Nach Luftschlägen

Israelische Militärs: Syrische Chemiewaffen nicht zerstört

 - 13:20

Die Luftschläge der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs auf Ziele in Syrien haben nach Einschätzung israelischer Militärs keinen nachhaltigen Schaden an den Chemiewaffen-Arsenalen des Diktators Baschar al-Assad angerichtet. Assads verbleibende Chemiewaffen seien durch den Angriff nicht vollständig vernichtet worden, zitiert die israelische Online-Zeitung „Ynetnews.com“ nicht näher benannte israelische Regierungsvertreter. Es sei lediglich ein „partieller Schaden“ an den Arsenalen und den Abschussvorrichtungen entstanden, schreibt die Zeitung weiter.

Die Aussage des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, die Mission sei „erfüllt“ und seine Annahme, dass Assads Fähigkeit, chemische Waffen zu nutzen, entscheidend zerstört worden sei, habe deshalb „keine Grundlage“, zitiert die Zeitung einen Geheimdienstvertreter.

Nach dem Bericht gehen israelische Militärvertreter und Angehörige des Geheimdienstes Mossad davon aus, dass es Assad nach der Einigung zwischen Amerika und Russland über die Vernichtung der syrischen Chemiewaffen im September 2013 gelungen ist, fünf bis zehn Prozent seiner Chemiewaffen-Vorräte zu behalten. Nach israelischen Angaben, die der Bericht ohne weitere Nennung von Quellen zitiert, geht man in Israel auch davon aus, dass Assad seit 2013 in mindestens 100 Fällen Chemiewaffen eingesetzt hat. Hinzu kämen 100 weiter, ungeklärte Fälle.

„Wenn Präsident Trump die Luftschläge angeordnet hat, um zu zeigen, dass Amerika auf den Einsatz von Chemiewaffen durch Assad antwortet, dann ist dieses Ziel erreicht worden“, zitiert der Bericht einen Vertreter aus israelischen Verteidigungskreisen. „Wenn es noch ein anderes Ziel gab – zu verhindern, dass chemische Waffen benutzt werden oder Assad davon abzuhalten, es wieder zu tun –, dann ist zweifelhaft, ob irgendeines dieser Ziele erreicht worden ist.“

Quelle: oge.
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