Berichte über Verletzte

Palästinensischer Ministerpräsident entgeht Attentat

 - 12:57

Ein Sprengsatz ist am Dienstag neben einem Konvoi des palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah detoniert. Die Explosion habe sich im nördlichen Gazastreifen ereignet, teilte das von der radikal-islamischen Hamas geführte Innenministerium in Gaza mit. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sehe die Hamas als verantwortlich für den Vorfall, berichtete die offizielle Nachrichtenagentur „Wafa“.

Nach Angaben des Innenministeriums gab es keine Berichte von Verletzten. Der Konvoi sei weitergefahren. Hamdallah sprach anschließend bei der Einweihung einer Kläranlage. Die palästinensische Nachrichtenagentur „Maan“ schrieb dagegen, es seien sieben Menschen verletzt worden. Den Angaben zufolge befand sich auch der Geheimdienstchef Madschid Faradsch bei Hamdallah.

Die Hamas verurteilte den Angriff. Dies sei ein Versuch, den Versöhnungsprozess zwischen Hamas und Fatah zu untergraben und die Sicherheitslage in Gaza zu destabilisieren, schrieb die Organisation auf Twitter. Zudem kritisierte sie Abbas dafür, sie für den Vorfall verantwortlich zu machen. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden. Die Vereinten Nationen verurteilten den Anschlag ebenfalls. „Dieser schwerwiegende Vorfall muss sofort untersucht und die Täter müssen vor Gericht gestellt werden“, sagte der UN-Nahostgesandte Nikolay Mladenov.

Die Fatah-Partei von Abbas und die Hamas hatten nach mehr als zehn Jahren Bruderzwist am 12. Oktober in Kairo ein Versöhnungsabkommen vereinbart. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Der Prozess läuft bisher aber sehr schleppend. Die Hamas hatte 2007 die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Die EU, die Vereinigten Staaten und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Israel hat eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die mittlerweile von Ägypten mitgetragen wird.

Quelle: dpa
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