FAZ plus Artikel18 Jahre nach NSU-Mord

Opfer, die keine sein durften

Von Philip Eppelsheim
 - 15:17

Abdulkerim Simsek war dreizehn Jahre alt, als sein Vater ermordet wurde. Enver Simsek war das erste Opfer der rechtsextremen Terrororganisation "Nationalsozialistischer Untergrund", niedergeschossen an einem Blumenstand in Nürnberg, mit acht Schüssen aus zwei Pistolen. Das war im September 2000.

In diesen Tagen, achtzehn Jahre später, naht das Ende des NSU-Prozesses. Fünf Jahre dauert er nur schon. Abdulkerim Simsek sagt: „Als der Prozess anfing, waren wir voller Hoffnung. Wir haben gedacht, dass nun alles aufgeklärt wird. Dass weitere Angeklagte hinzukommen.“ Aber noch immer sei man nicht weiter als zu Prozessbeginn. Und fragt man Simsek nach seinen derzeitigen Gefühlen, dann lautet seine Antwort, er habe viele, vor allem aber zwei: Enttäuschung und Verzweiflung. Den Glauben an eine vollständige Aufklärung hat er verloren. Obwohl Angela Merkel ihm und den anderen Opfern doch versprochen hatte, dass Deutschland alles in seiner Macht Stehende tun werde, um die Morde und die Hintergründe aufzudecken.

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Quelle: FAZ Woche
Philip Eppelsheim
Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.
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