kaum noch zum Essen gekommen“, grummelt er. Wir rufen reihum unsere Familien an, dann das Monuc-Büro in Goma. Man serviert uns Frühstück, die Soldaten geben uns Zahnbürsten, und wir können uns nach drei Tagen im Schlamm in einem Eimer Wasser waschen. Es ist 5.30 Uhr morgens, und unser Albtraum ist zu Ende. Zwei Stunden später holen uns indische Blauhelmsoldaten in zwei Schützenpanzern ab.

Am darauffolgenden Tag erfahre ich auf der Heimreise nach Südafrika, dass drei der vier mitgefangenen Nkunda-Gefolgsleute am Freitag von den Maï-Maï umgebracht wurden.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Scheen, Thomas (tos.)
Thomas Scheen †
Politischer Korrespondent für Afrika mit Sitz in Nairobi.
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