„Gefährliche Lage“

Trump droht nun auch Venezuela mit Militäreinsatz

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Amerikas Präsident Donald Trump zieht ein militärisches Eingreifen in Venezuela in Betracht. Es gebe mehrere Möglichkeiten, darunter „eine militärische Option“, sagte Trump am Freitag auf seinem Golfplatz in Bedminster im Bundesstaat New Jersey. „Wir haben Truppen auf der ganzen Welt, an weit entfernten Orten. Venezuela ist nicht sehr weit weg und die Menschen dort leiden und sterben“. Trump nannte die Lage in dem südamerikanischen Land „sehr gefährlich“.

In Venezuela tobt ein erbitterter Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition, mindestens 125 Menschen wurden bei den politischen Unruhen seit Anfang April getötet. Staatschef Nicolás Maduro beschuldigt Washington, im Hintergrund am Sturz seiner Regierung zu arbeiten.

Konkrete Absichten für ein militärisches Eingreifen in Venezuela gibt es aber offenbar noch nicht. Ein Pentagon-Sprecher erklärte, zum jetzigen Zeitpunkt gebe es noch keine entsprechenden Anweisungen aus dem Weißen Haus.

Trumps Regierung hatte nach der Wahl der verfassunggebenden Versammlung in Venezuela Ende Juli Sanktionen gegen Maduro verhängt und sein Vermögen in den Vereinigten Staaten eingefroren. Washington bezeichnete den sozialistischen Präsidenten als „Diktator“ und kritisierte das neue Gremium als „rechtswidrig“.

„Menschen leiden und sterben“
Trump droht Venezuela mit Militärintervention
© dpa, reuters

Mit Blick auf Nordkorea forderte Chinas Präsident Xi Jinping Trump in einem Telefonat seinen amerikanischen Amtskollegen zur Mäßigung auf. Trump müsse im Atomstreit „Worte und Taten“ vermeiden, welche die ohnehin angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel verschlimmerten, sagte Xi laut einem Bericht des staatlichen chinesischen Fernsehens vom Samstag.

Xi rief überdies alle beteiligten Seiten auf, „Zurückhaltung zu üben“ und „den Weg des Dialogs, der Verhandlungen und einer politischen Lösung weiterzugehen“, wie der Sender CCTV berichtete. Das Weiße Haus teilte nach dem Gespräch mit Xi mit, Nordkorea müsse sein „provokatives und eskalierendes Verhalten“ beenden.

Trump: „Er wird es bereuen“

Zuvor hatte Trump mit neuen Drohungen gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un nachgelegt: „Sollte er irgendetwas mit Guam machen oder mit einem anderen Ort auf amerikanischem Territorium oder mit einem amerikanischen Verbündeten, dann wird er das bereuen, und zwar schnell.“ Die Nordkoreaner müssten „den Ernst dessen, was ich sage, voll verstehen“, fügte der Präsident hinzu. Indirekt lässt sich das als Beistandsgarantie für Amerikas Verbündete verstehen.

Am Freitagmorgen hatte Trump bereits auf Twitter mit Blick auf Nordkorea geschrieben: „Die militärischen Lösungen sind nun vollständig vorbereitet“.

Washington und Pjöngjang hatten die gegenseitigen Drohungen zuletzt verschärft. Trump hatte gewarnt, die Vereinigten Staaten würden „mit Feuer und Wut“ auf weitere Provokationen reagieren. Nordkorea drohte daraufhin mit einem Angriff nahe der strategisch wichtigen Pazifikinsel Guam, wo die Amerikaner einen Luftwaffenstützpunkt mit 6000 Soldaten unterhalten.

Der Konflikt mit Nordkorea betrifft auch die Beziehungen zwischen Amerika und China. Eine amerikanische Marineoperation ist die neueste Episode im Machtkampf im Südchinesischen Meer.

Quelle: bard./marf./AFP
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