Qualität der Absolventen

Neue Vorwürfe gegen die Berliner Polizeiakademie

 - 15:02

Seit Tagen hagelt es immer neue Vorwürfe gegen die Berliner Polizeiakademie. Kriminelle Clans sollen versuchen, Angehörige in die Ausbildung einzuschleusen, Polizei-Anwärter verhielten sich respektlos, hätten keine Disziplin. Jetzt haben Ausbilder der Polizeiakademie die Kritik an der Qualität der Absolventen bestätigt – und neue Vorwürfe erhoben.

Probleme gebe es zum Beispiel beim Schießtraining. Vor einiger Zeit sei fast eine ganze Klasse bei Übungen durchgefallen, sagt ein Beamter: „Wenn die schon praktisch nichts können, wie sieht es dann erst mit den rechtlichen Grundlagen aus?“ Das berichtet die Zeitschrift „Der Spiegel“ in ihrer aktuellen Ausgabe.

In der Theorieausbildung sorgen sich Polizeitrainer auch um die Fächer Politische Bildung und Geschichte: „Diese sind so wichtig wie der richtige Umgang mit der Schusswaffe“, sagt ein Lehrer: „Wenn das schiefgeht, haben wir in ein paar Jahren die Hölle auf der Straße.“ Wenn die jungen Beamten über Themen wie NS-Vergangenheit und Islamisten nicht Bescheid wüssten, könnten sie in kritischen Polizeieinsätzen nicht bestehen.

Unter den Nachwuchskräften gebe es zudem antidemokratische Einstellungen und türkischen Nationalismus: „Keine Ahnung, wie lange es gut geht, wenn harte Erdoğan-Fans auf kurdischen Demonstrationen im Einsatz sind“, sagt ein praktischer Ausbilder: „Viele unserer Schüler versagen gerade in Stresssituationen.“

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Auftreten der jungen Staatsdiener: Viele erschienen ungepflegt zum Dienst, vergäßen ihre Uniform und kämen unpünktlich zum Unterricht. „Disziplin und Ordnung leiden hier seit längerer Zeit“, sagt ein langjähriger Ausbilder.

An der Berliner Polizeiakademie werden Anwärter für den mittleren Dienst unterrichtet. Die Berliner Polizeiführung hat die seit Tagen anhaltende Kritik als haltlos und unbegründet zurückgewiesen.

Quelle: FAZ.NET
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