Hofer gegen Van der Bellen

Harter Schlagabtausch in sozialen Netzwerken

 - 10:04

Österreichs Präsidentenwahlkampf findet so stark wie noch nie in sozialen Netzwerken statt. Besonders die Rechtspopulisten versuchen so, ihre Anhänger zu emotionalisieren. Dabei wird der ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen (72) immer wieder in ein schlechtes Licht gestellt. Der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer (45) hält sich selbst zurück, vielmehr engagiert sich Parteichef Heinz-Christian Strache mit seinen 460 000 Anhängern auf Facebook.

Zu einem Screenshot von Van der Bellen schrieb Strache, es wirke so, als hätte der Wirtschaftsprofessor vergessen, sich ordentlich zu rasieren. „Was vergisst er noch?“, fragte Strache. Journalisten unterstellt er Manipulationsversuche und Kampagnen gegen Hofer zu fahren. Ein Funktionär einer FPÖ-Landesorganisation verglich auf Facebook ein Wahlkampf-Sujet von „VdB“ mit Fotos von Diktator Adolf Hitler. Das Posting wurde nach Kontroversen wieder gelöscht.

Van der Bellen agiert mit Unterstützung der Grünen wesentlich gemäßigter im Internet. Kurz vor der Wahl meldete sich eine 89 Jahre alte Holocaust-Überlebende zu Wort. Unter dem Namen „Frau Gertrude“ sprach sie davon, wie die Rechtspopulisten „das Niedrigste aus dem Volk, aus den Leuten herausholen, nicht das Anständige“. Das erinnere sie an die frühen Hitler-Jahre. Das fast fünf Minuten lange Video, das von zwei Helfern von Van der Bellen aufgenommen wurde, wurde rund drei Millionen Mal angeklickt.

Der Musiker Rainhard Fendrich stellte Österreichs heimliche Nationalhymne „I am from Austria“ für „VdB“ zur Verfügung. Die Eurovision-Song-Contest-Gewinnerin Conchita Wurst startete einen eindringlichen Appell für Van der Bellen: „Es geht um eine Weichenstellung für viele Jahre.“ Van der Bellen stehe für ein weltoffenes Land, Hofer für die Spaltung der Bevölkerung.

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Kopf-an-Kopf-Rennen in Österreich
© reuters, reuters
Quelle: dpa
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