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Explosion im Tunnel

Tote bei Anschlag auf Sankt Petersburger U-Bahn

 - 14:10

Bei einer Sprengstoffexplosion in der U-Bahn von Sankt Petersburg sind am Montag viele Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Das bestätigten russische Behörden am Montagnachmittag. Die genaue Opferzahl steht allerdings noch nicht fest, am Abend sprachen die Behörden von mindestens zehn Toten.

Weiterer Sprengsatz gefunden

Russischen Berichten zufolge explodierte gegen 14.40 Uhr ein Sprengsatz in einem Zug auf der Fahrt zwischen den Stationen Sennaja Ploschtschad (Heuplatz) und Tekhnologicheskiy Institut (Technologisches Institut). Außerdem wurde nach Angaben des NAK ein weiterer, nicht explodierter Sprengsatz in der Station Ploschtschad Wosstanija (Platz des Aufstands) entdeckt, die direkt unter dem größten Bahnhof der Stadt liegt.

Anschlag auf U-Bahn
Anschlag auf St. Petersburger U-Bahn

Verwirrung herrschte am Montag darüber, ob es noch eine weitere Explosion gegeben hat. Mitarbeiter des Rettungsdienstes der Stadt hatten zunächst angegeben, es hätten sich zwei Explosionen in zwei Waggons an zwei Metro-Stationen ereignet. Die Agentur Interfax berichtet hingegen unter Berufung auf eine ungenannte Quelle, die Informationen über eine zweite Explosion ließen sich nicht bestätigen. Die einzige Explosion habe sich im dritten Waggon des Zuges nach der Abfahrt im Tunnel zwischen den beiden Stationen ereignet: „Da der Zug keine Durchgänge zwischen den Waggons hatte, hat der dritte Waggon die ganze Wucht der Explosion selbst allein abbekommen.“

Alle Metrostationen geräumt

In der betroffenen Station Sennaja Ploschtschad (Heuplatz) entwickelte sich starker Rauch. Im Internet machten Bilder des zerstörten U-Bahn-Wagens die Runde. Alle U-Bahn-Stationen in der Fünf-Millionen-Stadt wurden am Montag geräumt. Der mutmaßliche Bombenleger wurde wohl von der Videoüberwachung gefilmt. Das sagte ein ungenannter Behördenvertreter der Agentur Interfax. Demnach wurde der Sprengsatz in einer Aktentasche in dem U-Bahn-Wagen abgelegt. Russische Medien veröffentlichen ein Foto einer Person, die von der Polizei im Zusammenhang mit den Explosionen gesucht werde. Das Foto zeigt einen bärtigen Mann mit schwarzem Hut. Am Abend hieß es in verschiedenen Medien, die Behörden suchten nach zwei Tätern. Bestätigt ist das nicht.

St. Petersburg
Amateur-Videos zeigen Ausmaß des Anschlags
© AFP, reuters

Die Generalstaatsanwaltschaft sprach von einem Terroranschlag. Präsident Wladimir Putin war am Montag in Sankt Petersburg, hielt sich aber nach Angaben seines Sprechers im Vorort Strelna auf. Die Sicherheitsbehörden würden die Explosion aufklären, versprach Putin. „Wir ziehen alle Möglichkeiten in Betracht – ob es eine kriminelle Tat war oder sie einen terroristischen Charakter hat“, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Behördenquellen schätzten die Sprengkraft der Bombe auf 200 bis 300 Gramm Dynamit. Der Sprengsatz sei mit Metallteilen versehen gewesen, hieß es. Nach ersten Erkenntnissen sei kein Selbstmordattentäter unterwegs gewesen. Vielmehr sei der Sprengsatz in dem Wagen plaziert worden. Am Sankt Petersburger Flughafen Pulkowo wurden die Sicherheitsmaßnahmen am Montag ebenso verstärkt wie in der Metro der Hauptstadt Moskau.

Explosion in St. Petersburg
Täter offenbar gefilmt, weitere Bombe entschärft
© AP, reuters

In der Vergangenheit hatte es mehrere Anschläge auf die Moskauer U-Bahn mit vielen Toten gegeben. Die meisten von ihnen wurden in Verbindung mit islamistischen Terroristen aus Tschetschenien gebracht. In Sankt Petersburg wurden bislang keine Anschläge verübt.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel sagte in Luxemburg, mit großer Bestürzung habe er von dem vermutlichen Attentat in Sankt Petersburg gehört. Neben dem Entsetzen gebe es die große Trauer und das Mitgefühl mit den betroffenen Familien. „Das zeigt, dass wir überall auf der Welt einen großen Gegner haben“, sagte Gabriel. „Das sind Terroristen und Menschen, die andere in Angst und Schrecken versetzen wollen.“

Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel twitterte: „Das sind furchtbare Nachrichten aus Sankt Petersburg: Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen und ihren Familien.“ Weitere Reaktionen im FAZ.NET-Live-Blog

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AmateuraufnahmenExplosion in St. Petersburg

Quelle: FAZ.NET
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