IS-Anleitung für Bombe

Polizei findet Stoffe für Biowaffe in Köln

Von Reiner Burger, Düsseldorf
 - 21:03

Nach dem Fund mutmaßlich hochgefährlicher Stoffe in einer Wohnung im Kölner Stadtteil Chorweiler ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gegen einen 29 Jahre alten Tunesier. Wie mehrere Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise berichteten, sollen Ermittler in der Wohnung des Mannes auch auf die extrem giftige Substanz Rizin gestoßen sein.

Am Mittwochabend erließ der Bundesgerichtshof Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz gegen den Wohnungsinhaber. Zudem ermittelt die Behörde wegen des Anfangsverdachts einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Hier bestehe jedoch kein dringender Tatverdacht.

Der Tunesier, der im November 2016 nach Deutschland eingereist sein soll, ist polizeilich bisher nicht in Erscheinung getreten. Vor kurzem fiel der Mann dann aber einem Internethändler auf, weil er bestimmte Waren orderte, die der Grundstoffüberwachung unterliegen. Laut einem Bericht von „Spiegel online“ bestellte der Tunesier nicht nur Substanzen, die zur Herstellung einer Bombe geeignet gewesen wären.

Vielmehr habe er sich auch rund 1000 Samen einer Pflanze beschafft, aus der sich Rizin gewinnen lasse. Die Bestellungen des Mannes hätten sich an einer Anleitung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) zum Bau einer Rizin-Bombe orientiert. Die Bundesanwaltschaft wollte das zunächst nicht bestätigen. Man könne keine Angaben zu Substanzen machen, solange das Untersuchungsergebnis nicht vorliege, sagte ein Sprecher.

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Großeinsatz in Köln-ChorweilerVerdächtige Substanzen bei 29-Jährigen entdeckt

Quelle: F.A.Z./dpa
Reiner Burger
Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.
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