FAZ plus ArtikelDie Nacht der Entscheidung

Was nicht passt, wird nicht passend gemacht

Von Thomas Gutschker, Frank Pergande und Lydia Rosenfelder
 - 08:27
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Am Dienstagnachmittag begann der härteste Teil der Koalitionsverhandlungen. Noch waren wichtige Sachfragen gar nicht gelöst, vor allem in der Gesundheitspolitik und im Arbeitsrecht. Doch wurde es Zeit, den machtpolitischen Kern zu erörtern: Wer bekommt welches Ministerium, und wie werden die Ministerien zugeschnitten? Was nun folgte, war Chefsache, also der Parteivorsitzenden und ihrer mächtigsten Stellvertreter, der Generalsekretäre und der Fraktionsvorsitzenden, insgesamt 15 Personen. Mal traf sich dieser Kreis, die 15er-Runde, dann wieder sprachen nur die Parteivorsitzenden oder die Parteiteams voneinander getrennt. Ort des Geschehens: das Konrad-Adenauer-Haus, die CDU-Zentrale.

Um 16 Uhr setzten sich die Partei- und Fraktionsvorsitzenden zusammen. Martin Schulz begann mit einer klaren Ansage: Er verlangte sechs Ministerien für die SPD, davon drei große: Finanzen, Außen, Arbeit und Soziales. Das sei nicht verhandelbar, sagte Schulz, denn nur mit diesen Ressorts könne er vor die Basis treten und glaubhaft machen, dass er die Inhalte des Koalitionsvertrags auch durchsetzen werde. Das war die Drohung mit dem Mitgliederentscheid, von dem am Ende alles abhängen würde.

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Quelle: F.A.S.
Thomas Gutschker
Redakteur im Ressort Politik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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Frank Pergande
Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
Lydia Rosenfelder
Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
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