Schleswig-Holstein

Bundeswehrsoldat soll zwei Kameradinnen missbraucht haben

 - 18:42

Auf einem Truppenübungsübungsplatz in Schleswig-Holstein sollen zwei Soldatinnen sexuell missbraucht worden sein. Die Polizei bestätigte am Freitag entsprechende Medienberichte. Ein 29 Jahre alter Soldat sei in der Nacht zum Freitag in Gewahrsam genommen worden, kam aber wieder auf freien Fuß. „Der Beschuldigte ist auf Anordnung der Staatsanwaltschaft aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, da ein dringender Tatverdacht zurzeit nicht besteht“, teilte der Sprecher der Kieler Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Axel Bieler, am Freitagabend mit. „Die Ermittlungen werden fortgesetzt.“

Nach einer Übung auf dem Truppenübungsplatz Todendorf in der Gemeinde Panker nahe der Ostsee hatte es ein Trinkgelage gegeben. Alle drei Anwesenden seien alkoholisiert gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Frauen sind 18 und 22 Jahre alt. Sie sind nach Angaben der Kieler Staatsanwaltschaft wieder in Rostock, woher sie kamen.

Feldjäger hätten den 29 Jahren alten Mann kurz nach Mitternacht festgenommen und der Polizei übergeben, sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler der Nachrichtenagentur dpa. Die Ermittlungen zum Tatgeschehen lägen jetzt bei der Staatsanwaltschaft. Bei Verdacht auf solch schwere Delikte müsse die Bundeswehr die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft abgeben. Nach „Spiegel“-Informationen ist der Soldat inzwischen wieder auf freiem Fuß, weil kein dringender Tatverdacht besteht.

Zu welcher Waffengattung und Einheit der Tatverdächtige und die Opfer gehören, blieb offen – ebenso ihr Dienstgrad. Beim Bundesverteidigungsministerium in Berlin ist der Vorfall bekannt. Unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wollte sich ein Sprecher dazu aber nicht äußern.

Die Bundeswehr gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Im Zuge der öffentlichen Diskussion um mehrere Skandale bei der Bundeswehr hat auch die Zahl der internen Beschwerden über sexuelle Belästigung, rechtsextreme Auswüchse und Fehlverhalten von Vorgesetzten massiv zugenommen.

Wie das Verteidigungsministerium bereits im Juli mitteilte, war bis zum 9. Juli 2017 bei Meldungen zu Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung mit 127 erfassten Verdachtsfällen bereits das Vorjahresniveau von 128 Fällen erreicht.

Quelle: alri./dpa
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenBundeswehrPolizeiStaatsanwaltschaft