Wenn der Damm bricht

Droht im Norden des Iraks eine Katastrophe biblischen Ausmaßes? Eine Ortsbesichtigung

09.08.2017

Text: MARCO SELIGER
Fotos: JONAS RATERMANN

Früh am Morgen hat Mustafa Hajar seinen Koch vom Militärstützpunkt zum Stausee geschickt, um Fisch zu kaufen. „Ganz frisch vom gefährlichsten Damm der Welt“, sagt er und schaufelt sich einen Karpfen auf den Teller. Während es ihm die anderen Offiziere am Tisch gleichtun, starrt der Peschmerga-Kommandeur Mustafa Hajar auf das dampfende weiße Fleisch und flüstert ein paar Worte, als würde er beten. Ohne ihn und seine Soldaten gäbe es diesen Fisch nicht, und auch nicht mehr den See und den Staudamm. Dafür dankt er dem Herrn vor jeder Mahlzeit. „Lassen Sie es mich so ausdrücken“, sagt Mustafa Hajar: „Ohne uns wäre der Irak vielleicht schon längst versunken.“

Eine Geschichte aus „Frankfurter Allgemeine Quarterly“, dem neuen Magazin der F.A.Z.

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Mustafa Hajar hat in Köln gelebt, er spricht Deutsch und Englisch. Manchmal liest er amerikanische Artikel, nicht oft, sagt er, aber diesen einen kennt er natürlich. Er stand im Januar im „New Yorker“, einem der renommiertesten Magazine der Welt; und seitdem, sagt Mustafa Hajar, wisse er erst, wie wichtig der von ihm in jenen Augusttagen 2014 geführte Angriff gewesen sei. Zehn Tage lang hatten die Terroristen des sogenannten Islamischen Staats den Mossul-Damm besetzt, dann, so steht es in dem Artikel, sei es den kurdischen Peschmerga nach intensiven Gefechten gelungen, die Talsperre zurückzuerobern. „Gefechte ist wohl kaum der richtige Ausdruck“, sagt Mustafa Hajar: Ein Gemetzel sei es gewesen; die Terroristen hätten sich in die Luft gesprengt, als die Lage für sie aussichtslos geworden war. Dabei seien auch viele kurdische Soldaten gestorben. Peschmerga, zu Deutsch: „Die dem Tod ins Auge sehen“.

Anschließend gratulierte der amerikanische Vizepräsident Joe Biden persönlich der Regierung des autonomen Kurdengebiets in Erbil. Mustafa Hajar hörte davon, verstanden hat er es erst nach dem Artikel. Nach der Eroberung durch den IS, schrieb der Autor, seien alle Arbeiter vom Damm geflüchtet. Es habe ein Unglück biblischen Ausmaßes gedroht, da es kaum eine Talsperre in der Welt gebe, die gefährlicher sei als der Mossul-Damm. Das Bauwerk müsse täglich stabilisiert werden, sonst, so befürchte die amerikanische Regierung, könnte die Staumauer brechen und eine gewaltige Flutwelle durch den Irak walzen, hundertmal so zerstörerisch wie der IS. Washington habe die kurdische Regierung deshalb gedrängt, den Damm so schnell wie möglich einzunehmen. „Wir sind haarscharf einer Katastrophe entkommen“, sagt Mustafa Hajar. Er beendet sein Mittagessen und setzt sich auf den Beifahrersitz eines Geländewagens: „Zum Damm“, befiehlt er seinem Chauffeur. Im Rücken verschwinden die Umrisse von Mossul, während die Landschaft voraus schroff und felsig ist. „Ich habe gelesen, dass hier eine 20 Meter hohe Flutwelle hinabstürzen würde, wenn der Damm bräche“, sagt Mustafa Hajar. „Mossul wäre mit einem Schlag ausgelöscht, Bagdad vier Meter unter Wasser. Wer entschieden hat, hier einen Staudamm zu bauen, der muss wahnsinnig gewesen sein.“

Die Staumauer von der See abgewandten Seite

Die Straße schlängelt sich die Hügel hinauf, dann ist der Blick frei auf den Damm. Der Stausee zieht sich bis an den Horizont. Im April 1985 haben deutsche und italienische Ingenieure den Tigris hinter der dreieinhalb Kilometer langen und etwa 135 Meter hohen Mauer zu einem Reservoir von der Größe des Bodensees auflaufen lassen. Das dabei überflutete Hügelgelände reicht auf einer Länge von knapp 60 Kilometern von der türkischen Grenze bis 40 Kilometer vor Mossul. Der an einigen Stellen 700 Meter breite Damm speichert etwas mehr als elf Milliarden Kubikmeter Wasser und gehört zu den größten Talsperren des Nahen Ostens. Überragt wird der Damm von den vier Türmen eines Kraftwerks. An dessen Fuß verläuft ein Kanal, in den eine Schussrinne mit zehn Meter hohen Seitenwänden mündet. Gelegentlich durchbricht das Kreischen von Wasservögeln die Ruhe um das Bauwerk.

Als ein paar Wochen nach der Rückeroberung einige Bauingenieure der amerikanischen Armee den Damm besichtigten, interessierte sie vor allem das, was nicht direkt zu sehen ist. Nicht weit vom Ufer entfernt traten sie durch eine Tür, liefen einen abschüssigen Gang entlang und erreichten den Eingang zu einem Tunnel, der am Sockel der Mauer verläuft. Was sie dort sahen, ließ sie Alarm schlagen: Es sei keine Frage mehr, ob der Damm breche, sondern nur noch wann. Wenn das geschehe, dann, so zitierte der „New Yorker“ aus dem Bericht, gehe die Millionenstadt Mossul innerhalb weniger Stunden in einer alles zerstörenden Flutwelle unter. Ein paar Tage später versänke die 400 Kilometer südlich gelegene Hauptstadt Bagdad in einer Kloake aus Wasser, Öl, Fäkalien, Trümmern, Leichen und Tierkadavern. Es drohe der Tod von bis zu anderthalb Millionen Menschen. Ein Unglück biblischen Ausmaßes.

Die gigantische irakische Talsperre ist auch ein deutsches Projekt. Knapp 60 Ingenieure des Hochtief-Konzerns haben zwischen 1981 und 1986 daran gebaut. Clemens Wermert ist der Letzte von ihnen, der noch arbeitet. Sein gesamtes Berufsleben war er für den Hochtief-Konzern tätig, der Mossul-Damm war sein erster großer Job, 35 Jahre ist das jetzt her. Nie wieder habe er unter so schwierigen politischen Verhältnissen gearbeitet, sagt Wermert beim Gespräch in seinem Büro. Kurz bevor die Arbeitsgemeinschaft aus deutschen und italienischen Firmen unter Führung von Hochtief 1980 den Vertrag mit der irakischen Regierung unterzeichnete, ließ Saddam Hussein seine Armee in Iran einmarschieren. Seit dem ersten Spatenstich standen Geschütze auf den Höhen rund um die Baustelle. Sie sollten die Angriffe iranischer Kampfflugzeuge abwehren.

Die Hauptstadt Bagdad, 400 Kilometer südlich gelegen, versänke in einer Kloake aus Wasser, Öl, Fäkalien, Trümmern, Leichen und Tierkadavern.

Das Terrain am Flusslauf oberhalb der Stadt hatten sowjetische Geologen schon in den 1950er Jahren erkundet. Ihr Fazit: Das Gebiet eignet sich nur bedingt für einen Staudamm. Es liegt zwar niedrig und ist von Bergen umgeben. Der Untergrund besteht aber aus löslichem Gipsgestein. Das ist problematisch. Wenn Wasser auf lösliche Gesteine trifft, wäscht es höhlenartige Löcher, sogenannte Kavernen, aus. Die sowjetischen Fachleute warnten, unter dem Gewicht einer tonnenschweren Mauer würden die Kavernen zusammenbrechen und das Bauwerk würde nach und nach destabilisiert. Sie rieten davon ab, an dieser Stelle eine Talsperre zu errichten.

Gut 20 Jahre später kam ein Ingenieurskonsortium aus der Schweiz zu einem anderen Ergebnis. Es hatte von Saddam Hussein den Auftrag erhalten, einen Plan zu erarbeiten, wie im Norden des Iraks der Tigris aufgestaut werden könne. Saddam wollte den Fluss endlich bändigen. Mit der Schneeschmelze im Frühjahr überflutete der Tigris regelmäßig die Orte und Felder am Ufer, im Sommer war er so flach, dass die Ernte verdorrte. Der Staudamm sollte den Wasserfluss regulieren. Trotz des Krieges musste das Projekt unbedingt realisiert werden. So wollte es Saddam Hussein, und er wollte den Damm an genau dieser Stelle. Clemens Wermert erinnert sich: „Wir waren uns sicher, dass der Gipsboden so lange kein Problem ist, wie der Damm regelmäßig gepflegt wird.“

Das Boot ist voll mit rostenden Patronen

Das Personal von Hochtief richtete sich mit italienischen, österreichischen und jugoslawischen Ingenieuren in einem Contractors’ Camp ein. Es gab Schulen, Kinos, Schwimmbäder, ein Restaurant. Einige Kilometer entfernt befand sich das Wohnlager der Arbeiter aus China, Pakistan, Indien und Thailand. Knapp 10.000 Männer schufteten hier. Als die Arbeiten kurz vor dem Abschluss standen, forderte die irakische Regierung plötzlich, dass der Damm bombensicher gebaut sein müsse. Daraufhin ließ das Baukonsortium tonnenschwere Felsblöcke auf die schon fast fertiggestellte Dammkrone aufbringen.

Zweimal wurde der Mossul-Staudamm seitdem aus der Luft angegriffen. Allerdings nicht durch die Iraner, wie Saddam Hussein befürchtet hatte, sondern durch die Amerikaner. 1991 bombardierte die US-Luftwaffe das Umspannwerk am Fuß der Staumauer, um die irakische Stromversorgung auszuschalten. Damals führten die Vereinigten Staaten ihren ersten Krieg gegen Saddam Hussein. 2014 unterstützten die Amerikaner die kurdischen Peschmerga bei der Rückeroberung des Damms, indem sie Stellungen des IS bombardierten. Die Mauer blieb beide Male unversehrt. Und dennoch sind es vor allem die Kriege der vergangenen drei Jahrzehnte und deren Folgen gewesen, die dem Mossul-Staudamm schwer zugesetzt haben.

Der Bericht der amerikanischen Armeepioniere enthält Satellitenfotos vom Damm und seiner Umgebung, auf denen rote Kreise gezogen sind. Sie markieren sogenannte Dolinen. Das sind runde Sinklöcher, die sich ohne Vorwarnung auftun, wenn ein unterirdischer Hohlraum zusammenbricht. Die Entstehung von Dolinen soll eigentlich durch die Pflege des Damms verhindert werden. Schon während der Bauarbeiten wurde Zement bis tief in den Untergrund eingespritzt, um zu verhindern, dass der Damm unterspült wird. Bei Staudämmen mit dieser Bodenstruktur sei das gängige Praxis, erklärt Clemens Wermert.

Unterspülungen gibt es bei jedem Damm. Sie seien, so Wermert, kein Problem, solange das Wasser langsam fließt. Das aber, so zitiert der „New Yorker“ aus dem Armeebericht, sei seit der Eroberung des Damms durch den IS nicht mehr der Fall. Die Sinklöcher ließen darauf schließen, dass die Talsperre lange nicht mehr gewartet wurde. Vermutlich werde der Damm heftig unterspült. Irakische Regierungsmitarbeiter bestreiten das. Der „New Yorker“ zitiert den Direktor der Staudammverwaltung mit den Worten, die Amerikaner dramatisierten den Zustand. Er sei nicht so kritisch, wie es in dem Bericht dargestellt werde. Dennoch erhielten die Ingenieure am Stausee ein Interviewverbot, nachdem der Artikel im Januar erschienen war. „Bagdad befürchtet eine Panik unter der am Tigris lebenden Bevölkerung, wenn die Medien weiterhin über eine drohende Katastrophe am Mossul-Damm berichten“, sagte ein kurdischer Offizieller, als wir in Erbil nach einer Zugangsgenehmigung für den Staudamm fragten.

Normalerweise sind die Kurden für den Zutritt zur Talsperre gar nicht zuständig. Das Bauwerk befindet sich nicht auf kurdischem Gebiet. Doch die Kurden haben gekämpft, sie haben sich geopfert. Der Damm ist ihre Beute. Wer mit den Ingenieuren sprechen will, muss Major Mustafa Hajar um Unterstützung bitten. Er ist für die Sicherheit in dem Gebiet zuständig und hat die besten Kontakte. Auch Atiya Mahmood kennt er. Der ist Ingenieur und wartet vor dem Eingang eines schmucklosen Funktionsbaus aus Beton. Nach der Begrüßung führt Atiya Mahmood durch eine Flügeltür in das Verwaltungsgebäude des Staudamms.

Seit der „New Yorker“ über den drohenden Dammbruch berichtet hat, will so gut wie niemand mehr darüber sprechen. Auch nicht Hochtief, die deutsche Baufirma, die damals entscheidend beteiligt war. Die Iraker sagen: Alles in Ordnung

Im Foyer hängen Fotos, die den Damm vor und nach der Bombardierung durch dieUS-Luftwaffe 1991 zeigen. „Nach dem Angriff haben wir monatelang keinen Strom mehr liefern können“, sagt Atiya Mahmood. Tausende Menschen seien gestorben, weil in den Krankenhäusern nur noch eingeschränkt operiert werden konnte und die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen sei. „Ein Verbrechen war das“, sagt Atiya Mahmood und läuft hinauf in den zweiten Stock. Ein langer Flur, von dem Büros abgehen, in denen niemand arbeitet. Seit der Eroberung des Damms sei nicht einmal die Hälfte der 1500 Arbeiter zurückgekehrt, sagt Atiya Mohmood. „Aber vielleicht könnten Sie das weglassen, wir haben schon genug Ärger wegen des Artikels im ,New Yorker‘. Das könnte den Eindruck erwecken, wir hätten die Lage nicht im Griff.“

Atiya Mahmood betritt einen Raum, der mit dunklem Holz verkleidet ist und in dessen Mitte zwei Schreibtische mit Telefonen und Computern stehen. Das Licht ist gedämpft. An der Decke hängen sieben Monitore, auf denen grüne, blaue und rote Linien und Zahlen flimmern. Hier liefen alle Daten über den Damm zusammen, sagt Mahmood. Die Mess- und Schaltzentrale ist sein Reich, er ist hier der leitende Ingenieur. Seit der Inbetriebnahme des Damms 1986 sei er dabei, 31 Jahre sind das jetzt. Als das Umspannwerk bombardiert wurde, sei sein rechtes Bein von einem Splitter getroffen worden. Die Amerikaner hätten ihn fast getötet, und sie seien auch schuld „an dem ganzen Unsinn“, der berichtet werde. „Der Damm ist in gutem Zustand, das können Sie so schreiben“, äußert er. Mehr wolle er nicht sagen, das könne sonst gefährlich werden.

Wieso gefährlich? Atiya Mahmood schaut lange auf die Wand. Dann erklärt er, die Diskussion um die Stabilität des Damms käme immer dann auf, wenn mal wieder das Geld knapp sei. „Dann behauptet irgendwer, die Mauer werde bald brechen“, sagt er. Aber das stimme nicht. Der Damm sei stabil. In seiner Aussage steckt der Vorwurf, die amerikanischen Gutachten seien nur erstellt worden, damit die irakische Regierung internationale Kreditgeber anpumpen könne.

Danach ist das Gespräch beendet. Wir müssten nun gehen, sagt Atiya Mahmood unwirsch. Einer seiner Kollegen begleitet uns aus dem Gebäude. Erst seit einem Jahr werde der Damm wieder professionell gewartet, sagt der. Möglich sei das nur, weil die Weltbank dem Irak einen Milliardenkredit gewähre. Mit dem Geld werde eine italienische Baufirma bezahlt, die rund um die Uhr Spezialbeton in den Untergrund der Staumauer spritze. Der Irak sei ein ruiniertes Land. „Wir können nicht mal unsere Bevölkerung vor einer Horde von Terroristen beschützen.“ Deshalb hat die Regierung in Rom auch eigene Soldaten an den Staudamm geschickt, um für die Sicherheit der italienischen Arbeiter zu sorgen.

Hinter dieser Mauer verschanzte sich der IS

Ein halbes Dutzend von ihnen steht an der Zufahrt zur Dammkrone. Wir bitten sie, den Chefingenieur für ein Gespräch herbeizuholen. Nach mehreren Telefonaten und zweistündigem Warten erklären sie, ein Gespräch sei leider nicht möglich. Wir sollten uns an den Presseoffizier wenden. Dann erklärt einer der Soldaten, der Ingenieur habe wohl Ärger bekommen, nachdem er sich im „New Yorker“ zum Zustand des Damms geäußert hatte. Es gebe, so hatte ihn das Magazin zitiert, im Untergrund riesige Hohlräume, die zu verfüllen teilweise mehrere Tage dauere. Löcher dieser Größe entstünden nur, wenn ein Damm über Jahre nicht ordnungsgemäß gepflegt worden sei. Damit hatte der Ingenieur die alarmierenden amerikanischen Befunde bestätigt. Das hat der irakischen Regierung wohl missfallen.

Die Fahrt von der kurdischen Hauptstadt Erbil zum Mossul-Staudamm dauert vier Stunden. Man benötigt zahlreiche Genehmigungen, um die vielen Kontrollposten passieren zu können. 20 Kilometer vom Damm entfernt tobt der Krieg gegen den IS. Doch haben sich Aufwand und Risiko gelohnt? Wissen wir nun, ob es sich bei diesem Staudamm tatsächlich um die gefährlichste Talsperre der Welt handelt? Nein, wir wissen es nicht. Aber wir haben einen irakischen Chefingenieur kennengelernt, der erklärt hat, es sei alles in bester Ordnung, und der erwartet, dass man ihn nicht zitiere, auch wenn er sich vielsagend verplappert hat. Und wir wissen, dass italienische Arbeiter, die den Damm f ür eine Milliardensumme stabilisieren sollen, nicht über den Zustand der Mauer reden wollen.

Und noch etwas wirft Fragen auf: Clemens Wermert, der deutsche Bauingenieur, hätte, wenn auch aus der Ferne, einige fachkundige Erklärungen zum Zustand des Damms abgeben können. Doch sein Arbeitgeber hat ihm das untersagt. Warum, das wollte Hochtief nicht mitteilen. Vielleicht, weil der Zustand des Bauwerks tatsächlich dramatisch ist und dies nicht mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht werden soll, das vor gut 30 Jahren als Generalunternehmer den Mossul-Staudamm übergeben hat?

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Das Handy von Mustafa Hajar läutet. „Wir müssen jetzt los“, sagt der Peschmerga-Kommandeur: „Anweisung von oben.“ Das zuständige Ministerium in Bagdad habe von der Anwesenheit deutscher Journalisten am Damm erfahren und sich in Erbil beschwert. „Warum die euch wohl hier nicht haben wollen“, fragt Mustafa Hajar ironisch und steigt in seinen Wagen. Er fährt voraus, vorbei an Kontrollposten, an denen Soldaten stehen und salutieren. In der Ferne sind die Umrisse von Mossul zu sehen. Schwarzer Rauch steht über der Stadt, leise weht das Grollen der Kampfflugzeuge herüber. Die Postkartenidylle des Staudamms verschwindet hinter den Hügeln. Im Gelände voraus tobt der Krieg.

Quelle: F.A.Z.