AfD-Spitzenkandidatin

Weidel soll Asylbewerberin schwarz beschäftigt haben

 - 19:59

Die AfD-Spitzenpolitikerin Alice Weidel ließ an ihrem Schweizer Wohnsitz in Biel offenbar eine Asylbewerberin aus Syrien schwarz für sich arbeiten. Das berichtete die Wochenzeitung „Die Zeit“ am Mittwoch. Demnach arbeitete im Jahr 2015 eine Studentin der Islamwissenschaften als Putzfrau für die Politikerin. Diese habe ihre Stelle später an die syrische Frau weitergegeben, schreibt die Zeitung.

Dem Bericht zufolge war die Asylbewerberin im Herbst 2016 auch dabei, als Weidel mit ihrer Familie in eine Eigentumswohnung umzog. Das Gehalt habe Weidel den Frauen bar gezahlt und zwar nach einem in der Schweiz üblichen Stundensatz von 25 Franken pro Stunde. Es habe weder einen Anstellungsvertrag gegeben, noch seien die Frauen um eine Rechnungsstellung gebeten worden, berichtete die „Zeit“.

Weidels Anwalt teilte der „Zeit“ am Abend mit, Weidel habe „einen freundschaftlichen Kontakt“ zu einer Syrerin, die auch in ihrem Haus zu Gast gewesen sei. „Dass die Asylbewerberin aber im Hause unserer Mandantin angestellt wurde oder als Angestellte gearbeitet hätte oder aber dafür Lohn bekommen hätte, ist jeweils falsch.“

AfD-Sprecher Christian Lüth warf der „Zeit“ am Mittwochabend vor, mit Bezug auf die Studentin zu unterschlagen, dass eine Barzahlung an Haushaltshilfen nach Schweizer Recht legal sei. „Hausangestellte müssen nur dann bei der kantonalen Ausgleichskasse angemeldet werden, wenn ihr Lohn im Jahr 750 Franken übersteigt. Löhne unter dieser Grenze sind beitragsfrei und nicht meldepflichtig.“

Alice Weidel lebt mit einer aus Sri Lanka stammenden Schweizerin in Biel im Schweizer Kanton Bern zusammen. Die beiden ziehen gemeinsam zwei Söhne groß. Als ihren Wohnort gibt die AfD-Politikerin öffentlich das deutsche Überlingen am Bodensee an. Neben Alexander Gauland ist die 38 Jahre alte Politikerin Spitzenkandidatin der AfD für den Bundestag.

Rassistische E-Mail von Weidel?

Am Wochenende hatte bereits eine andere Nachricht über Weidel für Empörung gesorgt. Von ihr soll eine E-Mail mit rassistischen Bemerkungen und Demokratie-verachtenden Thesen aufgetaucht sein. Die AfD bestritt allerdings in Weidels Namen, dass sie die Autorin ist. Die Zeitung „Welt am Sonntag“ berichtete jedoch, ihr liege dazu eine eidesstattliche Versicherung des Mail-Empfängers, eines früheren Bekannten Weidels, vor.

Der Zeitung zufolge heißt es in der E-Mail vom 24. Februar 2013 in Originalschreibweise: „Der Grund, warum wir von kulturfremden Voelkern wie Arabern, Sinti und Roma etc ueberschwemmt werden, ist die systematische Zerstoerung der buergerlichen Gesellschaft als moegliches Gegengewicht von Verfassungsfeinden, von denen wir regiert werden.“

Zu der Zeit, aus der die Mail angeblich stammt, soll Weidel nach Angaben der Zeitung noch nicht Parteimitglied gewesen sein. Sie habe damals aber begonnen, sich im AfD-Vorläufer „Wahlalternative 2013“ zu engagieren, schrieb die „Welt am Sonntag“.

Vor der Bundestagswahl
Wie hat die AfD die Landtage verändert?
© EPA, reuters
Quelle: FAZ.NET mit dpa
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