Wahlkampf in Frankreich

Außenseiter Mélenchon überholt Fillon

 - 22:44

Im Kampf um das französische Präsidentenamt holt der Linksaußenpolitiker Jean-Luc Mélenchon auf. Der jüngsten Umfrage von Kantar Sofres zufolge kommt Mélenchon mit 18 Prozent in der ersten Runde erstmals auf Rang drei und verweist den Konservativen François Fillon auf den vierten Platz.

Damit hat der 65-Jährige seit Mitte März acht Punkte zugelegt. Vor allem in den beiden Fernsehdebatten konnte er mit seinen Argumenten die Zuschauer überzeugen. Fillon erhält der Erhebung für „Le Figaro“, LCI und RTL zufolge 17 Prozent. Favoriten bleiben der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron und die Chefin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen. Sie liegen mit 24 Prozent in der ersten Wahlrunde gleichauf.

Ein Drittel der Franzosen sind zwei Wochen vor der Wahl allerdings immer noch unentschlossen, weshalb es in der ersten Runde am 23. April noch zu einer Überraschung kommen könnte. Darauf setzen sowohl Fillon als auch Mélenchon. „Wir können es hören. Wir können es fühlen. Ein Sieg ist in Reichweite“, sagte Mélenchon am Sonntag auf einer Wahlkampfveranstaltung in der Hafenstadt Marseille, zu der nach Angaben der Organisatoren 70.000 kamen.

In der Hauptstadt Paris sprach Fillon den Veranstaltern zufolge vor gut 20.000 Anhängern. „Die vor uns liegenden Tage werden entscheidend sein“, sagte er. „Ich bitte Sie nicht darum, mich zu mögen. Ich bitte Sie, mich zu unterstützen, weil das Beste für Frankreich ist.“ Fillon galt einst als Favorit, ist nach Vorwürfen der Scheinbeschäftigung von Familienmitgliedern aber inzwischen deutlich zurückgefallen und wird es wohl nicht in die Stichwahl am 7. Mai schaffen. In der zweiten Runde wird derzeit Macron ein klarer Sieg über Le Pen vorhergesagt.

Straßburg
Mehlattacke auf François Fillon
© reuters, Reuters
Quelle: Reuters
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