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Grünen-Politiker Habeck will Begriff Heimat nicht AfD überlassen

 - 17:04
Jamaikaner in Kiel: Der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Bild: Henning Bode, FAZ.NET

Der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck, der auch Mitglied der Sondierungsgruppe der Grünen für ein mögliches Jamaika-Bündnis im Bund ist, hat die Bedeutung des Begriffs Heimat betont. „Ich bin sehr dafür, dass wir Grüne Begriffe wie Heimat und Deutschland nicht der AfD überlassen. Wir müssen sie mit unseren Geschichten füllen.“ Habeck sagte, er habe es im unmittelbaren Gespräch häufig erlebt, dass Leute sich über die Tradition ihrer Orte, ihres Berufs, ihrer Heimat definierten. „Da verbietet sich jede Form von Verächtlichkeit.“

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„Wir müssen uns trauen, über Begriffe wie Heimat und Patriotismus zu reden, sie für uns zu reklamieren und sie definieren. Heimat ist der Raum, in dem wir leben und den wir gestalten, gleich, woher wir kommen. Heimat ist unser Zusammenleben.“ Nur zu sagen, „wählt nicht die AfD“, helfe nicht – „im Gegenteil“. „Also müssen wir uns mal was Neues ausdenken.“

Dass so viele Menschen im Osten rechtspopulistisch gewählt haben, sei kein Transferproblem. „Es ist ein Problem von fehlender Anerkennung. Von Verlorensein in einer Welt, die sich rasant ändert. Deswegen greift es zu kurz, das Problem durch mehr Geld allein lösen zu wollen. Es geht nicht um neue Straßen, sondern um die Menschen. Sie sind die Infrastruktur im ländlichen Raum. Man muss Modelle schaffen, die sie einbinden und ihnen das Gefühl geben, dass sie gehört werden und sich beteiligen können. Das ist auch meine Antwort auf die Flüchtlingskrise.“ Parteien könnten trotzdem eine ehrgeizige Agenda haben. „Aber man muss auch mitdenken und sich dem stellen, was das mit Menschen macht.“

Für die Grünen sei es ein „immenses Risiko“, in eine Jamaika-Koalition einzutreten. „Es gibt keine Garantie, dass die Grünen da heile herauskommen. Aber es gibt die Chance.“ Habeck kritisierte die Union, weil sie erst nach der Wahl in Niedersachsen sondieren wolle. „Das signalisiert den Menschen, wir trauen uns nicht an die Konflikte heran.“ Jeder wisse, dass Jamaika schwierig sei. „Trotzdem erwartet man, dass wir das nun klären. Wir müssen da hin, wo es weh tut.“

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Lesen Sie das komplette Interview mit Robert Habeck von 20 Uhr an im E-Paper oder in F.A.Z. Plus.

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Quelle: FAZ.NET
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