FAZ plus ArtikelDFB-Fußballer bei Erdogan

Eine große politische Torheit

Von Christian Kamp, Dortmund
 - 18:45

Ilkay Gündogan hatte gleich zwei Kurzauftritte am Dienstag im deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Einmal flimmerte sein Bild über die großen Videoschirme, als Joachim Löw seinen vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaft bekanntgab, in dem der Mittelfeldspieler von Manchester City nicht fehlen durfte. Dann gab es noch ein weiteres Video, in dem Gündogan zu sehen war, wie er einen Schriftzug auf eine Scheibe setzt – es ging um die Kampagne „Zusammen“, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für die WM in Russland ins Leben gerufen hat. Mit der, so schilderte es Teammanager Oliver Bierhoff, solle nicht nur im eigenen Land ein Gemeinschaftsgefühl hinter der Mannschaft geweckt, sondern zugleich auch das „Völkerverbindende“ des Fußballs gestärkt werden. Das Video zeigte die Positionierung, die der DFB mit der Nationalmannschaft verfolgt: multikulturell, integrativ, offen.

Was das betraf, waren die Bilder, die am Vortag um die Welt gegangen waren, ein Desaster für den Verband. Sie waren eine politische Torheit, die Wellen der Empörung weit über den Fußball hinaus schlug: Die Nationalspieler Gündogan und Mesut Özil zusammen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in einem Londoner Hotel. Trikots wurden überreicht, freundliche, ja, staatstragende Mienen waren zu sehen.

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Quelle: F.A.Z.
Christian Kamp
Sportredakteur.
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