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Syrien

Israel greift mutmaßliche Chemiewaffen-Fabrik an

 - 11:35
Israel bewertet die Sicherheitslage an der Grenze zu Syrien neu. Diese Woche probten israelische Soldaten für den Ernstfall. (Archivbild) Bild: SAFADI/EPA-EFE/REX/Shutterstock, dpa/Reuters

Israelische Kampfflugzeuge haben laut syrischen Berichten in der Nacht zum Donnerstag eine Militäreinrichtung in Syrien angegriffen. Zwei Soldaten seien bei der Bombardierung der Basis getötet worden. Der Angriff nahe dem Ort Masjaf in der zentralsyrischen Provinz Hama habe einer Fabrik gegolten, „die Chemiewaffen und Fassbomben herstellte, die Tausende syrischer Zivilisten getötet haben“, schrieb der israelische Sicherheitsexperte Amos Jadlin am Donnerstag auf Twitter. Jadlin ist Leiter des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) in Tel Aviv und früherer Chef des israelischen Militärgeheimdienstes Aman. „Wenn die Attacke von Israel ausgeführt wurde, wäre es eine lobenswerte und moralische Aktion Israels gegen das Schlachten in Syrien“, schrieb Jadlin.

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Israel äußert sich nicht offiziell zu entsprechenden Berichten. Es gibt keine amtliche Bestätigung aus Syrien dafür, dass eine Chemiewaffenfabrik getroffen wurde. Der Angriff soll aus dem libanesischen Luftraum erfolgt sein. In der Erklärung des syrischen Militärs hieß es, es handele sich um den „verzweifelten Versuch“, die Moral der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) nach den Siegen der syrischen Armee zu heben. Die Armeeführung warnte zugleich vor den Folgen der „Aggression“. Erst am Mittwoch hatten die Vereinten Nationen (UN) einen Bericht veröffentlicht, wonach die syrischen Streitkräfte in dem seit sechs Jahren andauernden Bürgerkrieg mehr als zwei Dutzend Mal Giftgas eingesetzt haben. So sollen die syrischen Truppen für den Angriff auf die Rebellenhochburg Chan Scheichun in der Provinz Idlib im April verantwortlich sein, bei dem über 80 Zivilisten durch das Nervengas getötet wurden.

Zudem soll ein benachbartes Raketenlager getroffen worden sein, in dem wiederholt Iraner und Milizionäre der libanesischen Terrororganisation Hizbullah gesichtet wurden. Die von Iran finanzierte und mit Waffen versorgte Hizbullah unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Truppen der Regierung unter Machthaber Baschar al-Assad. Entsprechende Berichte wollte eine Sprecherin der israelischen Streitkräfte nicht bestätigen; die Armee kommentiere ihre Operationen nicht.

Netanjahu warnt vor neuer Front im Norden gegen Israel

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte Iran Ende August vorgeworfen, der Gottesstaat wolle von Syrien und Libanon aus eine neue Front gegen Israel eröffnen. Teheran baue in den Israel feindlich gesinnten Nachbarländern Werke für präzisionsgelenkte Raketen, sagte er. Israel könne dies nicht akzeptieren. Netanjahu warf außerdem den Vereinten Nationen vor, nicht gegen Waffenlieferungen an die Hizbullah vorzugehen.

Bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Sotschi warnte Netanjahu vor zwei Wochen, Iran strebe den Ausbau seiner Präsenz im Bürgerkriegsland Syrien an. Wie Russland unterstützt Teheran Assad. Israel hält sich weitgehend aus dem Konflikt im Nachbarland heraus, seine Luftwaffe hat jedoch laut Medienberichten mehrmals Waffentransporte an die Hizbullah angegriffen.

Quelle: dpa/Reuters
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