Kampf gegen den IS

Irakische Armee erobert IS-Hochburg Hawidscha zurück

 - 14:01

Irakische Truppen haben nach eigenen Angaben die letzte unter IS-Kontrolle stehende Stadt im Norden des Landes zurückerobert. Der gesamte Bezirk von Hawidscha sei befreit; die Einheiten würden weiter vorrücken, um auch die letzten verbliebenen Kämpfer der Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu vertreiben, teilte der Kommandant des Einsatzes, Generalleutnant Abul Amir Jaralla, am Donnerstag mit. Der irakische Ministerpräsident Haidar al Abadi sprach kurz darauf von einem „Sieg nicht nur für die Iraker, sondern für die gesamte Welt“.

Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder, die den Angriff nach Angaben des Senders live übertrugen. Darauf waren dicke schwarze Rauchwolken zu sehen. Sie sollen von Erdölquellen stammen, die die Islamisten angezündet haben, um angreifenden Kampfflugzeugen die Sicht zu nehmen.

Hawidscha liegt in der Nähe der Ölstadt Kirkuk im Norden Iraks. An der Offensive nehmen die von amerikanischen Truppen unterstützten irakischen Streitkräfte teil sowie von Iran ausgebildete und ausgerüstete schiitische Milizen.

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen sind im Gebiet von Hawidscha bis zu 78.000 Zivilisten eingeschlossen. Einige werden nach irakischen Angaben von den Extremisten am Verlassen gehindert. Andere trauten sich nicht, weil sie Sprengfallen befürchteten.

Vor zwei Tagen hatten die Truppen die von IS-Kämpfern besetzte Luftwaffenbasis Raschad zurückerobert. Sie wurde von den Extremisten als Ausbildungs- und Logistikstützpunkt genutzt. Im Irak beherrscht der IS noch größere Wüstengebiete in der westlichen Provinz Anbar an der Grenze zu Syrien, darunter auch die Grenzstadt Al Qaim.

Das vom IS geschaffene grenzüberschreitende Kalifat ist praktisch im Juli zusammengebrochen, als die irakischen Truppen nach neun Monaten Kampf die Stadt Mossul zurückeroberten. Dort hatte IS-Anführer Abu Bakr al Bagdadi Mitte 2014 das Kalifat ausgerufen.

Quelle: dpa/Reuters
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