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Russischer Außenminister

„Wir verlieren die letzten Überbleibsel an Vertrauen“

 - 17:07

Im Konflikt mit dem Westen sieht der russische Außenminister Sergej Lawrow den Rest an Vertrauen durch die Militärschläge auf Syrien schwinden. „Wir verlieren die letzten Überbleibsel an Vertrauen“, sagte Lawrow dem britischen Sender BBC am Montag in einem Interview. Der Westen handele nach einer „sehr merkwürdigen Logik“. Sowohl im Fall des vergifteten ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal als auch hinsichtlich des mutmaßlichen Giftgasangriffs in der syrischen Stadt Douma seien zuerst Strafmaßnahmen eingeleitet worden, dann erst habe man nach Beweisen gesucht. Russland bezeichnet die angedrohten neuen amerikanischen Sanktionen als Maßnahmen eines unfairen Wettbewerbs. Sie würden mittlerweile zu einer „fixen Idee“ und zielten darauf ab, russische Konkurrenten auszuschalten, erklärt das Präsidialamt.

Es gebe aber weiterhin funktionierende Kanäle zur Konfliktlösung zwischen dem russischen und dem amerikanischen Militär in Syrien, sagte Lawrow. Eine direkte Konfrontation sei nicht in Sichtweite gewesen. Die EU-Staaten Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zum Samstag gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Ziele in Syrien angegriffen. Die Länder reagierten damit nach eigener Darstellung auf den mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg, für den sie Präsident Baschar al Assad verantwortlich machen.

Lawrow beteuerte am Montag, Russland habe sich nicht an dem Ort des mutmaßlichen Giftgasangriffs in Douma zu schaffen gemacht. Der Angriff habe nie stattgefunden. „Was sich abgespielt hat, war eine inszenierte Sache“, sagte Lawrow.

Verweigern Russland und Syrien den Zugang nach Douma?

Zuvor hatten westliche Diplomaten beklagt, Syrien und Russland hindere das Ermittler-Team der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) daran, nach Douma zu reisen. Das Team aus OPCW-Fachleuten, das den mutmaßlichen Giftgasanschlag untersuchen soll, sei am Samstag in Damaskus eingetroffen, könne aber nicht weiterreisen, teilten die britische und die schwedische Delegation bei der OPCW auf Twitter mit.

Sie beriefen sich dabei auf den Bericht des Generaldirektors der OPCW, Ahmet Üzümcü, am Montag vor dem Exekutivrat der Organisation in Den Haag. „Russland & Syrien haben den Zugang zu Douma noch nicht erlaubt. Uneingeschränkter Zugang unerlässlich“, fordern die britischen Diplomaten in der Kurznachricht.

Russland weist die Vorwürfe zurück. „Das ist vollkommen ausgeschlossen. Das ist eine weitere Erfindung der Briten“, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow in Moskau. Wegen der Raketenangriffe der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs hätten die OPCW-Experten ihre Untersuchungen bislang nicht aufnehmen können. „Die Folgen der illegalen und rechtswidrigen Handlungen verhindern das“, sagte der Diplomat der Agentur Interfax zufolge.

Großbritannien warf Russland vor, die Ermittlungen in Syrien zu blockieren. „Seit 2016 will Russland jede OPCW-Ermittlung zu Vorwürfen gegen das (syrische) Regime wegen des Einsatzes von Chemiewaffen untergraben“, sagte der britische Botschafter Peter Wilson in Den Haag. Er rief dazu auf, die Verantwortlichen für den Anschlag zur Rechenschaft zu ziehen. Andernfalls bestehe das Risiko „weiterer barbarischer Einsätze von Chemiewaffen“.

Die OPCW-Sitzung mit Diplomaten aus 41 Ländern ist das erste internationale Treffen nach dem Raketenangriff führender Westmächte auf Ziele in Syrien. Damit habe der weitere Einsatz von Chemiewaffen verhindert werden sollen, sagte der britische Diplomat. „Das syrische Regime hat eine entsetzliche Vorgeschichte, wenn es um den Einsatz von Chemiewaffen gegen das eigene Volk geht.“

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Quelle: alri./dpa
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