„Harter Brexit“

Zielscheibe May

Von Peter Sturm
 - 10:14

Boris Johnson und Michael Gove haben einen Brief verfasst. Darin fordern sie einen sogenannten „harten Brexit“. Man tritt den beiden Ministern aber nicht zu nahe, wenn man andere Motive als mindestens ebenso wichtig einstuft wie das Ziel, Großbritannien bis zur nächsten regulären Unterhauswahl zu einem angeblich unabhängigen Land zu machen. Sie schreiben Brexit und meinen May.

Die Premierministerin hat den politischen Kredit in den Reihen ihrer Partei zum größten Teil verspielt. Die Nachfolgefrage stellt sich. Und da sind Naturen wie Johnson in ihrem Element. Im Abschießen politischer Giftpfeile macht ihm so schnell niemand etwas vor. Man wünschte nur, er wäre in seiner Amtsführung ebenso professionell. Eine Britin in iranischer Haft wird für das lose Mundwerk des „Chefdiplomaten“ Ihrer Majestät womöglich mit vielen Jahren Gefängnis büßen müssen. Aber das ficht einen Johnson nicht an. Was er für eine Strategie hält, um Großbritannien wieder groß zu machen, könnte sich als ebenso desaströs erweisen wie das, was Trump in und mit Amerika vorhat.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sturm, Peter (pes.)
Peter Sturm
Redakteur in der Politik.
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